Mitteilungsblatt September 2014

Liebe Gläubige, liebe Freunde und Wohltäter!

Schon ein Jahr ist vergangen, seitdem mir die Verantwortung für unseren deutschen Distrikt übertragen worden ist. Wie sehr danke ich dem lieben Gott für all seine Vorsehung im Laufe dieses ersten Jahres. Auch Ihre großherzige Unterstützung und Ihr herzliches Wohlwollen haben mich sehr ermutigt und getragen. Welche Gnade ist es, gemeinsam an diesem Werk der Erneuerung der Kirche mitwirken zu dürfen!

Welches ist unsere Aufgabe? Ich möchte sie in zwei Worten zusammenfassen: „Glauben. Weitergeben.“ Diese beiden Begriffe schließen zweierlei in sich: sowohl den Wahlspruch von Erzbischof Lefebvre „Credidimus caritati – Wir haben an die Liebe geglaubt“, als auch den Satz auf seinem Grab „Tradidi quod et accepi – Ich habe das weitergegeben, was ich auch empfangen habe“.

Glauben.

Wir müssen den Glauben bewahren. Dies ist umso wichtiger, als wir einen großen Glaubensabfall erleben und die aktuelle Kirchenkrise eine Krise des Glaubens ist. Der Grund, warum wir die Konzilsreformen und die neue Liturgie nicht annehmen, ist eine Frage des Glaubens: diese Neuerungen tragen zur Zerstörung des Glaubens bei. Die Leitlinie, der unsere Priesterbruderschaft St. Pius X. – u. a. auch in den Beziehungen zu Rom – folgt, ist der Vorrang des Glaubens.

Wir sollen aber auch aus dem Glauben leben. Wenn wir wirklich glauben würden! Dann würde unser Leben anders aussehen. Das Leben von Erzbischof Lefebvre zeigt uns, was der Glaube an die Liebe Gottes vollbringt: Treue, Liebe, Geduld, Demut, Sanftmut usw. …

Weitergeben.

Es geht nicht bloß darum, den Glauben zu bewahren, sondern wir sollen den Schatz der Tradition, den Glauben samt allem, was damit verbunden ist (die Messe aller Zeiten, die Sakramente, das Priestertum…), weitergeben, sowohl in unseren Messzentren als auch außerhalb unserer Kreise. Wie viele Seelen sind hungrig, aber niemand gibt ihnen zu essen. Immer wieder erleben wir, wie Menschen mit der Tradition in Kontakt kommen und sich dadurch bekehren, wieder anfangen zu praktizieren, umgewandelt werden und aufblühen.

Den Schatz, den wir empfangen haben, sollen wir auch an die Priester weitergeben, die nicht aus dieser Quelle herangebildet worden sind. Ein neues, sehr erfreuliches Phänomen ist das wachsende Interesse des jungen Klerus für die Tradition. Diese Priester brauchen unsere Gebete und unsere Unterstützung.

Glauben. Weitergeben.

Lassen wir uns durch die Schwierigkeiten nicht entmutigen und nicht verbittern. Nach dem Vorbild und mit der Fürsprache unseres Patrons, des hl. Pius X., erfüllen wir mit Demut und Eifer unsere Aufgabe, damit sein Ideal – das Ideal jedes Christen – verwirklicht wird: „alles in Christus zu erneuern“.

In den Herzen Jesu und Mariens vereint.

Mit meinem priesterlichen Segen

Pater Firmin Udressy

Distriktoberer