Mitteilungsblatt November 2014

In Christo geliebte Gläubige!

Vor 40 Jahren verfasste Erzbischof Lefebvre einen Text, um seine Seminaristen über seine Handlungslinie zu informieren. Die Priesterbruderschaft war damals von Rom ganz anerkannt, jedoch verleumdeten die französischen Bischöfe das Priesterseminar von Ecône und übten Druck auf den Heiligen Stuhl aus, mit dem Ziel der Aufhebung dieses Werkes der Tradition, das 10 % des Priesternachwuchses anzog.

Msgr. Etchegaray versicherte den Bischöfen, in 6 Monate werde Ecône erledigt sein. Im November 1974 sandte Rom zwei Apostolische Visitatoren nach Ecône. Diese zwei Prälaten fanden die Priesterweihe von Verheirateten normal und unvermeidbar, bestritten die Existenz einer unwandelbaren objektiven Wahrheit und hegten Zweifel an der physischen Realität der Auferstehung.

Daraufhin verfasste der Erzbischof für seine Seminaristen die Grundsatzerklärung vom 21. November 1974 (Seite 28ff.). Sie zeigt, was die Linie der Priesterbruderschaft St. Pius X. war und unverändert ist.

Es geht zunächst um etwas Positives, um die Liebe zur Kirche: „Wir hängen mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele am katholischen Rom, der Hüterin des katholischen Glaubens, und den für die Erhaltung dieses Glaubens notwendigen Traditionen, am Ewigen Rom, der Lehrerin der Weisheit und Wahrheit.“

Auf Grund dieser Liebe zur Kirche verweigerte sich der Erzbischof allem, was zu deren Zerstörung beiträgt: „Wir lehnen es hingegen ab, und haben es immer abgelehnt, dem Rom der neomodernistischen und neoprotestantischen Tendenz zu folgen, die klar im Zweiten Vatikanischen Konzil und nach dem Konzil in allen Reformen, die daraus hervorgingen, zum Durchbruch kam.“

Es ist sehr beeindruckend zu sehen, mit welcher Klarheit Erzbischof Lefebvre die Konsequenzen voraussah. Schon 1966 beschrieb er in einem Schreiben an Kardinal Ottaviani wörtlich alles, was wir heute erleben. Wenn alle Früchte schlecht sind – ist das nicht ein Zeichen, dass der Baum schlecht ist?

Ein aktuelles Beispiel ist die Argumentation von Kardinal Kasper, in welcher dieser die Prinzipien des Konzils auf die Morallehre anwendet. So wie das Konzil Heilselemente in den verschiedenen Religionen sieht, so sieht der Kardinal sakramentale Elemente außerhalb wahrer Ehen. Die letzte Konsequenz der falschen doktrinalen Prinzipien führt zur Zerstörung der Moral.

Die Haltung des Erzbischofs in dieser Zeit der Krise ist ein Akt des Glaubens und des Vertrauens auf die Vorsehung. Gefestigt durch Innerlichkeit und Gottesliebe, lässt er sich weder entmutigen noch verbittern.

40 Jahre später ist es offenkundig geworden, wie sehr er der katholischen Kirche, dem Papst und den Generationen nach ihm gedient hat. Ohne seine Treue gäbe es heute die traditionelle Messe nicht mehr. Wenn diese Messe von Papst Benedikt wieder als erlaubt erklärt wurde, ist es dem Erzbischof zu verdanken. Und es geht nicht bloß um den Ritus der hl. Messe, sondern um alles, was damit zusammenhängt: das Königtum Jesu, den Glauben, den christlichen Geist.

Setzen wir also diesen Dienst, den Erzbischof Lefebvre der Kirche erwiesen hat, fort; ahmen wir seine Festigkeit und seine Sanftmut nach, auch aus Liebe zu Rom und für das Heil der Seelen.

Beten wir in diesem Monat besonders für die Armen Seelen im Fegfeuer. Beten wir auch für die Christen in der Verfolgung.

Mit meinem priesterlichen Segen

Ihr Pater F. Udressy