Mitteilungsblatt April 2015

Vorwort des Distriktoberen zum Mitteilungsblatt des deutschen Distrikts der FSSPX für den Monat April.

In Christo geliebte Gläubige!

Von April bis Juni wird in diesem Jahr das Turiner Grabtuch wieder ausgestellt. Diese Reliquie ist das Tuch und zugleich das Foto des Heilandes und Seines heiligsten Herzens.

Wie ein stummer Zeuge erzählt uns das Grabtuch vom Leiden Christi und Seiner Auferstehung. „Das Wort ist Fleisch (‚caro‘) geworden“, schrieb der hl. Johannes: Gott ist wirklich sichtbar und berührbar geworden. Dass Gott auf Erden gelebt hat, für uns gestorben und auferstanden ist, ist eine Realität!

Jeder Mensch muss sich mit dieser Frage beschäftigen. Die Konsequenzen sind enorm. Die Ewigkeit eines jeden Menschen hängt von seinem Verhältnis zu unserem Herrn Jesus Christus ab.

Erinnern wir uns an den hl. Thomas, wie schwer es ihm gefallen ist, an die Realität der Auferstehung zu glauben. Er hatte alles für Christus verlassen, er hatte seine ganze Hoffnung auf ihn gesetzt. Und nun war Jesus tot, sein Herz wurde durchbohrt. Menschlich gesehen war alles zu Ende, welche große Enttäuschung!

Als die Jünger ihm erzählten: „Wir haben den Herrn gesehen!“, antwortete er also schroff: „Wenn ich an seinen Händen nicht das Mal der Nägel sehen und meinen Finger nicht in die Stelle der Nägel legen und meine Hand nicht in seine Seite legen kann, glaube ich keineswegs.“ Er konnte sich überhaupt nicht vorstellen, dass dies geschehen könnte.

Jesus hatte diesen Jünger, der früher großherzig gewesen war, nicht vergessen und erscheint speziell für ihn ein zweites Mal, bei verschlossenen Türen: „Pax vobis – Friede sei mit euch!“ Da sucht er mit seinem Blick den Thomas und fordert ihn auf, nach vorne zu kommen. Beschämt nähert Thomas sich seinem göttlichen Meister. Jesus nimmt die Hand des Thomas in seine Hand und lässt ihn seine Wundmale berühren: „Reich deinen Finger her und sieh meine Hände. Reich deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht mehr ungläubig, sondern gläubig!“

Vor der Realität fällt Thomas auf die Knie und betet Jesus an: „Mein Herr und mein Gott!“ Der Heiland spricht nun für uns weiter: „Weil du mich siehst, glaubst du? Selig, die nicht sehen und doch glauben!“

Glauben wir wirklich an die Auferstehung unseres Herrn? Auch in den Kreuzen und Enttäuschungen unseres Lebens? Wir müssen zutiefst überzeugt sein, dass Jesus alles ist, dass er „das Leben und die Auferstehung“ ist.

Voll Zuversicht schauen wir mit dem hl. Johannes auf das Herz Jesu und betrachten das daraus fließende Blut und Wasser. Der hl. Augustinus hebt hervor, dass der Evangelist nicht geschrieben hat, der Soldat habe die Seite Jesu durchbohrt, sondern er habe sie geöffnet, eben wie eine Tür, durch welche uns alle Gnaden zuteilwerden: „Ich sah Wasser ausströmen aus dem Tempel, auf der rechten Seite, alleluja; und alle, an die dieses Wasser herankam, wurden gerettet und sie werden ausrufen: alleluja, alleluja.“ (Vidi aquam)

Ich wünsche Ihnen ein freudenreiches und gnadenvolles Osterfest!

Mit meinem priesterlichen Segen