Pfingstbrief 2018

DAS GENERALKAPITEL STEHT BEVOR -
KOMM HEILIGER GEIST!


Liebe Freunde und Wohltäter!

Das alle 12 Jahre stattfindende Generalkapitel ist ein einschneidendes Ereignis im Leben unserer Priesterbruderschaft. Am 11. Juli ist es wieder soweit! Alle höheren Oberen versammeln sich am Grab von Erzbischof Marcel Lefebvre in Ecône (Wallis). Nach drei Einkehrtagen schreiten die Kapitulare zur Neuwahl des Generaloberen. Ihm wird mit sofortiger Wirkung die Leitung des Generalkapitels übertragen und das Wohl der Priesterbruderschaft St. Pius X. für die nächsten 12 Jahre anvertraut.

Es ist eine gewaltige Aufgabe und Verantwortung, die ihm auf die Schultern gelegt wird – nicht nur in Bezug auf unsere Gemeinschaft. Was wir in der Priesterbruderschaft gemeinsam wollen, ist doch, den heiligen, von der Liebe beseelten, unverfälschten katholischen Glauben weiterzugeben. Und zwar nicht nur, wie eine glimmende Glut unter der Asche, sondern wie ein lebendiges Feuer, das sich verzehrt.

Wie können wir an der Erneuerung der Kirche mitarbeiten, wenn wir dieses Feuer nicht in uns selbst am Brennen halten! Unser „innerer Mensch“ muss sich „von Tag zu Tag“ erneuern (2 Kor 4,16). „Alles in Christus erneuern“ war der Wahlspruch unseres himmlischen Patrons. Auch im Leben einer religiösen Kongregation braucht es von Zeit zu Zeit die Zäsur eines Generalkapitels, um genauer hinzusehen: Wie treu werden die Regeln der Gründungsstatuen beobachtet? Braucht es in der Organisation Anpassungen an veränderte Umstände? – Gewiss wird die Beratung über die schon von unserem verehrten Gründer ersehnte kanonische Struktur einen gewichtigen Raum einnehmen. Dabei gilt weiterhin: „Keine Autorität, auch nicht die höchste Autorität in der Hierarchie, kann uns zwingen, unseren Glauben, der vom Lehramt der Kirche seit neunzehn Jahrhunderten eindeutig formuliert und verkündet wurde, aufzugeben oder zu schmälern.“ (Grundsatzerklärung von 1974).

Die Kirche mit den Augen des Glaubens sehen


Wir wollen der Kirche dienen, aber von welchem Blick lassen wir uns dabei leiten? Wir stehen heute in der Versuchung, die Kirche angesichts der Schwäche, Untreue und Verirrung vieler Hirten mit zu menschlichen Augen zu sehen. Dabei ist es gerade die übernatürliche Seite der Kirche, die wir wieder zum Vorschein bringen wollen: Der Dreifaltige Gott hat sie der Welt geschenkt, um sich allen Völkern zu offenbaren wie Er in sich selbst ist. – „Gott ist die Liebe“ (1 Joh 4,8), wir können das Wesen der Kirche nur vom Herzen Gottes her verstehen, das ganz Liebe ist:

1. Die Liebe will ihre Güte verströmen. Deshalb war es der Entschluss Gottes, eine Schöpfung ins Dasein zu rufen. Jedes Geschöpf spiegelt auf seine Weise etwas von Seiner Güte wieder – die Kirche am vollkommensten, denn in den Sakramenten gießt sie die Liebe Gottes aus in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der ihr gegeben ist (vgl. Röm 5,5).

2. Die Liebe möchte sich dem Geliebten zu erkennen geben. „Der eingeborene Sohn, der am Herzen des Vaters ruht, Er hat uns Kunde gebracht.“ (Joh 1,18). Die Kirche ist uns Mittlerin dieser Kunde: „Wer euch hört, der hört mich!“ (Lk 10,16), sagt Christus zu den von Ihm bestellten Dienern der Kirche.

3. Die Liebe will sich dem Geliebten angleichen. Darum wollte Gott einen wunderbaren Tausch mit uns vollziehen: Er wollte Mensch werden, damit der Mensch „Seiner göttlichen Natur“ teilhaft werde (2 Petr 1,4). „Er, der in Gottesgestalt war, ... entäußerte sich selbst, nahm Knechtsgestalt an und wurde den Menschen gleich.“ (Phil 2,6) – Welche Liebe spricht daraus! Diesen wunderbaren Tausch vollzieht die Kirche an uns als ‚verlängerter Arm’ Gottes: In der hl. Taufe vereinigt sie uns so innig mit Christus, dass wir an Seiner Kindschaft dem Vater gegenüber teilhaben.

4. Die Liebe will Ganzhingabe. Weil die göttliche Liebe die vollkommenste Liebe ist, die es gibt, drängt es sie auch zur vollkommenen Hingabe: „Er wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.“ (Phil 2,7). Ganz erfüllt von der gleichen Liebe setzt die Kirche diese Ganzhingabe Christi in der heiligen Messe bis ans Ende der Zeiten fort „an allen Orten“ der Erde (Mal. 1,11), damit alle von Seiner erlösenden Liebe ergriffen werden können.

5. Lieben bedeutet bei dem sein zu wollen, den man liebt. Christus will bei uns bleiben „alle Tage bis ans Ende der Welt“ (Mt 28,20), Seine „Wonne“ ist es, bei uns zu wohnen (Spr 8,31). Im heiligsten Sakrament des Altares schenkt uns Christus darum Seine bleibende Gegenwart – wiederum durch die Kirche. Sie allein ist die Hüterin des Allerheiligsten, das sie uns zur Anbetung darbietet.

6. Die Liebe möchte Vereinigung. Darum wünscht Christus, dass wir Ihn empfangen: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm.“ (Joh 6,54f). Er will das Leben unseres Lebens sein – durch Vermittlung der Kirche. Allein sie kann uns täglich mit dem Brot vom Himmel speisen, „das alle Süßigkeit in sich enthält“!

7. Die Liebe will sich ewig der Gemeinschaft erfreuen. Darum bittet Christus Seinen Vater: „Ich will, dass sie, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin“ (Joh 17,24). Das ist der Zielpunkt der ganzen Schöpfung: Die Erhöhung unserer heiligen Mutter Kirche als die triumphierende in Ewigkeit! Es ist ihre ewige Hochzeit mit dem Lamm (vgl. Apk 21), zu der alle ihre Kinder mit ihr Zutritt haben.

Wie sehr müssen wir also die Kirche hochschätzen und sie lieben, da sie uns in so wunderbarer Weise Offenbarung der Liebe Gottes ist und uns mit dieser ‚vermählt’? Müssen wir da nicht dafür brennen, die Kirche zu erhöhen und ihre ewige Verherrlichung vorzubereiten? Dem wollen wir in unserer Priesterbruderschaft von ganzem Herzen dienen. Verwenden wir bitte gemeinsam diese letzten Wochen vor Beginn des Generalkapitels dazu, gleichsam „mit einem Herzen und mit einer Seele“ (Apg 4,32) den Heiligen Geist herabzuflehen, damit wir dieser Aufgabe weiterhin in medio ecclesiae – inmitten der Kirche treu bleiben.

Mit priesterlichem Segensgruß,

Ihr Pater Firmin Udressy

 

Schließen Sie sich unseren täglichen Gebeten für einen guten Verlauf der Beratungen des Generalkapitels der Priesterbruderschaft St. Pius X. im Juli 2018 an. Gemeinsam wollen wir sieben Wochen lang ganz besonders um die sieben Gaben des Heiligen Geistes beten. Das Andachtsheftchen dazu können Sie kostenlos beim Distriktsitz nachbestellen: [email protected]


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