Wofür der Heilige Geist nicht verheissen ist …

22. Juni 2022
Quelle: fsspx.news

Der Präfekt des Vatikanischen Gottesdienstkongregation erzählt Falsches und keiner stoppt ihn. Im Gegenteil: Er wird für seine Attacke gegen die überlieferte Liturgie mit dem Kardinalsbirett belohnt. 

Der vom Papst jüngst in den Senat der Kirche berufene Kurienpräfekt Arthur Roche (72) ist ein Gegner der alten Liturgie. Solche Gegner gibt es im Vatikan öfter, aber diese Stimmen wurden durch die Großtat Summorum pontificum von Benedikt XVI. für einige Jahre zum Schweigen verurteilt.

„Was früheren Generationen heilig war, bleibt auch uns heilig und groß.“ Das bleibt das Erbe des emeritierten Papstes.

Das Schweigen vor der Autorität des ehemaligen Pontifex hat sich nicht durchgehalten. In mehreren Interviews versucht der britische Kirchenfürst Roche jetzt ein Narrativ zu etablieren, was sich gegen die Gläubigen richtet, die treu an der alten Messe hängen.

Erst vor wenigen Wochen hatte er in einem Interview ohne jeden Beweis gesagt, die „gegenwärtige Form der Messe mit ihrer größeren Auswahl an Gebeten und Schriftlesungen spiegle das Selbstverständnis der Kirche als Volk Gottes besser wider“. 

Neue Liturgie und Bruch mit der Tradition 

In einem Interview mit Vatican News behauptet er am 20. Juni:

Denn es war klar, dass das Konzil, die Bischöfe des Konzils, unter der Inspiration des Heiligen Geistes, eine neue Liturgie für das vitale Leben der Kirche vorschlugen.

Tatsache ist:  

  • Das II. Vatikanische Konzil hat an keiner einzigen Stelle von der „neuen Liturgie“ gesprochen, sondern empfahl eine behutsame Erneuerung.  
  • Für das „platte Produkt des Augenblicks“ – ein Zitat Kardinal Ratzingers über die Liturgiereform – das Wirken des Heiligen Geistes in Anspruch zu nehmen, ist ein kirchenpolitischer Taschenspielertrick und beweist nur eines: klerikale Verblendung.

Wo wirkt der Heilige Geist?

Das Wirken des Heiligen Geistes war sichtbar in der Tradition der jahrhundertealten Liturgie.

Und das Wirken des Heiligen Geistes zeigt sich deshalb nur in der Treue zur Tradition.

Das Wirken des Heiligen Geistes zeigt sich heute in dem heldenhaften Widerstand gegen die Pseudo-Reformen, die die Kirche in die schlimmste Krise ihrer Geschichte gestürzt haben.

Selbstzerstörerische Diffamation 

50 Jahre nach dem tyrannischen Versuch, die alte Messe zu unterdrücken, lebt die Liturgie der Heiligen auf der ganzen Welt kraftvoll wieder auf. Unaufhaltsam, ununterdrückbar.

Dies als „Grabenkämpfe“ zu diffamieren, verrät nur eine modernistische Geisteshaltung. Die Argumente von Arthur Roche wenden sich gegen ihn selbst. Die alte Messe ist keine Option. Wehe denen, die das Erbe der römischen Kirche bekämpfen.

Das I. Vatikanische Konzil (1869/70) erklärte: „Den Nachfolgern des Petrus wurde der Heilige Geist nämlich nicht verheißen, damit sie durch seine Offenbarung eine neue Lehre ans Licht brächten, sondern damit sie mit seinem Beistand die durch die Apostel überlieferte Offenbarung bzw. die Hinterlassenschaft des Glaubens heilig bewahrten und getreu auslegten.“ (Pastor aeternus IV, vgl. DH 3070).

Prophetische Worte 

Erzbischof Marcel Lefebvre hat schon 1974 prophetisch das Kriterium der Tradition eingefordert:

Keine Autorität, auch nicht die höchste Autorität in der Hierarchie, kann uns zwingen, unseren Glauben, der vom Lehramt der Kirche seit neunzehn Jahrhunderten eindeutig formuliert und verkündet wurde, aufzugeben oder zu schmälern. Der hl. Paulus sagt: ‚Allein, wenn auch wir oder ein Engel vom Himmel euch ein anderes Evangelium verkündete, als wir euch verkündet haben, der sei ausgestoßen!‘ (Gal 1, 8). Besteht die Möglichkeit, dass uns der Heilige Vater dies heute ins Gedächtnis ruft? Wenn sich zwischen seinen Worten und seinen Taten auch ein gewisser Widerspruch ergibt, zum Beispiel bei den Akten der Dikasterien, dann wählen wir das, was immer gelehrt wurde. Gegenüber den zerstörerischen Neuerungen in der Kirche stellen wir uns taub. Man kann nicht tiefgreifende Veränderungen auf dem Gebiet der ‚lex orandi‘ – ‚der Liturgie‘ – vornehmen, ohne dadurch die ‚lex credendi‘ – ‚das Glaubensgesetz‘ – zu verändern. Die neue Messe beinhaltet einen neuen Katechismus, ein neues Priestertum, neue Seminare, neue Universitäten und eine charismatische, pentekostalische Kirche. Alle diese Dinge sind der Rechtgläubigkeit und dem Lehramt aller Zeiten entgegengesetzt.