Stellungnahme zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Sterbehilfe

März 11. 2020
Quelle: Distrikt Deutschland

Deutscher Distrikt der Priesterbruderschaft St. Pius X.

Stellungnahme zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 26. Februar 2020

Mit den Worten „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen“ beginnt die Präambel zum Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.

Von dieser „Verantwortung vor Gott“ haben sich die Richter am Bundesverfassungsgericht mit ihrem Urteil zur assistierten Sterbehilfe verabschiedet.

Sie betrachten den Menschen in seiner Würde und in seinen Rechten, aber losgelöst von seiner Verbindung mit Gott.

Der Mensch hat sein Leben als Geschenk von Gott erhalten. Das Leben ist die Möglichkeit, Gott zu erkennen und durch die Liebe das Glück Gottes in der Ewigkeit zu erwerben. Der Mensch darf dieses Geschenk des Lebens weder missbrauchen noch zerstören.

Das Leid und die Krankheit haben ihren Platz mitten im Leben. Den alten und kranken Menschen den erlösenden Wert der Krankheit und auch des Schmerzes nahezubringen, ist Aufgabe der Kirche; sie im Leid liebevoll zu unterstützen und zu begleiten, ist heldenhafte Aufgabe und Berufung für Angehörige, Ärzte und Pfleger.

Selbst wenn der Mensch tatsächlich ein Recht darauf hätte, seinem Leben – aus eigener Kraft oder unterstützt – ein vorzeitiges Ende zu setzen: öffnet man hier nicht Tor und Tür zum Missbrauch? Wie leicht und schnell hat man einem kranken oder alten Menschen das Gefühl vermittelt, eine Last zu sein!

Wie weit ist dann noch der nächste Schritt, das Präsumieren (das stillschweigende Voraussetzen) eines Sterbewunsches bei dementen oder geistig behinderten Menschen?

Halten wir uns an die Gebote Gottes, vor allem an das fünfte, in dem es heißt: „Du sollst nicht töten.“