Seine Ostern halten. Das dritte Gebot der Kirche

31. März 2021
Quelle: Distrikt Deutschland

Das dritte der fünf Gebote der Kirche heißt: „Du sollst wenigstens einmal im Jahr beichten und wenigstens zu Ostern kommunizieren!“

Der hl. Pius X. hat in seinem „Kompendium der christlichen Lehre“, welches 1907 für alle italienischen Diözesen als Katechismus eingeführt wurde, folgende kurze Erklärung gegeben:

Was gebietet uns die Kirche mit den Worten des dritten Gebotes: „Du sollst jährlich wenigstens einmal beichten“?

Mit den Worten des dritten Gebotes „Du sollst jährlich wenigstens einmal beichten“ verpflichtet die Kirche alle Christen, welche zum Gebrauch der Vernunft gelangt sind, wenigstens einmal im Jahr das Bußsakrament zu empfangen.

Welches ist die günstigste Zeit, um das Gebot der jährlichen Beichte zu erfüllen?

Die günstigste Zeit, um das Gebot der jährlichen Beichte zu erfüllen, ist nach dem von der ganzen Kirche eingeführten und gebilligten Brauch die Fastenzeit.

Warum sagt die Kirche, daß wir „wenigstens“ einmal im Jahr beichten sollen?

Die Kirche sagt „wenigstens“, um uns ihren Wunsch wissen zu lassen, daß wir öfters zu den heiligen Sakramenten gehen sollen.

Ist es also nützlich, oft zu beichten?

Es ist sehr nützlich, oft zu beichten, besonders weil es für den, der selten beichtet, schwer ist, gut zu beichten und sich von der Todsünde fernzuhalten.

Sind wir auch zu anderen Zeiten als zu Ostern verpflichtet zu kommunizieren?

Wir sind auch in Todesgefahr verpflichtet zu kommunizieren.

Warum heißt es, daß wir „wenigstens“ zu Ostern kommunizieren sollen?

Weil die Kirche lebhaft wünscht, daß wir nicht nur zu Ostern, sondern so oft wie möglich zur heiligen Kommunion, der göttlichen Nahrung unserer Seele, gehen.

Genügt man diesem Gebot mit einer sakrilegischen Beichte oder sakrilegischen Kommunion?

Wer sakrilegisch beichtet oder kommuniziert, der genügt dem dritten Kirchengebot nicht, weil es die Intention der Kirche ist, daß wir diese Sakramente dazu empfangen, wozu sie eingesetzt sind, nämlich zu unserer Heiligung.

Der heilige Pfarrer von Ars

Vom hl. Jean-Baptiste Marie Vianney (1786–1859) ist uns eine kurze Predigtskizze erhalten, die das dritte Gebot thematisiert. Die strengen Worte eines um die Seelen seiner Herde besorgten Hirten sollen uns Ansporn sein, unsere Ostern auch 2021 gut zu halten:

»Würde die Zeit für die Osterbeichte bis Pfingsten verlängert, so würdet ihr erst zu Pfingsten beichten, oder wenn sie nur alle zehn Jahre käme, dann würdet ihr nur alle zehn Jahre beichten, und wenn euch endlich die Kirche nicht ein Gebot daraus gemacht hätte, dann würdet ihr nicht erst beim Tode beichten. Wie denkst du darüber, mein Bruder? Nicht wahr, mein Freund, du beichtest doch nicht, weil es dir leid tut, daß du Gott beleidigt hast, du hältst doch nicht deine Ostern aus Liebe zu Gott? „Ach“, werdet ihr sagen, „ es ist schon etwas dabei, wir halten nicht Ostern, ohne zu wissen, warum.“ Ach, ihr wißt gar nicht. Ihr haltet Ostern aus Gewohnheit, um sagen zu können, daß ihr sie gehalten habt. Wenn ihr die Wahrheit sagen wolltet, so müßtet ihr sagen, daß ihr euren früheren Sünden noch eine neue hinzugefügt hab. Ihr beichtet doch nicht und haltet eure Ostern aus Liebe zu Gott, oder weil es euch leid tut, daß ihr ihn beleidigt habt, nicht einmal, weil ihr ein christlicheres Leben führen möchtet. Hier ist der Beweis: Hättet ihr den lieben Gott lieb, könntet ihr dann mit solcher Leichtigkeit, ja mit so viel Vergnügen sündigen? Wenn euch die Sünde Schrecken einjagte, wie sie es tun müßte, könntet ihr sie dann ein ganzes Jahr auf dem Gewissen behalten? Wünschtet ihr ernstlich, ein christlicheres Leben zu führen, müßte man dann nicht wenigstens in eurer Lebensweise irgendeine kleine Änderung bemerken? Nein, meine Brüder, ich will euch heute nichts von den Unglücklichen sagen, die nur die Hälfte ihrer Sünden bekennen, weil sie fürchten, sie könnten nicht Ostern halten oder beichten, vielleicht sogar, sie würden wieder fortgeschickt, weil sie ihr schändliches Leben mit dem Schleier der Tugend bedecken wollen. Und in diesem Zustand kommen sie dann zum Tisch des Herrn und essen sich das Gericht, liefern ihren Gott dem Teufel aus und speien ihre verfluchte Seele in die Hölle.«