Rektorenwechsel in Memmingen

09. September 2020
Quelle: Distrikt Deutschland

Erstmalig nach der Gründung der Grundschule St. Aloysius mit angeschlossener Kindergartengruppe in Memmingen wird es mit Beginn des neuen Schuljahres am 8. September zu einem Wechsel in der Leitung kommen. Herr Pater Wolfgang Dickele wird die Gesamtleitung an seinen jüngeren Mitbruder Pater Christoph Maas übergeben.

Eine kleine Rückschau und Würdigung

Fast zwei Jahrzehnte hat unser lieber Herr Pater Dickele die Grundschule Sankt Aloysius geführt. Zwei Jahrzehnte? Da wird der ein oder andere doch stutzig, denn diese katholische Oase im schönen Allgäu existiert doch erst seit 13 Jahren. Das mag zwar stimmen, aber das Entstehen einer Schule bedarf auch zeitintensiver Planungen – das Durchlaufen von Genehmigungsverfahren, das Sammeln von Spenden, das Suchen nach geeigneten Lehrkräften, Räumlichkeiten, vor allem aber viel Opfer und Gebet. Pater Dickele bereitete die Schulgründung geistig vor und stellte sie unter das Patronat des Prager Jesuskindes, woran bis heute noch der Schulverein Prager Jesuskind erinnert. So pilgerten vor der Gründung einige Familien der Gemeinde mehrfach mit ihrem Seelsorger nach Prag, um dem Jesuskindlein das Projekt anzuvertrauen. Auch heute noch wandert ein Prager Jesuskind in den Anliegen der Schule und der Gemeinde im wöchentlichen Turnus von Familie zu Familie.

Pater Dickeles Großherzigkeit und sein Einfühlungsvermögen haben nicht nur die Kinderherzen zu spüren bekommen, wenn er zu ihnen sprach und sie väterlich durch die Grundschulzeit führte, wenn er sie den Katechismus lehrte und für den Altardienst vorbereitete. Auch die Eltern und deren Familien fanden in ihm jederzeit einen verständnisvollen und liebevollen Zuhörer, einen Seelsorger, der die Not der Zeit kennt und mit all seiner Kraft die Familien in der Unterweisung ihrer Kinder hin zu Gott unterstützte.

Mit der Grundschule Sankt Aloysius ist im Allgäu nicht nur eine Schule mit angeschlossener Kindergartengruppe entstanden, sondern auch ein Ort der Geborgenheit, der Freundschaften und des Schutzes, für eine ruhige und gesunde Entwicklung. Schon ab dem dritten Lebensjahr können Kinder die Kindergartengruppe besuchen. Der gemeinsame Besuch des Gottesdienstes, das gemeinsame Gebet vor dem Unterricht und die religiöse Unterweisung bereiten Geist und Seele der Kinder für ein Leben nach christlichen Prinzipien. Die Fähigkeit, Gut und Böse zu unterscheiden, ist ein großes Geschenk für eine gelingende Zukunft, welches ihnen die Schule mit auf den Weg geben möchte.

Davon zeugen nicht nur die momentanen Schüler und deren Eltern. Auch die Ehemaligen verließen diese Schule oftmals mit tränenden Augen und erinnern sich noch voll Freude an die dort erlebte Grundschulzeit. Die Mehrzahl der Schüler fanden den Weg zu einer weiterführenden Schule der Priesterbruderschaft und konnten den dort gelegten Grundstein im Glauben noch weiter verfestigen und ihre Liebe zu Gott weiterwachsen und reifen lassen.

Alles begann zunächst ganz klein, im Jahr 2007 in dem kleinen schwäbischen Dorf Haslach im Wohnzimmer einer gläubigen Familie. Nach drei Jahren zog die Grundschule dann nach Leutkirch in das Haus eines der Bruderschaft verbundenen Rechtsanwalts um. Doch auch dort sollte nicht der endgültige Standort der Schule sein. Denn unermüdlich setzte sich Pater Dickele für einen Umzug nach Memmingen in die unmittelbare Nähe der Kirche ein, denn er war der Überzeugung, dass die räumliche Nähe einer Grundschule zu einer Kirchengemeinde viele Vorteile bietet. Der Umzug der Schule in das Bundesland Bayern war allerdings mit vielen Hürden verbunden und alles andere als einfach. Dennoch hatte Pater Dickele, ohne bereits eine bayerische Schulgenehmigung zu haben, mit dem Umbau eines alten Stadels zu einem freundlichen Schulhaus im Memminger Stadtteil Amendingen begonnen. Das Gebäude war fertiggestellt, der Beginn des Schuljahres 2016/2017 kam immer näher, gleichzeitig wurden allerdings die Sorgen von Pater Dickele immer größer, denn die Frage der Genehmigung war noch nicht abschließend geklärt. Schließlich wurde das Vertrauen in die Vorsehung belohnt, denn die Schulgenehmigung erreichte uns genau am 21. Juni, dem Fest unseres lieben Patrons, des heiligen Aloysius von Gonzaga.

Um Herrn Pater Dickele für sein großartiges Wirken und seine Opferbereitschaft zu danken, haben sich am Mittwoch, dem 22. Juli, im Anschluss an die Jahresabschlussmesse Lehrer, Erzieher, Schüler und Eltern versammelt und ihm einen würdigen Abschied bereitet. Dabei wurde er mit Darbietungen der Schüler, der Lehrer und Erzieher und auch der Eltern überrascht. Es war für alle ein ergreifender und auch schmerzhafter Abschied von einem Rektor, dem großer Dank gebührt, der dieses apostolische Werk aufgebaut, gefestigt und erhalten hat und es nunmehr personell bestens aufgestellt an seinen Mitbruder Pater Maas übergibt.