Priorat Essen: Vertrauen in die gütige Vorsehung Gottes

29. Dezember 2021
Quelle: Distrikt Deutschland

40 Jahre Altarweihe im Priorat St. Bonifatius

Das Priorat St. Bonifatius in Essen konnte 2021 sein 40-jähriges Jubiläum feiern. Es war nach München, Saarbrücken und dem Priesterseminar in Zaitzkofen das vierte Haus der Priesterbruderschaft in Deutschland.

Das ehemals protestantische Gebäude konnte 1981 endgültig erworben werden und wurde unter das Patronat des hl. Bonifatius gestellt. Die Kirche liegt im nördlichen Stadtteil Bergeborbeck.

Die Altarweihe erfolgte am 25. Oktober 1981 durch Erzbischof Marcel Lefebvre. Vier Jahrzehnte später wurde im Herzen des Ruhrgebiets mit einem Hochamt feierlich daran erinnert.

Pater Stefan Pfluger konnte bei der Festfeier in Essen nicht persönlich anwesend sein, sandte aber schriftliche Grüße: „Am Christkönigsfest 1981 wurde der Altar geweiht. Die Geschichte, die mit dem Kauf dieser Kirche verbunden ist, hat sich mir tief eingeprägt. Sie zeigt uns, wie unser Vertrauen in die gütige Vorsehung Gottes belohnt wird. Damals hatte unsere Priesterbruderschaft nur die Priorate in München und Saarbrücken. Als man im Januar 1981 den Kaufvertrag unterschrieb, wusste Pater Franz Schmidberger als damaliger Oberer noch nicht, wie die Kosten finanziert werden würden. … Wir wollen dem lieben Gott von Herzen dankbar sein, besonders auch für die vielen Gnaden, die hier den Seelen zuteilgeworden sind.“

Pater Franz Schmidberger berichtet in seinen jüngst erschienenen „Erinnerungen“ von dem Kauf im Jahr 1981 und dem jungen deutschen Distrikt:

„Herr Paul Hollebeck aus Dinslaken im Bezirk Münster bot seine Dienste für wirtschaftliche Angelegenheiten der Bruderschaft in Deutschland an. Er machte auf den Verkauf der evangelischen Kirche in Essen-Bergeborbeck aufmerksam. Im Juni suchten wir zusammen den Pastor auf, ich selber in Zivil. Der Preis war auf 600 000 DM festgesetzt. Der Pastor fragte uns, wozu wir die Kirche erwerben wollten: Im Augenblick, so sagten wir, wollten wir dies noch nicht offenlegen. Im August gab es einen Besuch. Der Pastor fragte jetzt drängender nach unseren Absichten. Wir dächten an eine kulturell-religiöse Einrichtung, war unsere Auskunft. Er fragte nach unserer Religionszugehörigkeit; wir seien katholisch, antworteten wir. „Aber im Katholizismus gibt es heute eine ganze Stufenleiter; sind Sie eher progressiv oder konservativ?“ – „Wenn Sie so fragen, dann eher konservativ.“ – „Ach“, sagte er, „ich habe immer Erzbischof Lefebvre im Hinterkopf.“ Wir äußerten uns weiter nicht dazu. Er sagte, er werde die Diözese fragen müssen wegen eines Verkaufs an uns, denn seine Gemeinde habe gute ökumenische Beziehungen mit dieser. Nach unserem Weggang sagte ich Herrn Hollebeck, die Sache sei verloren; die Diözese würde einem Verkauf an uns nie und nimmer zustimmen. Aber nach ein paar Wochen erhielten wir Nachricht, dass die Protestanten doch bereit waren, uns die Kirche zu verkaufen; wir müssten allerdings vor ihrem Presbyterium Rede und Antwort stehen. Das geschah am 6. Oktober [1980], dem Vorabend des Rosenkranzfestes. Merkwürdigerweise lag diese Kirche auf dem Territorium der Pfarrei Maria vom Rosenkranz. Wir wurden befragt, ob es schon ähnliche Einrichtungen gäbe. Ja, es gäbe etwas Ähnliches in Saarbrücken [Priorat] und wir hätten mit Katholiken und Protestanten ein gutes bürgerliches Einvernehmen. Ein Gemeindemitglied äußerte sich: ‚Ich habe keine Bedenken, die Kirche diesen Leuten zu verkaufen.‘ Wir konnten gehen. Am folgenden Morgen rief ich den Pastor an. Das Presbyterium hatte sich entschieden, uns die Kirche zu verkaufen. Der Kauf kam am 27. Januar 1981 vor dem Notar in Essen zustande. Man bot uns dazu noch die Orgel um zusätzliche 20 000 DM an. Wir nahmen sie dazu. Im März [1981] war ich in München und empfing von zwei älteren Damen, die in der Stadt ein Haus verkauft hatten, einen Scheck in Höhe von 600 000 DM. Ich fuhr sofort zu unserer Bank in Saarbrücken, um den Betrag dort als Festgeld anzulegen. Die Zinsen waren damals hoch, an die 10 %. Als wir im Juni [1981] bezahlen mussten, hatten wir unsere 620 000 DM zusammen.“

Diese beiden namentlich nicht genannten Wohltäterinnen seien dem besonderen Gebet der Gläubigen des Priorates Essen und des deutschen Distriktes anempfohlen.

„Und ich hörte eine Stimme vom Himmel her rufen: Schreibe! Selig die Toten, die im Herrn sterben, von jetzt an; ja, spricht der Geist, sie sollen ausruhen von ihren Mühen; denn ihre Werke folgen ihnen nach.“ (Apk. 14,13)