FSSPX Nachrichten & Veranstaltungen

Philosophiekreis Pius X. in München

05. Juni, 2018

Pater Dr. N. Cadiet spricht zum Thema: 

"Traum und Wirklichkeit - Thomas von Aquin und Descartes - über die Gewissheit der Erkenntnis"

Termin: Do 14.06.2018: 19:45 (nach Anbetung 18:00 und Messe 19:00)

Im Herbst 2017 wurde bereits in zwei Abendsitzungen mit Vorträgen von ausgewiesenen Sachkennern, nämlich Prof. Dr. Maximilian Forschner und Pater Dr. N. Cadiet, dargelegt, wie die zwei gegensätzlichen Erkenntnislehren einer 'Philosophia perennis' nach Platon, Aristoteles, Thomas von Aquin und anderen einerseits und einer Bewusstseinsphilosophie nach Descartes, Kant und anderen andererseits zu Gottesbeweisen und dem katholischen Dogma stehen, wonach Gott von der menschlichen Vernunft aus der Schöpfung mit Sicherheit erkannt werden kann.

Als Ergebnis konnte festgehalten werden, dass vom wirkmächtigsten Hauptvertreter der 'Bewusstseinsphilosophie', von Descartes, eine sichere Erkenntnis der Existenz Gottes oder der Seele bestritten wird. Demnach stellt die 'Bewusstseinsphilosophie' keine geeignete 'Präambula fidei', keine günstige natürliche Voraussetzung für den katholischen Glauben dar.

Die Absolutsetzung der Selbstgewissheit des Denkens im 'Cogito, ergo sum' erscheint als einzige Lösung des Skeptizismus der sinnlichen Erkenntnis gegenüber. Im Gegensatz dazu hatten die Meister altgriechischer und scholastischer Philosophie ein vernünftiges Vertrauen gegenüber den Sinnen als Voraussetzung gewisser rationaler Erkenntnis festgehalten. Die Auffassung wurde seit dem Spätmittelalter nicht mehr recht verstanden (siehe z.B. Arbogast Schmitt: Denken und Sein bei Platon und Descartes 2011).

Der neue Vortrag von Dr. Cadiet will uns eine Hilfestellung geben, um die Probleme um die Interpretation des 'Cogito, ergo sum'  vertieft zu erfassen.