In Memoriam Pater Josef Entsfellner *24.3.1944 † 29.9.2020

07. Oktober 2020
Quelle: Distrikt Deutschland

Am Fest des hl. Erzengels Michael hat Gott die Seele unseres lieben Mitbruders, Pater Josef Entsfellner, im 77. Lebensjahr zu Sich in die Ewigkeit abberufen.

Zeichnen wir zunächst mit wenigen Strichen seine Lebensdaten. Pater Entsfellner ist in eine gut katholische bayerische Familie hineingeboren worden und entschied sich, dem Ruf des Herrn für das Priestertum zu folgen. Er machte das Abitur in Waldram/Wolfratshausen und studierte dann Philosophie und Theologie zunächst in St. Georgen bei Frankfurt, bei den Jesuiten, dann an der theologischen Fakultät in Münster und dann noch ein Jahr in Passau. Leider musste er feststellen, dass die an diesen Orten vermittelte Lehre bei weitem nicht mehr jener des Konzils von Trient, der Lehre der Päpste, der Konzilien, der ganzen katholischen Tradition entsprach. So sah er sich um und stieß auf das in Ecône von Erzbischof Lefebvre gegründete Seminar der Bruderschaft St. Pius X. Da er sehr sprachbegabt war, stellte es für ihn keine Schwierigkeit dar, dort am 1. Mai 1976, mitten im Schuljahr, einzutreten und fortan seine Studien in Französisch zu vervollständigen. Er baute ein besonderes Vertrauensverhältnis zu seinem Beichtvater, P. Barrielle, auf.  Am 29.6. 1979 empfing er von Erzbischof Lefebvre die Priesterweihe. Zwei Tage danach, am 1. Juli, dem Fest des kostbaren Blutes, feierte er im Priesterseminar Herz Jesu in Zaitzkofen seine Primiz. Seine erste Stelle war der Kaplansdienst in unserem neu gegründeten Priorat in München. Ein Jahr danach, von 1980 - 1984 wirkte er an verschiedenen Orten in Frankreich: in Châteauroux, Lanvallay, der Schule Étoile du Matin in Eguelshardt bei Bitche und in der Schule St. Joseph in Montréal bei Toulouse.

Von 1984 – 1994 versah er die Stelle des Spirituals im neu gegründeten Karmel in Brilon Wald im Sauerland. Dann folgte noch einmal ein fünfjähriger Aufenthalt in Frankreich, von 1994 – 1999. Er war tätig in Mulhouse, im Exerzitienhaus und Priorat Le Moulin du Pin und in der Schule Domezain in den Pyrenäen.

Da seine Kräfte physisch und psychisch mehr und mehr nachließen, kehrte er nach Deutschland zurück und lebte hinfort im Appartement seiner Schwester in Altötting, wo er auch in der kleinen Kapelle täglich die hl. Messe zelebrierte. So hielt er es bis vor circa zwei Jahren, wo er aufgrund seiner körperlichen Gebrechen nicht mehr zelebrieren konnte. Er kam dann jeden Sonntag in die Kapelle in der Dr.-Hiemer-Straße, um dort den Rosenkranz vorzubeten, der hl. Messe beizuwohnen und zu kommunizieren. Auch ging er dort häufig zur hl. Beichte. So war es auch noch am Sonntag, den 27. September, wo er an beiden hl. Messen in der Kapelle teilnahm, obwohl er gesundheitlich sehr angeschlagen war. Dann fand ihn seine Schwester, die sich in all den Jahren vorbildlich um ihn gekümmert hat, am Vormittag des 29. September tot im Bett. Der herbeigerufene Arzt diagnostizierte den Tod auf ungefähr 6 Uhr am Morgen.

Gehen wir jetzt kurz auf sein Priestertum ein. Das Besondere liegt darin, dass es nichts Besonderes in seinem Priestertum zu verzeichnen gibt. So war es auch bei der hl. Theresia vom Kinde Jesu, bei der, als sie starb, eine Mitschwester sich fragte, was man wohl von ihr sagen könne. Und doch war sie in der spirituellen Welt der geistlichen Kindschaft die größte Heilige der modernen Zeit. Pater Entsfellner war gekennzeichnet von einer großen Vaterlandsliebe, eingepflanzt in ein ganz kindliches Gemüt. Er liebte die Gesellschaft und war in gewissem Umfang ein bayerisches Original. So war seine Zurückgezogenheit gewiss ein großes inneres Opfer. In seinem priesterlichen Wirken wies er immer wieder auf die letzten Dinge des Menschen hin: Tod, Gericht, Himmel und Hölle, insbesondere auf die Möglichkeit der ewigen Verdammnis des Menschen. Er blieb der Bruderschaft und ganz selbstverständlich der Messe aller Zeiten immer treu. Bezeichnend ist sein Tod am Fest des hl. Erzengels Michael, von dem die Totenliturgie sagt, er führe die Seelen vor den Thron Gottes.

Wie jeder Todesfall, so erinnert uns auch das Hinscheiden unseres Mitbruders an unsere eigene letzte Stunde, auf die uns der Herr hinweist: Seid wachsam, denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, zu der ihr es nicht vermutet. So wie der Arzt zu einem anderen Arzt gehen muss, um selbst Heilung zu suchen, so gilt die Warnung Christi auch dem Priester, nachdem er selber vielleicht vielen Menschen in der letzten Stunde beigestanden, sie beerdigt hat. Die Totenliturgie ist auf der einen Seite sehr tröstlich. Da ist die Rede vom ewigen Licht, der ewigen Ruhe nach den Beschwernissen des Lebens, dass unser ein Erbe harrt, das kein Menschenauge  gesehen, das in keines Menschen Ohr gedrungen, das kein Menschenherz erahnt hat, das aber Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. Es ist die Rede davon, die hl. Engel mögen die Seele ins Paradies geleiten. Diese Totenliturgie enthält aber auch eine ernsthafte Warnung, und dies vergisst man allzu oft in der heutigen Zeit: Befreie mich vom ewigen Tode, vom Rachen des Löwen und vom Verschlungenwerden in der ewigen Gottesferne.  Bedenken wir: Jedem Menschen ist auf dieser Erde eine gewisse Zeit des Wirkens von der göttlichen Vorsehung bestimmt; dann aber kommt die Nacht, wo niemand mehr wirken kann.

So wollen wir die Seele unseres Mitbruders insbesondere der Mutter Gottes von Altötting, die er immer wieder in der Gnadenkapelle im Gebet aufgesucht hat, anvertrauen, damit sie die Seele ihres Dieners ihrem göttlichen Sohne vorstelle und empfehle, damit diese recht bald des Lichtes, der Glorie, des Lebens der Allerheiligsten Dreifaltigkeit in der ganzen Fülle teilhaftig werde. Amen.