Karfreitag: Jesus der König

19 April, 2019
Quelle: Distrikt Deutschland

Eine Betrachtung zum Königtum des Gekreuzigten

1. Jesus zum Tode verurteilt und gekreuzigt! Pilatus, der Vertreter der römischen Weltmacht, stellt Christus den Juden als ihren „König" vor. Das Volk aber verwirft ihn und tauscht heute, am Karfreitag, die Gottesherrschaft gegen die Herrschaft des römischen Kaisers ein. „Wir haben keinen König als nur den (römischen) Kaiser." Mit der Verwerfung Jesu hat das arme Volk sein Schicksal für immer besiegelt. Niemand kann ja Jesus verwerfen, ohne dadurch sich selber zu verwerfen und zu verderben.

„Ja, Ich bin ein König“

2. Jesus, der von Seinem Volke verworfene König. Es ist, als ob der heilige Evangelist Johannes in seinem Berichte über die Verurteilung Jesu uns mit Nachdruck auf die königliche Haltung hinweisen wollte, mit welcher der Herr in das Leiden eintritt, mit welcher Er es besteht und mit welcher Er nach drei Tagen wieder unter den Seinen erscheint. „Bist Du der König der Juden?" fragt Pilatus. Jesus antwortet ihm: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt." „Also bist Du doch ein König?" „Ja, Ich bin ein König. Dazu bin Ich geboren und in die Welt gekommen, dass Ich für die Wahrheit Zeugnis gebe." Die Soldaten setzen Ihm eine Krone von Dornen auf das Haupt und höhnen Ihn: Sei gegrüßt, Du König der Juden." Pilatus setzt sich auf den Richterstuhl.

„Wir haben keinen König als den Kaiser."

„Es war der Rüsttag (Freitag), ungefähr um die sechste Stunde. Er sprach zu den Juden: „Euern König soll ich kreuzigen?" Sie antworten. „Wir haben keinen König als den Kaiser." Als König hängt Jesus am Kreuze. So bezeugt es die Überschrift: „Jesus von Nazareth, König der Juden." Wie ein König verfügt der Herr über Seinen Leib. Als die Soldaten die Gebeine der beiden zerschlagen hatten, die mit Jesus gekreuzigt worden waren, kamen sie zu Jesus. „Sie zerschlugen Ihm die Gebeine nicht, sondern einer der Soldaten öffnete Seine Seite mit einer Lanze." So war es vorhergesagt: „Ihr sollt an Ihm kein Bein zerbrechen." (Ps 33,21) Wir erkennen in dem Gekreuzigten heute den König, unsern König, und huldigen Ihm. Wie ist Er verdemütigt, geschmäht, verworfen: Er, der König!

„Er hat sich zum Sohne Gottes gemacht."

„Er hat sich zum Sohne Gottes gemacht." Das ist die Anklage, mit welcher die Hohenpriester zu Pilatus kommen. Das ist der Rechtsgrund, auf den hin sie Ihn des Todes schuldig erklären. Für Sein Zeugnis, dass Er der Sohn Gottes sei, erleidet Jesus den Tod. Er unterschreibt es mit Seinem Blut. Der Evangelist aber erkennt hinter dem, was die Menschen urteilen und sagen, das geheimnisvolle, unsichtbare Wirken Gottes, des Vaters. Kaiphas, der Hohepriester, hat den Mitgliedern des Hohen Rates erklärt: „ihr wisst und bedenkt nicht, dass es für uns besser ist, wenn ein Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zu Grunde geht."

Reich der Kindschaft Gottes auf Erden

„Das sagte er aber nicht aus sich selbst", bemerkt Johannes, „sondern weil er der Hohepriester jenes Jahres war, weissagte er, dass Jesus für das Volk sterben werde. Doch nicht bloß für das Volk sollte Er sterben, sondern auch um die zerstreuten Kinder Gottes zu sammeln und zu vereinen." (Joh 11,50ff) Nach Gottes Ratschluss ist Er auch für uns gestorben, für alle, die zur Kindschaft Gottes berufen sind, um uns vor dem ewigen Verderben zu bewahren und zur Kindschaft Gottes zu erheben. In Seinem Kreuzestode hat Er das Reich Gottes, das Reich der Kindschaft Gottes auf Erden, begründet. Heute. am Gründungstage, am Tage der Erlösung drängt sich die Kirche um das Kreuz und fleht, Er möge das Reich, das Er in Seinem Blute am Kreuze gegründet, erhalten, ausbreiten und der Enderlösung entgegenführen. Wir schließen uns den ergreifenden Fürbitten der heiligen Kirche an. Sie sind heute besonders wirksam.

"Du bist der Sohn des lebendigen Gottes“

3. Gegenüber dem Unglauben des Volkes Israel bekennen wir: "Du bist der Sohn des lebendigen Gottes. Du allein der Heilige, Du allein der Herr. Du allein der Allerhöchste, Jesus Christus, zusammen mit dem Vater und dem Heiligen Geiste."

Wir erwählen den Gekreuzigten zu unserem König und Herrn. Deshalb vereinigen wir uns mit der heiligen Kirche und machen wir die Verehrung des heiligen Kreuzes (d. i. des im Kreuze symbolisierten Herrn) mit. „Seht das Holz des Kreuzes, an welchem das Heil der Welt gehangen hat. Kommt, lasst uns anbeten!" „Heiliger Gott! Heiliger Starker! Heiliger Unsterblicher, erbarme Dich unser." „Dein Kreuz verehren wir, o Herr, wir preisen und verherrlichen Deine heilige Auferstehung. Denn sieh, durch das Holz entstand Freude in aller Welt."

 

Gebet.

Wir bitten Dich, o Herr, schaue hernieder auf diese Deine Familie, für die unser Herr Jesus Christus sich bereitwillig den Händen der Frevler ausliefern ließ und die Marter des Kreuzes erduldete, der mit Dir lebt und herrscht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.