Gebetsaufruf des Distriktoberen

29. Juni 2017
Quelle: Distrikt Deutschland

Nicht von Menschen ist die Ehe eingesetzt und wiederhergestellt worden, sondern von Gott. Von Christus ist sie in der Kirche zu einem Sakrament erhoben worden.

Deshalb kann keine menschliche Macht, kein Staat und kein Parlament, die Ehe neu definieren.

Papst Pius XI. warnte das deutsche Volk in schlimmer Zeit und erinnerte es an die Grundlagen der Gesellschaft:

„Im verhängnisvollen Zug der Zeit liegt es, wie die Sittenlehre, so auch die Grundlagen des Rechtslebens und der Rechtspflege vom wahren Gottesglauben und von den geoffenbarten Gottesgeboten mehr und mehr abzulösen. Wir denken hier besonders an das sogenannte Naturrecht, das vom Finger des Schöpfers selbst in die Tafeln des Menschenherzens geschrieben wurde und von der gesunden, durch Sünde und Leidenschaft nicht verblendeten Vernunft von diesen Tafeln abgelesen werden kann. An den Geboten dieses Naturrechts kann jedes positive Recht, von welchem Gesetzgeber es auch kommen mag, auf seinen sittlichen Gehalt, damit auf seine sittliche Befehlsmacht und Gewissensverpflichtung nachgeprüft werden. Menschliche Gesetze, die mit dem Naturrecht in unlösbarem Widerspruch stehen, kranken an einem Geburtsfehler, den kein Zwangsmittel, keine äußere Machtentfaltung sanieren kann.“ (Enzyklika Mit brennender Sorge)

Die Gläubigen sind aufgerufen, in diesen Stunden für die Staatslenker und Abgeordneten zu beten, dass Gott sie erleuchte und sie in dieser historischen Stunde ihre unsterbliche Seele nicht vergessen. „Die eigene Stimme einem für das Gemeinwohl der Gesellschaft so schädlichen Gesetzestext zu geben, ist eine schwerwiegend unsittliche Handlung.“ (Note der Glaubenskonkregation von 2003)

Beten wir auch für die Bischöfe: „Ihre heilige Amtspflicht ist es, soviel an ihnen liegt, alles zu tun, damit die Gebote Gottes als verpflichtende Grundlage des sittlich geordneten privaten und öffentlichen Lebens beachtet und befolgt werden; daß die Majestätsrechte Gottes, der Name und das Wort Gottes nicht verunehrt werde (Tit 2,5) ; daß die Gotteslästerungen – in Wort und Schrift und Bild, zeitweise zahlreich wie der Sand am Meere – zum Schweigen gebracht werden; daß dem trotzenden Prometheusgeist der Gottesverneiner, Gottesverächter und Gotteshasser gegenüber das Sühnegebet der Gläubigen nie erlahme.“ (Pius XI. Enzyklika Mit brennender Sorge).

Lassen wir uns vom Bösen nicht überwinden, sondern überwinden wir es durch das Gute (Röm 12,21). Angesichts des scheinbaren Sieges des Neuheidentums sind die Katholiken aufgerufen, ihre Gewissen zu erforschen: Haben wir genug getan, um das Eheleben zu heiligen durch Gebet, Sakramentenempfang, tätige Gottes- und Nächstenliebe, durch Tugendstreben und katholische Bildung?

„Die letzte Schlacht zwischen dem Herrn und der Herrschaft Satans wird um die Ehe und die Familie geschlagen.“

Dieser Satz steht in einem Brief, den Schwester Lucia von Fatima 1980 an den heutigen Kardinal Carlo Caffarra geschrieben hat.

Und die Schwester, die 1917 die allerseligste Jungfrau sah, fügte hinzu:

„Jeder, der sich für die Heiligkeit der Ehe und Familie einsetzt, wird in jeder Hinsicht bekämpft und abgelehnt werden, weil das die entscheidende Frage ist.“

In Fatima hat uns die Gottesmutter vor hundert Jahren aufgefordert: „Opfert euch für die Sünder und sagt oft, besonders wenn ihr Opfer bringt: ‚O Jesus, das tue ich aus Liebe zu dir, für die Bekehrung der Sünder und zur Sühne für die Sünden gegen das Unbefleckte Herz Mariens.’“

Pater Firmin Udressy

Ecône, am Fest der Apostelfürsten Petrus und Paulus 2017