Fulda-Wallfahrt: Der Herzinfarkt der Kirche kann heilen durch die Messe aller Zeiten

08 September, 2019
Quelle: Distrikt Deutschland

Am Sonntag, dem 8. September, versammelten sich weit über 1000 Gläubige zur Feier der Hl. Messe im barocken Festsaal, gegenüber dem Fuldaer Dom. Etwa 650 Gläubige hatten bereits am Tag zuvor an der großen Fatimaprozession teilgenommen. Weitere Gläubige waren zum Teil von weit her angereist, um das levitierte Hochamt mit dem neuen Distriktoberen, Pater Stefan Pfluger, zu feiern.

Der Barocksaal war bis auf den letzten Platz besetzt. Aus dem St.-Theresien-Gymnasium in Schönenberg war der Chor angereist, um die Hl. Messe musikalisch zu begleiten. Für den Choral waren Mitglieder verschiedener Scholae aus Deutschland angereist. 

Entsprechend dem Thema der diesjährigen Wallfahrt „Der Herzinfarkt der Kirche kann heilen durch die Messe aller Zeiten“ zeigte Pater Pfluger in seiner Predigt auf, wie diese Heilung der Kirche durch die überlieferte Hl. Messe aussehen kann: durch ein aktives Mitfeiern des heiligen Messopfers durch die Gläubigen.

„Eine einzige Messe verherrlicht Gott mehr als das Lob aller Engel und das Martyrium aller Martyrer zusammen“, leitete der Pater seine Predigt ein. Sie hat einen ewigen Wert durch die Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Christi. Darum kann die Hl. Messe alles umwandeln und erneuern. Pater Pfluger zitierte Erzbischof Marcel Lefebvre, der diese Verwandlung von heidnischen Dörfern durch das Hl. Messopfer in Afrika erfahren hatte.

Das Entscheidende dabei ist aber nicht nur die einfache Teilnahme an der wahren Hl. Messe. Pater Pfluger stellte die Frage, wie die Hl. Messe eine größere Ausstrahlung haben kann? Sind unsere Gemeinden wirklich umgewandelt worden, und strahlen sie aus in die Gesellschaft? Außer der Messe braucht es noch etwas, damit diese sich auch auf uns auswirkt, damit wir treu bleiben und damit sie in die Gesellschaft ausstrahlt. Was ist dies?

Die Art und Weise, wie wir an der Hl. Messe teilnehmen, ist entscheidend! Darauf hat bereits Prälat Robert Mäder hingewiesen. Daher stellte der neue Distriktobere drei Fragen:

Was ist die Hl. Messe? Die Antwort ist den meisten Gläubigen bekannt: Die Hl. Messe ist die Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Christi zur Sühne für unsere Sünden. Dies ist die objektive Realität der Hl. Messe. Doch ich bin schuldig daran, dass Christus dies erleiden musste. In der Hl. Messe ist Christus aus Liebe zur mir gegenwärtig, um Sühne für meine Sünden zu leisten. Dies alles hat er für mich getan. Und so müssen wir an der Hl. Messe teilnehmen, indem wir uns das bewusst machen.

Was ist die heiligmachende Gnade? Wir sind durch die Gnade ein Teil Christi, Christus lebt durch diese Gnade in uns und wir sind ihm eingegliedert. Das bedeutet aber auch, dass unsere Sorgen und Nöte die Leiden und Nöte Christi sind. Diese können wir in der Hl. Messe in und mit Christus aufopfern. So opfern wir uns selbst mit Christus, und so haben wir unsere Sorgen, Nöte, Leiden, Schmerzen usw. mit auf den Altar gelegt und mit Christus aufgeopfert. Die Opferungsgebete im Messritus, die in der neuen Messe gestrichen wurden, bringen dies besonders gut zum Ausdruck. So wie der Tropfen Wasser im Wein sich vollkommen mit dem Wein verbindet, so verbindet sich unser Leiden mit dem Leiden Christi; Christus leidet in uns, und darin steckt die Wirkkraft der Hl. Messe, so dass wir die Hl. Messe wahrhaft leben können. Die Hl. Messe durchdringt unser ganzes Leben.

Was bewirkt die Hl. Kommunion? Sie ist die Frucht des Opfers, sie bewirkt die leibhaftige Vereinigung mit Christus in Wirklichkeit, was vorher in der Opfergesinnung in geistiger Weise geschah. Was hätte Gott uns noch Größeres geben können als seinen eigenen Sohn und die tatsächliche, wirkliche Vereinigung mit ihm? Wie hätte er uns sonst noch tiefer seine Liebe zu uns zeigen können? Dies sollte in unserer hl. Kommunion zum Ausdruck kommen und in unserer Danksagung im Anschluss daran. So werden wir selbst mit der Hl. Messe umgewandelt. So werden wir „Licht der Welt“.

Im Anschluss an die Hl. Messe fand auch in diesem Jahr wieder eine Sakramentsandacht statt, verbunden mit der Erneuerung der Weihe Deutschlands an das Unbefleckte Herz Mariens, die erstmals von den deutschen Bischöfen im Jahre 1954 vollzogen wurde.