Fastenbrief des Distriktoberen

März 10. 2020
Quelle: Distrikt Deutschland

Nichts kann erneuert werden,

was nicht überliefert ist!

Liebe Freunde und Wohltäter,

der „Synodale Weg“ führt die Kirche in Deutschland auf direktem Weg in ein Schisma! Die erste Bilanz, die wir nach der Synodalversammlung vom 30. Januar bis 1. Februar ziehen müssen, ist absolut verheerend:

Die hierarchische Struktur der Kirche wird infrage gestellt. Der Vorrang der geweihten Bischöfe und Priester vor den Laien wird geleugnet. Es wird uns eine Kirche präsentiert, in der die Laien gleich viel zu sagen haben wie die Bischöfe. So standen beim Eröffnungsgottesdienst nur wenige Konzelebranten, dafür aber noch Laien – Männer und Frauen – um den Altar herum. Die Sitzordnung während der Versammlung war nicht hierarchisch geordnet, sondern alphabetisch – Geweihte und Laien saßen bunt durcheinander. In der Messe am Freitagmorgen empfingen fast alle Bischöfe die heilige Kommunion aus den Händen von Laienhelferinnen!

Die verbindliche Lehre der Kirche wird infrage gestellt. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) vertritt Standpunkte, die der Lehre der Kirche widersprechen. Es war zum Synodalen Weg nur unter der Bedingung bereit, dass die gemeinsam gefassten Beschlüsse tatsächlich bindend sein würden. Was da auf uns zukommt, wurde an einer Abstimmung besonders klar:  87% (!) der Teilnehmer lehnten den Antrag von fünf Bischöfen ab, dass keine Textvorlagen ins Plenum eingebracht werden dürfen, die der Lehre der Kirche widersprechen.

Schamlos übertrifft man sich mit Ideen zu Änderungen der kirchlichen Lehre und Disziplin, als sei ein Wunschkonzert eröffnet zur Neuerfindung der Kirche. Ausdrücklich lehnt man es ab, sich der geltenden Lehre der Kirche zu unterwerfen. Damit hat sich der Synodale Weg selbst verurteilt!

Es gab aber auch Gegenstimmen. Rainer Maria Kardinal Woelki übte deutliche Kritik: „Ich glaube, dass viele Argumente, die bei der ersten Synodalversammlung vorgebracht worden sind, mit dem Glauben und der Lehre der Universalkirche nicht vereinbar sind.“ Der Kölner Oberhirte weiter: „Wir sind nicht jetzt zweitausend Jahre danach diejenigen, die die Kirche neu implementieren oder neu erfinden, sondern wir stehen in einer langen Tradition. Der Glaube, so wie er in den Konzilien und auch von den apostolischen Ursprüngen her grundgelegt ist, kann hier nicht irgendwie abgerissen oder jetzt neu erfunden werden.“

Gerhard Kardinal Müller fand noch deutlichere Worte: „In einem suizidartigen Prozess hat die Mehrheit entschieden, dass ihre Entscheidungen gültig sind, auch wenn sie der katholischen Lehre widersprechen. … Eine selbsternannte Versammlung, die weder von Gott noch von dem Volk autorisiert ist, das sie vertreten soll, hebt die Verfassung der Kirche göttlichen Rechts auf, die auf dem Wort Gottes in Schrift und Überlieferung beruht.“

Ein paar wenige Bischöfe stemmen sich gegen eine antikirchlich eingestellte Übermacht von Bischöfen, Kardinälen und Laien. Wenn sie konsequent wären, müssten sie sich aus dem Synodalen Weg zurückziehen. Aber der Druck scheint zu groß zu sein. Das macht Angst. Was kann die Kirche in Deutschland noch vor einem Schisma bewahren?

Die Fronten müssen sich klären

Wir sind hineingestellt in das große Ringen um die Bewahrung des apostolischen Glaubens. Alle, die noch ernsthaft katholisch sein wollen, werden mit der Frage konfrontiert: Welche Wahrheit bekomme ich von unseren Bischöfen zu hören? Können Glaube und Moral einfach zur Disposition gestellt werden? Woran soll ich mich dann noch halten?

Für die Katholiken ist die Stunde der Entscheidung gekommen: Gebe ich mich zufrieden mit einer „Wohlfühlkirche“, der es gleichgültig ist, wie die Lehre der Kirche lautet? Genügt es mir, dass meine Kirche „modern“ ist und in den Medien nicht aneckt? Oder erwarte ich von der Kirche immer noch die die unverfälschte Lehre, die Einführung in eine ernsthafte und persönliche Gottesbeziehung und die Vermittlung des Seelenheils, des ewigen Lebens?

Wir erleben den Glaubensabfall eines Volkes und seiner Hirten, das Entstehen einer neuen ökumenischen Konfession. Die Mehrheit der Hirten arbeitet an der Auflösung der Tradition und lenkt das Schiff der Kirche in das Riff des Protestantismus, anstatt in den Hafen des himmlischen Vaterhauses. Aber dadurch bringen sie sich selbst in Gefahr. Sie verneinen bewusst die Wurzeln der Kirche und schneiden sich dadurch von ihrer eigenen Zukunft ab, wie Eheleute, die den Kindersegen verhüten. Mögen sie doch erkennen, wessen Geistes sie sind!

Unser Beitrag für die Fragenden und Suchenden

Was wir erleben, ist grundgelegt in der neuen Ausrichtung, welche seit dem 2. Vatikanischen Konzil viele Bischöfe auf eine schiefe Ebene gebracht hat, auf der sie unaufhaltsam dem Abgrund entgegengleiten. Hätten Sie doch auf die Warnungen gehört!

In den Jahrzehnten nach dem Konzil gab es eine warnende Stimme, die weltweit in unzähligen Predigten und Vorträgen laut ertönte: die Stimme von Erzbischof Marcel Lefebvre!  Seine missionarische Seele litt entsetzlich unter der Verwirrung, welche die Hirten in den Seelen stifteten.

Sein Erbe lebt in unserer Priesterbruderschaft weiter. Seit nunmehr 50 Jahren bezieht unsere Gemeinschaft klar Position, um ratlosen Katholiken, welche nach ihren eigenen Wurzeln fragen, die Antwort der Kirche zu geben. Wir haben einen überaus kostbaren Schatz empfangen – wir werden nicht nachlassen, ihn weiterzugeben. Wir wollen in diesen schwierigen Zeiten die Verantwortung wahrnehmen, in der Finsternis des Synodalen Wegs und im Nebel der Glaubenszweifel den Seelen ein Leuchtturm für die Wahrheit zu sein, der das Licht der Kirche verbreitet und so die Seelen zu Gott führt.

Unterstützung für unsere Arbeit im Distrikt

Um das Licht der Kirche leuchten zu lassen, wollen wir in die Zukunft investieren. So liegt uns viel daran, langfristig geeignete Priorate als Grundlage für unser priesterliches Wirken zu haben. Je weiter die Glaubenskrise voranschreitet, desto wichtiger werden sie als Zufluchtsorte für geistlich heimatlos gewordene Katholiken. In diesem Jahr rückt das Priorat Hamburg in den besonderen Fokus, denn nach fünf Jahren Planung wird in Kürze die Baugenehmigung vorliegen. Ein Prioratsneubau soll dieses Messzentrum im deutschen Norden für die Zukunft rüsten. Die Gemeinde ist in den vergangenen Jahren stetig angewachsen, es gibt regelmäßig Konversionen. Der Neubau mit Gemeindesaal wird es ermöglichen, dass drei Priester hier wohnen und wirken können.

Bitte unterstützen Sie unsere Priesterbruderschaft in ihren Bemühungen, ein immer hellerer Leuchtturm zu sein, um allen ernsthaften und immer ratloser werdenden Katholiken den Weg zu zeigen, den es einzuhalten gilt: „Nichts kann erneuert werden, was nicht überliefert ist“ (hl. Vinzenz von Lérins).

Mit priesterlichen Segensgrüßen

Ihr

Pater Stefan Pfluger