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Erzbischof Lefebvre: Stellen Sie sich vor, wir dürften morgen in den Kirchen die...

23. August, 2018

Erzbischof Lefebvre: Stellen Sie sich vor, wir dürften morgen in den Kirchen die hl. Messe frei feiern!

Zu Beginn des Pontifikats von Johannes Paul II. unterbreitete Mgr. Marcel Lefebvre dem Papst konkrete Vorschläge, um eine Regularisierung der Bruderschaft St. Pius X. zu erlangen. Er wünschte sich vor allem die Freiheit für einen jeden Priester, die traditionelle Messe zu feiern Zu der Zeit war die Feier nach dem alten Messbuch schlicht und einfach verboten.

Dieselben Bitten hat die Priesterbruderschaft stets wiederholt: die Feier nach dem Messbuch von 1962 und die Aufhebung der bis dahin angekündigten kanonischen Strafen. In einer 1985 formulierten Bittschrift wandte sich das Generalhaus der Bruderschaft auf ähnliche Weise an den Heiligen Stuhl. Diese zwei Punkte dienten als Grundlage für die Bedingungen, die Mgr. Fellay stellte und die am 7. Juli 2007 und am 21. Januar 2009 gewährt worden sind.

Interessant ist im Vortrag von Mgr. Lefebvre am 16.  Januar 1979 in Ecône, dass er dort für seine Priester die Wichtigkeit dessen unterstreicht, dass sie ihr Apostolat auf anerkannte Weise ausüben können. Wenn diese Situation auch nicht um jeden Preis erreicht werden darf, so bleibt sie doch in seinen Augen wünschenswert, und er verlangt, diesen Aspekt nicht zu unterschätzen. Es gehe um die Rettung zahlreicher Seelen.

 

«Was wird der Papst tun? Ich weiß es nicht. Werden wir einer noch größeren Verurteilung ausgesetzt sein? Ja, dann möge es eine noch stärkere Verurteilung sein. Das kann ich nicht ändern, das ist völlig unmöglich! Ich kann nicht behaupten, dass das, was schlecht ist, mit einem Mal gut sei. Das ist unmöglich. Ich kann mich nicht tröpfchenweise vergiften lassen, ich will die Kirche nicht zerstören. Wir werden so bleiben, wie wir sind. Vielleicht werde ich dann exkommuniziert, ich weiß es nicht! Es ist möglich. Aber vor dieser Exkommunikation habe ich keine Angst, denn ich weiß, dass sie nichts wert ist, so wie ich schon gesagt habe, dass die anderen Strafen wertlos sind.

Aber ich versuche mir im Gegenteil vorzustellen, dass der Papst (meine Bitte) akzeptiert und uns sagt: „Also gut, wir lassen Ihnen freie Wahl, wir lassen den Priestern frei Wahl“. Da kann ich Ihnen versichern, dass das für die Kirche eine ganz außergewöhnliche Sache wäre, denn dann gewänne die Tradition in der Kirche die Oberhand. Wir dürfen eine solche Gelegenheit doch nicht vorübergehen lassen!

Gewiss hängt dies nicht von mir ab, denn derzeit sind wir nun doch ausgesperrt. Man verschließt die Türen der Kirchen vor uns, man verschließt die Türen der Kapellen, man legt uns überall Schwierigkeiten auf dem Weg, man verfolgt uns überall.

Stellen Sie sich doch einmal vor, wir könnten einfach unsere Messen in den Kirchen frei lesen, mit den Gläubigen, die an unseren Diensten teilnehmen möchten. Das würde dann umgehend enorme Änderungen für die gesamte Situation der Gläubigen und der Kirche bringen. Das wäre bemerkenswert, nicht wahr? So dürfen wir eine solche Möglichkeit doch nicht als belanglos betrachten, mit allen ihren Vorteilen, unter anderen all den Seelen, die gerettet werden. Eine große Anzahl von Seelen würde wieder gerettet!»

Vortrag von Mgr. Lefebvre am 16.  Januar 1979 in Ecône