Ein Blick in die Geschichte der Impfung: Was ist eine Impfung?

12. Februar 2021
Quelle: FSSPX Spirituality
Dr. Fewster hatte beobachtet, dass ein Patient, der vorher an Kuhpocken erkrankt war, nicht mit Pocken varioliert werden konnte. Dr. Jenner, sein Freund, stellte daher die Hypothese auf, dass eine Inokulation mit Kuhpocken Immunität ermögliche.

Durch die Verabreichung eines Impfstoffes wird das menschliche Immunsystems angeregt, Abwehrstoffe, sog. Antikörper, zu bilden, um bei einem Kontakt mit den Erregern einer bestimmten Krankheit vor dieser Erkrankung geschützt zu sein.

Im Jahr 1796 führte der englische Landarzt Edward Jenner ein bahnbrechendes Experiment durch, nachdem er gehört hatte, dass Melkerinnen zwar oft an Kuhpocken (harmlos für den Menschen), aber nur selten an den richtigen Pocken erkrankten. Den Pocken - eine seit Jahrtausenden bekannte und hochgradig ansteckende Geisel der Menschheit – fielen noch im 20. Jahrhundert 300 Millionen Menschen zum Opfer! Als Dr. Jenner die Impfung erfand, verstarb noch jeder Dritte, der sich mit Pocken infiziert hatte, an dieser Viruserkrankung. Dr. Jenner „impfte“ einen Jungen mit Kuhpocken und einige Zeit später mit Pocken und stellte fest, dass der Junge gesund blieb. Jenner nannte sein Verfahren „Vaccination“, nach vacca, dem lateinischen Wort für Kuh. Der Erfolg der Impfung aber war überwältigend, sodass in Teilen Deutschlands nur 11 Jahre später eine gesetzliche Impfpflicht eingeführt wurde. Es sollte nahezu 200 Jahre dauern, bis die Weltgesundheitsorganisation im Jahre 1980 die Pocken als ausgerottet erklärte und alle Impfprogramme einstellte.

Abwehr von Bakterien und Viren

Heute kennen wir Impfstoffe gegen viele bakterielle und virale Erkrankungen. Die Impfstoffe gegen bakterielle Krankheiten haben keinerlei ethisch problematischen Hintergrund, da für die Vermehrung von Bakterien nur Wasser, Salze, Zucker und Aminosäuren notwendig sind. Dagegen werden für die Impfstoffherstellung gegen Viruserkrankungen Zellen benötigt, da Viren keine eigenständigen Lebewesen sind und sich nur in lebenden Zellen vermehren können. Die Zellen, die für die Impfstoffherstellung verwendet werden, stammen aus Hühnergewebe, Affennierenzellen, bebrüteten Hühnereiern, Hefezellen - jedoch auch aus menschlichem Gewebe.