Eigentum der Unbefleckten

19. November 2020
Quelle: Distrikt Deutschland

50-jähriges Jubiläum der Priesterbruderschaft St. Pius X.

Eigentum der Unbefleckten

Wallfahrt mit dem Generaloberen nach Lourdes

Unter dem Datum des 1. November 1970 genehmigte und bestätigte Msgr. François Charrière, der Bischof von Fribourg, Lausanne und Genf, die Statuten „der Bruderschaft der Apostel Jesu und Mariä oder – nach ihrem öffentlichen Titel – der Priesterbruderschaft St. Pius X.“.

Er rief in dem Dekret auf das Werk von Ecône „die göttlichen Segnungen auf diese Priesterbruderschaft herab, auf dass sie ihr hauptsächliches Ziel erreiche, die Her­anbildung heiligmäßiger Priester“.

„War nicht das alles von der Vorsehung gelenkt?“, sagte der Erzbischof, als er seinen treuen ersten Seminaristen das Errichtungsdekret vorlas. „Dieses Datum des 1. November 1970 ist in meinen Augen ein Hauptereignis in unserer Geschichte. Es ist die behördliche Geburtsurkunde der Bruderschaft. Die Kirche hat sie an diesem Tag zur Welt gebracht. Die Bruderschaft ist ein Werk der Kirche. Was mich betrifft, so hätte ich einen Schauder davor gehabt, was auch immer ohne die Genehmigung eines Bischofs zu gründen. Es mußte eine Gründung der Kirche sein.“ (Msgr. Tissier de Mallerais, Marcel Lefebvre – Eine Biographie, Bobingen 2012, Seite 461)

Warum Lourdes?

Als das 50-jährige Jubiläum der Bruderschaft sich ankündigte, war es für den Generaloberen Pater Davide Pagliarani klar, dass das Jubiläum nicht nur in Ecône, am Grab ihres Stifters, gefeiert werden sollte. Aus dem kleinen Pflänzchen eines einzelnen Seminars ist nämlich eine weltweite Kongregation erwachsen, die schon statistisch zu den größeren Gemeinschaften der Kirche gehört. (Mit ihren fast tausend Mitgliedern steht sie nach Größe an 39. Stelle aller Männer-Orden, -Kongregationen und -Institute.)

Der Generalobere rief deshalb die Gläubigen zum Christkönigfest nach Lourdes. Denn die Bruderschaft ist „Eigentum“ der Unbefleckten.

Unter dem Generalat von Pater Franz Schmidberger wurde nämlich am 8. Dezember 1984 die Bruderschaft feierlich der Immaculata überantwortet. In dem damaligen Weihegebet hieß es: „Beseelt vom Wunsche, Dein Lob und Deinen Ruhm zu mehren, werfen wir uns heute, o unbefleckt empfangene Jungfrau, vor Deinen Thron der Gnade nieder, um der kindlichen Liebe Christi, Deines Sohnes, zu Dir, unseren kleinen Beitrag hinzuzufügen. Dir weihen wir deshalb unwiderruflich, unter dem besonderen Titel Deines schmerzhaften und Unbefleckten Herzens, unsere Priesterbruderschaft St. Pius X. mit ihren Priestern, Seminaristen, Brüdern, Schwestern, Oblatinnen und Tertiaren, ihrer ganzen geistlichen Familie. Damit Du von nun an Eigentümerin unserer Bruderschaft seiest, bringen wir Dir in Form einer Schenkung in Deine Hand für immer unser Eigentum und unsere Häuser dar und übergeben sie Dir, damit sie wahrhaft Dein seien. Uns selbst übergeben und weihen wir Dir ganz, mit Leib und Seele, damit Du nach Deinem Wohlgefallen über uns verfügest. Auch die uns anvertrauten Seelen übergeben wir Dir, damit Du sie unter Deinem mütterlichen Schutz behütest. Endlich empfehlen und überlassen wir Dir unser Apostolat, damit es von nun an Dein Apostolat sei, o Königin der Apostel! Da unsere Bruderschaft also nunmehr Dein Eigentum ist, so halte Du sie fest, Du Turm Davids, damit sie niemals vom rechten Weg abirren kann. Bewahre, o getreue Jungfrau, jedes einzelne ihrer Mitglieder in unerschütterlicher Verbundenheit zu ihr. Erhalte unseren Glauben jungfräulich rein, o reinste Jungfrau, die Du die Macht empfangen hast, alle Häresien auf der ganzen Welt zu überwinden. Erhalte, o Gnadenvolle, der Kirche das Messopfer nach dem alten, ehrwürdigen und gnadenbringenden römischen Ritus und bewahre uns in unerschütterlicher Treue zu ihm. Lass, o Königin aller Heiligen, mitten unter uns die Heiligkeit des Priestertums, des Ordenslebens und der Familien erblühen. Behüte, o Mutter der göttlichen Gnade, unsere Bruderschaft als einen fruchtbringenden, immer lebendigen Zweig der heiligen, katholischen und römischen Kirche.“

Ein kleines „großes Jubiläum“

Das Jubiläumsjahr 2020 fiel leider in die Corona-Krise. Deshalb konnten die Feierlichkeiten, die am letzten Oktobersonntag stattfinden sollten, nur in kleinem Rahmen gefeiert werden. Der Generalobere konnte aber noch nach Lourdes reisen und die vor allem französischen Gläubigen, die trotz der staatlichen Einschränkungen anreisen konnten, versammeln und feierlich das Te Deum singen.

Dank der Erlaubnis des Bischofs von Lourdes-Tarbes und der Autoritäten des Heiligen Bezirks konnte wie in den letzten Jahren wieder die große unterirdische Basilika genutzt und die Grotte besucht werden, in der vom 11. Februar bis 16. Juli 1858 diejenige erschien, die sich der hl. Bernadette mit den Worten vorstellte: „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis“.