Distriktnotizen: Pater Stefan Pfluger berichtet aus dem deutschen Distrikt

15. Dezember 2019
Quelle: Distrikt Deutschland

Der deutsche Distriktobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., Pater Stefan Pfluger, veröffentlicht in unregelmäßigen Abständen kurze Aufzeichnungen von seiner Arbeit und von Ereignissen im deutschen Distrikt. Lesen Sie hier die „Distriktnotizen“ für den Monat November 2019.

1. November

Den Geburtstag der Priesterbruderschaft kann ich in Stuttgart begehen. Bei der Predigt ist der Jahrestag unserer Gründung Anlass, unser Anliegen und den Zweck der Priesterbruderschaft herauszustreichen. Die Gründungsidee ist die Wiederherstellung des katholischen Priestertums Es geht uns also nicht einfach darum, bloß die tridentinische Messe zu feiern. Es geht um viel mehr: Es geht um die Bewahrung des wahren Glaubens an das Opfer unserer Altäre und den priesterlichen Geist und – was leider allzu rasch vergessen wird – um die Weckung und Bewahrung der Liebe zur Kirche. „Ich liebe die Kirche, deswegen bin ich bei der Priesterbruderschaft“ – das soll unser Motto sein!

13.–16. November

Im St.-Theresien-Gymnasium in Schönenberg finden die Jahres-Exerzitien für die Schülerinnen statt. Zusammen mit den Mitbrüdern Pater Thomas Bücker, Pater Fabian Reiser und Pater Santiago Lorenzo halte ich die geistlichen Vorträge, jeder Priester für zwei Klassen. Das Ziel ist es, die Schülerinnen zum persönlichen Beten hinzuführen und sie den Reichtum des Glaubens erfahren zu lassen. Die Mädchen und jungen Damen sind sehr offen und nutzen die Gelegenheit zur Aussprache rege, aber nicht nur, weil sie dann während der sonst eingehaltenen Stille sprechen dürfen, sondern weil sie viele wichtige Fragen haben.

18.–20. November

Insgesamt 39 Patres unseres Distrikts finden sich im Priesterseminar Herz Jesu in Zaitzkofen ein. Gemeinsam verbringen wir etwas mehr als zwei Tage mit viel Zeit zum gegenseitigen Austausch und mit einigen Vorträgen. Pater Franz Schmidberger lässt die Gestalt von Pater Francisco de Paula Vallet (1913–1947) vor unseren Augen entstehen, aus dessen Hand die Priesterbruderschaft durch die Vermittlung von Pater Ludovic-Marie Barielle die „Kurzform“ der ignatianischen Exerzitien erhalten hat. Pater Benedikt Roder hält ein gelungenes Referat über ein heute viel diskutiertes Thema, das Frauenpriestertum. Schon der Titel gibt die Stoßrichtung vor und fasst den Inhalt zusammen: „Die innere Unmöglichkeit des Frauenpriestertums. Oder: Warum eine Braut kein Bräutigam sein kann.“ Ich selber spreche über die große Verantwortung des Priesters für das Heil der Seelen. Unser Patron, der hl. Pius X., schreibt: „Die Stellung des Priesters ist derart, dass er keineswegs für sich allein gut oder schlecht sein kann; sein Verhalten und seine Lebensführung hat im Gegenteil die folgenschwersten Rückwirkungen auf seine Mitmenschen.“ So können wir nur dann die Seelen heiligen und zu Gott führen, wenn wir selbst ernst machen mit unserer eigenen Heiligung. Grundlage hierfür ist die treue Einhaltung unserer Statuten. Durch die kirchliche Anerkennung und Gutheißung erhalten die Regeln eines Ordens oder einer Priestervereinigung wie unserer Bruderschaft nämlich eine ganz besondere Kraft: Ihre treue Beobachtung gibt den Mitgliedern die Garantie, zur Heiligkeit zu gelangen.

21.–23. November

Drei Tage kann ich an unserer Herz-Jesu-Schule in Saarbrücken-Fechingen verbringen. Anderthalb Tage lang kann ich mir ein erstes Bild von diesem von Pater Peter Lang unter vielen Mühen gegründeten Werk machen und mit wichtigen Personen vor Ort sprechen. Der Freitagnachmittag und der Samstag stehen ganz im Zeichen der Klausurtagung der Schulleiter unserer Schulen im deutschen Sprachraum. Der gemeinsame Austausch zwischen den Schulen ist sehr wertvoll und ermutigend.

24.–26. November

Nach der Saarbrücker Realschule ist das Priorat St. Maria zu den Engeln an der Reihe. Thema der Gespräche sind neben der Seelsorge und der Priestergemeinschaft unter Pater Prior Michael Weigl auch die Infrastruktur. Am Sonntag kann ich bei einem kleinen Empfang nach dem Hochamt die Gläubigen des Priorats kennenlernen.