Die Bedeutung des Unbefleckten Herzens Mariens für die Rettung der Welt

02. Juli 2021
Quelle: Distrikt Deutschland

Von Pater Andreas Mählmann

„Die Botschaft von Fatima lässt sich in die Worte zusammenfassen: die Offenbarung des Unbefleckten Herzens Mariens für die Rettung der Welt von heute.“

Kardinal Cerejeira

Das Herz Mariens ist der ganzen Welt als Mittel der Rettung gegeben. So gewichtet nicht nur Patriarch Manuel Kardinal Cerejeira von Lissabon die Bedeutung der Herz-Mariä-Andacht. Schon am 8. Dezember 1942 hatte kein Geringerer als Papst Pius XII. mitten im Schrecken des Zweiten Weltkriegs in einem feierlichen Akt „die Kirche und das ganze Menschengeschlecht“ dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht und damit die Bitte verbunden: „Bitte für uns, Königin des Friedens, und gib der Welt, die vom Krieg heimgesucht ist, den Frieden, nach dem die Völker seufzen, den Frieden in der Wahrheit, in der Gerechtigkeit und in der Liebe Christi.“ Die Weltweihe an das Unbefleckte Herz Mariens durch Papst Pius XII. bezeichnet zeitlich gesehen den Wendepunkt des Kriegsgeschehens.

Gott will das Herz Mariens verherrlicht sehen

Mit dieser Weltweihe nahm der Papst inmitten des Völkermordens seine Zuflucht genau zu jenem Mittel, das in der zentralen Fatima-Botschaft vom 13. Juli 1917 als Mittel des Friedens genannt ist: „Gott will in der Welt die Andacht zu meinem Unbefleckten Herzen begründen." – Schon einen Monat zuvor, am 13. Juni, hatte Maria erstmals von dieser Andacht gesprochen, im Zusammenhang mit der großartigen Verheißung: „Wer die Andacht zu meinem Unbefleckten Herzen übt, dem verspreche ich das Heil." Mit diesen Worten offenbart sich Maria als Gnadenvermittlerin für alle Menschen und für die ganze Welt.

Den Kindern zeigte sie ihr liebevolles, durch die Menschen verletztes Herz. Sie berichten von der Erscheinung am 13. Juni übereinstimmend: „Vor der rechten Hand Unserer Lieben Frau befand sich ein Herz, umgeben von Dornen, die es zu durchbohren schienen. Wir verstanden, dass dies das Unbefleckte Herz Mariens war. Es wird durch die Sünden der Menschheit verletzt und verlangt nach Sühne.“

Das Herz Mariens – für die Rettung der ganzen Welt

Das Wort „Welt“ kommt in der zentralen Botschaft Mariens vom 13. Juli noch drei weitere Male vor: Wenn man nicht tue, was sie uns sagt, werde „die Welt“ für ihre Verbrechen bestraft werden, Russland werde seine Irrtümer „in der Welt“ verbreiten und Kriege und Verfolgungen der Kirche hervorrufen. Dann heißt es weiter: „Mehrere Nationen werden vernichtet werden. Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der Heilige Vater wird mir Russland weihen, das sich bekehren wird, und der Welt wird eine gewisse Zeit des Friedens geschenkt werden.“

So gibt der Himmel selbst der Andacht zum Unbefleckten Herzen Mariens eine Bedeutung von weltweiter Brisanz: Wo man auf dieses Herz vertraut, wird dem Einfluss des Bösen Einhalt geboten – weil es so der Ratschluss Gottes ist. Auch in Deutschland haben wir dies handgreiflich erfahren dürfen: Schon ein Jahr, nachdem die deutschen Bischöfe am 4. September 1954 unser Vaterland dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht hatten, durften sie ihre Bitte erfüllt sehen, dass über 10.000 Kriegsgefangene endlich aus Russland heimkehren durften. Die ersten Züge trafen am Rosenkranzfest 1955 in Norddeutschland ein.

Gott will auch heute das Heil der Menschheit

Auch heute noch will der Herr in seinem Heilsplan die Menschheit, die durch ihre himmelschreienden Verbrechen und durch die Missachtung der Gebote dem Verderben zueilt, durch die Vermittlung des Unbefleckten Herzens Mariens retten. Lucia, die älteste der drei Seher von Fatima, berichtet: „Unser Herr sprach zu mir: Es ist mein sehnlichster Wunsch, dass die Verehrung und die Andacht zum Unbefleckten Herzen Mariens verbreitet wird, weil dieses liebende Herz der Magnet ist, der die Seelen zu mir hinzieht, der Feuerherd, der die Strahlen meines Lichtes und meiner Liebe über die ganze Erde hin aussendet, und die unversiegbare Quelle, welche die lebendigen Wasser meines Erbarmens auf die Erden herabströmen lässt.“ Diese drei Vergleiche, die der Herr uns vor Augen führt, lassen uns tiefer verstehen, welche Barmherzigkeit Gott uns mit dem Unbefleckten Herzen Mariens erweist und wie sehr wir durch dieses Herz zu Gott hingezogen werden. Maria sagt selbst, ihr Herz sei unsere Zuflucht und der Weg, der uns zu Gott führt.

Im gleichen Sinn äußerte sich auch Jacinta, als sie weitergab, was Maria sie schauen ließ: „Gott schenkt uns seine Gnaden durch das Unbefleckte Herz Mariens, und die Menschen sollen sie durch dieses Herz erbitten. Das Herz Jesu will, dass das Unbefleckte Herz Mariens zusammen mit seinem göttlichen Herzen verehrt werde.“

Warum ist das Unbefleckte Herz Mariens so mächtig?

Diese Wahrheit, dass Gott uns seine Gnaden durch Maria schenkt, ist für die Kirche nicht neu. Es ist uns nützlich, durch die Botschaft von Fatima wieder eindringlich darauf hingewiesen zu werden, damit wir unser Leben von dieser Wahrheit prägen lassen.

Fragen wir aber nach dem inneren Grund, warum sich alle Hoffnung für das Heil der Kirche und der Welt auf Maria fokussiert, so lautet die Antwort: Maria wurde nie vom Satan überwunden. An ihr hat der Teufel keinen Anteil, da sie die unbefleckt Empfangene ist, frei von jeder persönlichen Sünde. Gemäß Gen 3,15 ist es der Ratschluss Gottes, dass Maria mit ihrem Sohn die Schlangenzertreterin sei, die Besiegerin des „Menschenmörders von Anbeginn“ (Joh 8,44). Darum ist sie die Hoffnung der Kirche und wird von ihr als „Siegerin in allen Schlachten Gottes“ angerufen. Gott will den Stolz des Teufels durch die Demut Mariens besiegen.

Die heutige Situation

So segensreich sich die Weltweihe Papst Pius’ XII. auch erwiesen hat, die Irrtümer Russlands (Sozialismus und Kommunismus) haben sich auch nach Kriegsende weiter ausgebreitet, zuerst in Osteuropa und in vielen anderen Ländern und schließlich in den letzten Jahrzehnten auch in Form eines mittlerweile global etablierten Kulturmarxismus, der zur Zerstörung selbst der natürlichen Grundlagen der Gesellschaft, Ehe und Familie, führt.

Wie ist das zu erklären? Warum steht die ersehnte Marianische Wende immer noch aus, die der ganzen Welt den Frieden Christi im Reiche Christi bringen wird? – Es ist eine traurige Tatsache, dass die Päpste aus politischen und ökumenischen Rücksichten bis heute Russland nicht so dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht haben, wie Maria es verlangt hat: im Verein mit allen Bischöfen der Welt, mit ausdrücklicher Nennung Russlands und in Verbindung mit einem Sühneakt zur Wiedergutmachung der Sünden, die gegen ihr Unbeflecktes Herz begangen werden.

Gleichzeitig wissen wir, so traurig die Entwicklung momentan auch ist, dass Maria zu ihrem Versprechen stehen wird: „Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der Heilige Vater wird mir Russland weihen, das sich bekehren wird, und der Welt wird eine gewisse Zeit des Friedens geschenkt werden.“

Das Unbefleckte Herz Mariens – unser Weg

Gott hat auch uns das Unbefleckte Herz Mariens geschenkt hat, um das Heil zu finden – die Rettung unserer Seelen und das Heil für unsere Familien, für Kirche und Vaterland. Angesichts der rasant zunehmenden Gottesferne unserer Welt und selbst der katholischen Kirche wollen wir in einem gemeinsamen Gebetssturm vom 15. Juli bis zum 4. September unsere Zuflucht zum Unbefleckten Herzen Mariens nehmen.

Vereinen wir unsere Bemühungen, verdoppeln und verdreifachen wir sie angesichts des Heils so vieler Seelen, das auf dem Spiel steht! Zusätzlich haben wir in Deutschland noch einen besonderen Ansporn:

Die Fatima-Verheißung für Deutschland

Am 19. März 1940 gab Schwester Lucia ihrem Beichtvater, Pater José Bernardo Gonsalves SJ, in einem Brief Rechenschaft über eine Verheißung in Bezug auf Deutschland, die sie vom Herrn empfangen hatte:

„Während ich einige Stunden vor dem ausgesetzten Allerheiligsten verbrachte, betete ich in verschiedenen Anliegen und ganz besonders für Deutschland. Da geschah es in einigen Momenten inniger Vereinigung, dass ich in meiner Seele spürte und hörte: ‚Deutschland wird zu meiner Herde zurückkehren, aber dieser Moment nähert sich sehr langsam. Er nähert sich – das ist sicher –, aber langsam, sehr langsam.‘ Im Brief an Dr. Fischer habe ich aus Nächstenliebe und, um ihn zu ermutigen, auf diese Verheißung des Herrn hingewiesen.“

Diesen Brief schrieb sie unter demselben Datum. Dr. Ludwig Fischer, Priester der Diözese Bamberg, war einer der Ersten, die sich in Deutschland um die Ausbreitung der Botschaft von Fatima bemüht haben. Schon seit 1929 war er in diesem Anliegen tätig und gründete dazu die Zeitschrift „Der Bote von Fatima“. In der Ausgabe Nr. 79 (1949) veröffentlichte er die Verheißung aus dem empfangenen Brief von Schwester Lucia, der sich auch in der offiziellen Dokumentation des Heiligtums von Fatima findet (Documentos de Fatima, page 464, facsimili). Er schließt mit einem Aufruf, den auch wir uns für unseren Gebetssturm 2021 zu Herzen nehmen dürfen:

Freunde von Fatima! Deutschland muss wieder ein ‚Land der heiligen Maria‘ werden! Unser unablässiges Gebet, unsere nimmermüde Buße und Sühne, unsere innige und vertrauensvolle Verehrung des hl. Erzengels Michael, des Patrons des deutschen Volkes, und aller Schutzgeister, Heiligen und Seligen Deutschlands, unsere rückhaltlose Hingabe an die Gottesmutter, die Königin der Herzen im heißen Kampfe um die unsterblichen Seelen, unser beständiges Aufopfern des Göttlichen Herzens und Kostbaren Blutes Jesu durch das Unbefleckte Herz Mariens an den himmlischen Vater – kann und wird den Triumph der Herzen Jesu und Mariens in deutschen Landen beschleunigen. Es ist Schwerstarbeit, was wir vor uns haben. Aber seid nicht mutlos und verzagt! Eines genügt: Auf zur vollkommenen Hingabe an Jesus und Maria!