Deutschlandtreffen des Dritten Orden 2020

20. Oktober 2020
Quelle: Distrikt Deutschland

Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“.

Vom 02.10. – bis 04.10.2020 waren im Namen Christi aber nicht nur zwei oder drei Gläubige versammelt, sondern im Rahmen des jährlichen Treffens des Dritten Orden des deutschen Distriktes deutlich mehr (aufgrund der geltenden Corona-Schutzmaßnahmen konnten freilich einige Anmeldungen leider nicht berücksichtigt werden).

Auch in diesem Jahr diente dabei das Exerzitienhaus Porta Caeli den Teilnehmern des Dritten Ordens als Heim- bzw. für manche vom Weltgetriebe geplagte Seele auch als Zufluchtsstätte. Die Abgelegenheit und „fühlbare“ Stille des Exerzitienhauses, mitten im herrlichen Schwarzwald gelegen, hat hierzu sicherlich sehr viel beigetragen.

Die Anreise erfolgte wie in den vergangenen Jahren am Freitagnachmittag. Nach Bezug der Unterkünfte wurde am Abend vom Präses des Dritten Orden, Pater Peter Kasteleiner, eine Messe zur Ehren der heiligen Schutzengel gelesen, wobei in der Predigt auch des Herz-Jesu-Freitages gedacht wurde. Am Abendessen nahm dann auch noch - zur großen Freude aller Teilnehmer - der Obere des deutschen Distriktes, Pater Stefan Pfluger, teil. Anschließend gab es noch Gelegenheit, sich in kleiner Runde kennenzulernen. Mit der gesungenen Komplet fand dann der Abend seinen angemessenen Abschluss, bevor sich die Tertiaren zur verdienten Nachtruhe begaben.

Der Herz-Mariä-Sühnesamstag wurde am frühen Morgen durch die gemeinsam rezitierte Prim eingeläutet, gefolgt von einer heiligen Messe zur Ehren der allerseligsten Jungfrau Maria. Im Anschluss begaben sich die Teilnehmer dann in das Auditorium, um dem Vortrag von Pater Pfluger mit dem Titel „Gott in uns“ gebannt zu folgen.

Dieser wurde vom Referenten in zwei Teile untergliedert. Im ersten Part wurden die Zuhörer dazu angeregt, sich mit der Größe Gottes im Vergleich zum eigenen Selbst auseinanderzusetzen. Um sich dabei nicht in theologischen Abstraktionen zu verlieren, stellte Pater Pfluger uns die Gegebenheiten des für den Menschen sichtbaren Kosmos vor Augen. Im Ergebnis wurde klar gezeigt, dass schon die Weiten des Weltalls für den Menschen nicht auslotbar sind, um wieviel mehr gilt das aber für den lieben Gott, in dessen Händen dieses für den Menschen schier unendliche Universum doch nur ein wenig mehr als NICHTS ist! Und obwohl der Mensch in diesem Kosmos nicht einmal einem Staubkorn gleicht und optisch fast unsichtbar ist, erdreistet sich dieser Winzling in der Sünde seinem Schöpfer gleich Luzifer zuzurufen: NON SERVIAM! Ich will Dir nicht dienen! Welch ein Wahnsinn…

Nach einer längeren Pause, in der die Inhalte des ersten Teiles nachbetrachtet werden konnten, folgte der zweite Teil, in welchem Pater Pfluger den Zuhörern die Einwohnung Gottes in der begnadeten Seele näher brachte.

Eingangs wurde dabei festgestellt, dass der Stand der heiligmachenden Gnade in der Todesstunde des Menschen von alles entscheidender Bedeutung ist. Trotzdem greift die Sichtweise, sich allein darauf zu konzentrieren, gut zu sterben, zu kurz, da das Angebot des lieben Gottes an den Menschen viel größer ist. Dieser will mit dem Menschen nämlich nicht nur „gut sterben“, sondern darüber hinaus auch mit ihm wahrhaftig „zusammen leben“! Wer Jesus liebt, in dem werden Vater und Sohn Wohnung nehmen (Joh 14,23). Wo Vater und Sohn zugegen sind, fehlt natürlich auch nicht der Heilige Geist, dessen Tempel bekanntermaßen der Christ ja ist bzw. sein sollte. Der liebe Gott WILL also tatsächlich in und mit seinen Geschöpfen einen überaus vertrauten und liebevollen Umgang pflegen, mit ihnen leben, leiden und natürlich auch ihre Freuden teilen. Diese Wirklichkeit überragt unser sicht- und fühlbares Dasein in unendlicher Art und Weise! Welch ein Trost in den Trübsalen dieser Welt! Es liegt jedoch an uns, diese Beziehung zum lieben Gott durch eine stets wachsende Innerlichkeit immer mehr zu festigen, was aber nur durch eine Abwendung von den Trugbildern dieser Welt und einer Ordnung unserer sinnlichen Begierden („Abtötung“) tatsächlich gelingen kann.

Nach Vortragsende begab sich die Gemeinschaft dann zum Mittagessen, zu welchem sich dann auch der Neupriester Johannes Rehm einstellte. Da sich der liebe Gott an Großzügigkeit nicht übertreffen lässt, gab es für die Tertiaren an diesem Tag auch noch den Primizsegen. Deo Gratias!

Nach einer längeren Pause, welche von den Drittordens-Mitgliedern zur Beichte und Rekreation im sonnigen Schwarzwald genutzt werden konnte, folgte am späteren Nachmittag der erste Vortrag von Pater Kasteleiner, welcher inhaltlich an jenen von Pater Pfluger anknüpfte und eine Vertiefung des Themas „Innerlichkeit“ anstrebte. Im Mittelpunkt standen dabei insbesondere die Hindernisse, welche ein Wachstum des inneren Lebens behindern können und die Mittel zwecks Beseitigung derselben.

Im Anschluss wurde anlässlich des Herz-Mariä-Sühnesamstags in der Kapelle der Rosenkranz mit vom Präses eingewobenen Betrachtungen gebetet, bevor dann zum Abendessen geläutet wurde. Auch dieser Tag fand mit der gesungenen Komplet seinen fried- und freudvollen Abschluss.

Der Sonntag begann am frühen Morgen mit einem gesungenen Amt. Im Rahmen desselben wurde, zur großen Freude aller Anwesenden, ein neues Mitglied aus dem Priorat in Berlin in den Dritten Orden aufgenommen.

Nach dem Frühstück fand der Vortrag von Pater Kasteleiner vom Vortag seine Fortsetzung. Um dem lieben Gott für die gnaden- und segensreichen Tage in Porta Caeli angemessen zu danken, wurde anschließend vor ausgesetztem Allerheiligsten die Schlussandacht gehalten. Das gemeinsame Mittagessen bildete dann den Abschluss der Einkehrtage 2020. Geistlich überaus ermutigt und gestärkt begaben sich die Tertiaren auf den Heimweg. Möge uns der liebe Gott auch in 2021 ein solch segensreiches Treffen ermöglichen. Omnia ad maiorem Dei gloriam!