Corona-Hysterie führt zu ungültigen Firmungen

19. Oktober 2020
Quelle: Distrikt Deutschland
Firmung von Weihbischof Tissier de Mallerais im US-Priesterseminar der FSSPX

Der Würzburger Weihbischof Ulrich Boom hat wegen des Corona-Virus versucht, das Sakrament der Firmung ohne Handauflegung zu spenden. Er berührte die Firmlinge also nicht, sondern machte ihnen nur mit einem in Öl getränkten Wattestäbchen ein Kreuz auf die Stirn. So berichtete die Mainpost unter Beifügung eines entsprechenden Fotos.

Die Gültigkeit einer solchen Firmung ist allerdings mindestens zweifelhaft, wenn nicht sogar ziemlich sicher ungültig, da die Firmung mit einer Auflegung der Hand gespendet werden muss. So lesen wir schon in der Apostelgeschichte, dass die Apostel Petrus und Johannes zu den Neugetauften in Samaria gesandt wurden, um die dortigen Neugetauften durch Handauflegung zu firmen: „Diese zogen hinab und beteten für sie, damit sie den Heiligen Geist empfingen – denn er war noch auf keinen von ihnen herabgekommen; sie waren nur getauft worden auf den Namen des Herrn Jesus. – Dann legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist“ (Apg 8,15-17).

Da bei den schismatischen Orthodoxen die Firmung bisweilen mit einem Pinsel gespendet wird, erklärte das Heilige Offizium schon 1885 eine solche Firmung für zweifelhaft und ordnete ihre bedingungsweise Wiederholung an. Zu Beginn des 20. Jh. war es unter den Theologen die fast allgemeine Meinung, dass die Materie der Firmung in der Salbung des Firmlings bestehe, die ipso facto mit einer Handauflegung verbunden ist. Das alte Kirchenrecht verbot dann im Kanon 781 § 2 auch ausdrücklich, die Firmung mit einem Instrument zu spenden. Die Hand des Spenders müsse dem Empfänger aufgelegt werden. Im neuen Kirchenrecht fehlt diese Präzisierung zwar, aber auch hier heißt es richtig: „Das Sakrament der Firmung wird gespendet durch die mit Chrisam auf der Stirn erfolgende Salbung, die unter Auflegung der Hand vollzogen wird“ (Kanon 880 § 1). Die Firmungen des Weihbischofs müssten also auf jeden Fall wenigstens bedingungsweise wiederholt werden.

Anders liegt der Fall beim Sakrament der Krankenölung. Hier ist nur die Salbung mit dem hl. Öl erforderlich, weshalb der Priester bei Ansteckungsgefahr diese Salbung auch mit einem Pinsel oder Wattestäbchen vornehmen darf.

Den Bericht mit Bildern in der Mainpost finden Sie hier