Christkönigstreffen der Katholischen Jugendbewegung in Brixen 2018

2018
Quelle: Distrikt Deutschland

In diesem Zeichen wirst du siegen! - so lautet die Jahreslosung der KJB im Jahr 2019 und diesem Motto folgte auch das diesjährige Christkönigstreffen

Den würdigen Rahmen dafür bot das bischöfliche Institut Vinzentinum in Brixen. Der erste Programmhöhepunkt war ein Vortrag des ehemaligen KJBlers Dr. Urs Schuler über Suchterkrankungen. Die Ausführungen waren deutlich an die heutige Zeit angepasst und sollten die Jugendlichen zum Nachdenken anregen. Wie bei allen Suchterkrankungen nimmt auch bei der Online-Sucht mit Internet, Gaming und Social Media die Beschäftigung mit diesen Medien im Leben der Betroffenen einen immer größeren Anteil ein, führt zur Vernachlässigung der realen Lebenswelt, zu Isolation, Problemen mit Partnerschaften, Beruf und Ausbildung. Alkoholkranke ereilt dasselbe Schicksal, obgleich der Altersschnitt nach oben hin verschoben ist. In allen Fällen dient der Gebrauch des Suchtmittels als Flucht in eine künstliche Welt, in der ein gewisses Alter Ego durch Heldentaten Anerkennung erfährt. Die Rückkehr in die reale Welt gestaltet sich nach jedem Rückfall jedoch umso schwieriger, je öfter dem vermeintlichen Genuss gefrönt wird. Dennoch zeigt Dr. Urs Schuler auch die Strategien zur Entwöhnung auf, die in einer konsequenten Abstinenz wurzeln. Zusammen mit einigen der Sucht entgegenwirkenden Aktivitäten, insbesondere dem  lebendigen Kontakt zu guten Freunden, körperlicher Betätigung und einem guten geistlichen Leben können die Wunden der Sucht erfolgreich geheilt werden.

 

Um die Ausbreitung des Christkönigtums in der Welt zu bekennen, zogen 350 Jugendliche in geordneter Prozession Richtung Altstadt. Begleitet wurde der Zug von strömendem Regen, der sich über das gesamte Wochenende hinzog. Pater Frey fand am Domplatz trotz widriger Bedingungen heilsame Worte, um an die Sendung der Jugend hinzuweisen, und warnte eindringlich davor, mit dem Zeitgeist auch nur den kleinsten Kompromiss einzugehen. Nach dem Tod werden wir von Christus erwartet, nicht Buddha, Mohammed oder ein Götze werden da sein. Dann zählt nur, wer dem Sohn Gottes die größte Ehre erwiesen hat und ihm im Kreuze nachgefolgt ist.

Am Abend erwarteten die KJBler ein geistliches Konzert in der Stadtpfarrkirche von Brixen. Ein umfangreiches Repertoire geistlicher Werke wurde aufgeführt - von Mozart, Schubert und Händel sowie zahlreichen weniger bekannten Komponisten war für jeden Geschmack etwas dabei. Am Ende blieb vor allem der vollkommene Klang der Hörner in bester Erinnerung. Chor, Harfe und Trompeten vervollständigten dieses an Höhepunkten reiche Konzert und ließen uns staunend und dankend zurück. In der Kirche des Vinzentinums endete mit dem Gesang der Komplet zum Christkönigsfest das offizielle Programm des ersten Tages.

"Ihr ewigen Pforten, weitet euch dem König". Gewaltigen Wortes ging es frühmorgens zum Gebet in die Kirche. Nach der Betrachtung und dem Frühstück lauschten alle Ohren gespannt dem Hauptvortrag des Christkönigstreffens von Pater Schulz. Das Thema zog sich wie ein roter Faden durch unsere Jahreslosung, das Kreuz. Aber was bedeutet das, Christus mit seinem Kreuz nachzufolgen? In erster Linie haben wir das Kreuz des Glaubens zu tragen, das bereits Adam und Eva trotz ihrer ganzen Tugendfülle hatten. Nach deren Fall verfinsterte sich der Verstand des Menschen derart, dass es gerade im Alten Testament heroischer Taten bedurfte, um die Leuchte des Glaubens nicht erlöschen zu lassen. Das Zeichen des Kreuzes war ja schon in der ehernen Schlange vorgebildet, die beim bloßen Anblick von schwerster Krankheit heilte. Aber um wieviel mehr ist dann das Kreuz Christi imstande uns zu heilen; es heilt ja nicht von Schlangenbissen, sondern vom einzig wahren Übel, der Sünde. Natürlich durfte die Geschichte des damals noch heidnischen Heerführers Konstantin nicht fehlen, der die Weisung erhielt, alle Fahnen mit dem Kreuze Christi auszustatten und so auf wunderbare Weise den glänzenden Sieg errang.

Das levitierte Hochamt zu Ehren des Christkönigs bildete den End-und Höhepunkt des diesjährigen Treffens. Pater Stolz fasste in seiner Predigt die Bedeutung des königlichen Weges des heiligen Kreuzes zusammen und betonte dabei besonders die Wichtigkeit der Standespflichten, die einem ausgesuchten Opfer stets vorzuziehen sind.

Trotz des einigermaßen verregneten Apostolates wird das Christkönigstreffen in vielfacher Hinsicht positiv in Erinnerung bleiben. Einmal mehr war der Zusammenhalt auch unter schwierigen Bedingungen greifbar und das gemeinsame Gebet konnte mit Sicherheit den Himmel erstürmen. Den Organisatoren, insbesondere Pater Stolz und der KJB Brixen, sei ein herzliches Vergelt´s Gott gesagt für das wertvolle Programm und den reibungslosen Ablauf. Wenn die KJB ihre Ziele mit gleicher Hingabe verfolgt, wird sie am Ende im Zeichen des Kreuzes auch siegen.

Von Heribert Gerstner