Buße ist notwendig und heilsam - Fastenbrief des Distriktoberen

02. März 2021
Quelle: Distrikt Deutschland

Liebe Freunde und Wohltäter, 

zu Beginn der Fastenzeit schauen wir besorgt auf die weitere Entwicklung der Corona-Krise. Unser Mitgefühl gilt dabei besonders jenen, die Angehörig verloren haben oder die sich ernste Sorgen um ihre Existenz machen müssen. Für viele ist diese Situation katastrophal. 

Aber geht unser Blick tief genug? Unsere Liebe Frau von Fatima hat uns mit der Vision von der Hölle eindrücklich auf das Hauptübel hingewiesen, welches die Ursache aller anderen Übel ist: die Sünde, die nach Wiedergutmachung verlangt oder, wenn diese nicht erfolgt, nach gerechter Strafe. 

Müssen wir uns das nicht zum Beginn der 40-tägigen Bußzeit wieder vergegenwärtigen? Wenn die Corona-Krise uns veranlasst, mehr über den Sinn von Buße in unserem Leben nachzudenken und diese auch zu praktizieren – dann ist genau das erreicht, weswegen der gute Gott dieses Übel zugelassen hat. Zu unserer Besserung und Rettung und nicht zum Verderben.  

Die Lage ist ernst! 

Fatima ist hochaktuell! Die Warnung von Papst Benedikt XVI. vom 13. Mai 2010 ist noch nicht  erhallt: „Wer glaubt, dass die prophetische Mission Fatimas beendet sei, der irrt sich.“ Er fügt hinzu, dass Gott in Fatima „nach Gerechten“ sucht, um „die Stadt der Menschen zu retten.“ Ja, es geht um weit mehr, als ‚nur‘ um die Überwindung einer Krankheit. Schwester Lucia von Fatima sprach sich im Auftrag Mariens eindringlich für öffentliche Sühneandachten aus. Insbesondere der Herz-Mariä-Sühnesamstag sei zu halten, um die Vergehen der Menschen zu sühnen. Auch der Herz-Jesu-Freitag hat diesen Sinn. Warum bringen diese Andachten einen solchen Segen? Durch sie bestehen wir in der Öffentlichkeit darauf, dass es eine objektive Ordnung gibt und dass alles Unrecht gegen Gott wiedergutgemacht werden muss. Ein solches Zeugnis belohnt der liebe Gott umso mehr, je geringer an Zahl jene sind, die dafür offen einstehen. Darum erhoffen wir zurecht für unsere Familien und Gemeinden viel Gutes, wenn wir treu den ersten Monatsfreitag und -samstag halten! 

Entweder Christus oder das Chaos 

Man braucht kein Prophet zu sein – es liegt vielmehr offen auf der Hand: Wenn niemand mehr den Segen von oben herab erfleht und Opfer bringt, wird auch Deutschland in nicht allzu ferner Zukunft entweder im Chaos versinken oder in einer Diktatur enden. Wenn sich die innere Einheit auflöst, kann nur mit eiserner Hand regiert werden – oder das Chaos bricht aus. Das ist das Szenario, das droht: Der Missbrauch der Freiheit zur Sünde führt zum Verlust der Freiheit. 

Die „Irrtümer Russlands“, vor denen Unsere Liebe Frau in Fatima gewarnt hat, breiten sich heute schneller aus als je zuvor, denn die großen „Global Player“ sind ganz von der linken Ideologie  durchdrungen. Sie haben die Macht und die Mittel, um ihre Unkultur des Todes weltweit voranzutreiben. Ihr fallen in Deutschland an einem gewöhnlichen Arbeitstag fast 1000 ungeborene Kinder zum Opfer. Niemand will diese Zahl mit den ca. 900 Toten, die täglich „mit oder an“ Corona sterben, vergleichen, aber haben die ungeborenen Kinder nicht ein gleiches Recht auf absoluten Einsatz zum Schutz ihres Lebens? Täglich geraten viele werdende Mütter in eine so ausweglose Situation, dass sie keinen anderen Ausweg als die Abtreibung sehen. Warum schaut die Politik seit Jahrzehnten tatenlos zu? Trotz der sich ankündigenden demographischen Katastrophe mit dem drohenden Zusammenbruch der Sozialsysteme propagieren die Linken frecher denn je sogar ein Menschrecht auf Abtreibung. – Wie weit kann menschliche Blindheit und Verirrung nur gehen? 

Die Auflösung der moralischen Ordnung ist weit vorangeschritten, auch deswegen, weil man selbst in der Kirche nicht auf die Warnungen Mariens gehört hat. Wo sind die lauten, unüberhörbaren Stimmen gegen diese Katastrophe? Stattdessen ist der Synodale Weg das große Thema. Er zeigt offen, dass auch die Theologie von der Gleichmacherei durchdrungen ist. Am deutlichsten wird dies in der vehementen Forderung nach der Priesterweihe der Frau. So sagte die Vorsitzende der Deutschen Ordensoberenkonferenz, eine Franziskanerschwester, die 17.000 (!) deutsche Ordensfrauen und -männer vertritt: „Ich habe mir geschworen, dass ich mir einst zur ersten Weihe einer Frau, sogar wenn es mit dem Rollator sein müsste, noch eine Mitfahrgelegenheit suche.“ – Was hat sie von ihrer Berufung verstanden? 

Die wichtigste Buße: die Erfüllung unserer Standespflicht 

Die Fastenzeit ist wichtig. Wir brauchen diesen Aufruf unserer Mutter Kirche, denn wir sind durch die Erbsünde verwundet. Buße heilt uns und bringt uns Gott wieder näher. Vor allem entreißt sie uns dem drohenden Abgrund, aus dem es keine Wiederkehr gibt. Sr. Lucia schreibt dazu in ihrer Biographie: „Unser guter Gott verlangt als Buße das Opfer des Gehorsams gegen sein göttliches Gesetz ... Unser Herr sagte mir: ‚Das ist das Opfer, das ich verlange: Dass jeder seine Standespflicht erfüllt und meine Gebote beobachtet.‘“ Besinnen wir uns in der Fastenzeit wieder auf unsere grundlegenden Pflichten. Da steht an erster Stelle die Sorge um die Familie, um die Seelen, die uns in besonderer Weise anvertraut sind! Treten wir auch öffentlich für die Ordnung Gottes ein, indem wir treu den Herz-Jesu-Freitag und den Herz-Mariä-Sühnesamstag in unseren Gemeinden halten. Davon dürfen wir uns reichen Segen erhoffen. 

Das Ideal der Priesterbruderschaft: Eine Christenheit im Kleinen wiederaufbauen 

In diesem Jahr bitten wir um eine Fastenopferspende für den Erweiterungsbau der Schule in Rheinhausen, mit dem schon im Frühjahr begonnen werden soll. Die Schulschwestern von Fanjeaux stehen treu an unserer Seite im Bemühen, die Kirche im Kleinen wieder aufzubauen. Sie haben im Badischen Land 2012 ihre erste Grundschule im deutschen Distrikt eröffnet. Das Werk hat seitdem eine wunderbare Entwicklung erfahren: Ein Jahr später eröffnete der Kindergarten, viele Familien sind zugezogen, eine Realschule für die 5. und 6. Klasse wurde angegliedert. Eine „Klosteretage“ wurde ausgebaut, um den inzwischen 8 Schwestern, die sich um die mehr als 60 Kinder kümmern, Wohnraum zu bieten. – Wir möchten es Ihnen eindringlich ans Herz legen: Helfen Sie uns mit einer großzügigen Fastenspende, auch noch den letzten Bauabschnitt umzusetzen. Nur mit dem dadurch gewonnenen Raum können wir mehr Kinder aufnehmen. Vergelt’s Gott vielmals! 

Mit meinem priesterlichen Segen und den besten Wünschen für eine heilsame Fastenzeit 

P. Stefan Pfluger 
 

Stuttgart, Aschermittwoch 2021