Aufzeichnungen von der Arbeit im deutschen Distrikt im Mai 2019

19 Juni, 2019
Quelle: Distrikt Deutschland

Der deutsche Distriktobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., Pater Firmin Udressy, veröffentlicht in unregelmäßigen Abständen kurze Aufzeichnungen von seiner Arbeit und von Ereignissen im deutschen Distrikt. Lesen Sie hier die „Distriktnotizen“ für den Monat Mai 2019.

1. Mai

Zum Fest des hl. Josef zelebriere ich das Amt in Stuttgart. Anschließend darf ich einem Kind die Taufgnade spenden. „Erkenne, o Christ, deine Würde! Kehre nicht, nachdem du der göttlichen Natur teilhaftig geworden, durch entartete Sitten zur alten Niedrigkeit zurück! Denke daran, welchen Hauptes, welchen Leibes Glied du bist! Vergegenwärtige dir, dass du der Macht der Finsternis entrissen und in Gottes lichtvolles Reich versetzt worden bist! Durch das Sakrament der Taufe wurdest du zu einem Tempel des Heiligen Geistes. Vertreibe nicht durch schlechte Handlungen einen so hohen Gast aus deinem Herzen!“ (Rituale)

6. –7. Mai

Die apostolischen Werke der Bruderschaft haben verschiedene Rechtsformen: ein Exerzitienhaus, ein Seniorenheim, ein Verlag, die Schulen, die Priorate etc.

Am Anfang dieser Woche finden die jährlichen Rechenschafts-Sitzungen in Stuttgart statt. Ich danke den vielen Mitarbeitern für ihre umfassende Verwaltungsarbeit. Im Distriktsitz haben wir sehr gute Fachleute, die den Priestern, besonders dem Distriktökonomen Pater Gerd Heumesser, den Rücken freihalten.

Vom Generalhaus ist der Generalökonom Pater Emeric Baudot gekommen. Mein Nachfolger im Amt, Pater Stefan Pfluger, nimmt schon an den Sitzungen teil. Ich führe ihn in die vielfältigen administrativen Aufgaben ein, die ihn am 15. August erwarten werden. Seine größte Sorge wird aber den Seelen gelten, denen der Mitbrüder und der Gläubigen, die sich in der Not der Kirche an die Bruderschaft wenden.

11. Mai

Heute reise ich zum XII. Kongress des Civitas-Instituts nach Bonn. Eine sehr gute Teilnehmerzahl, interessante Vorträge und durchaus kontroverse Diskussionen zum Thema Wirtschaftsordnung.

Das Institut verleiht in Erinnerung an den im Jahr 2016 verstorbenen katholischen Philosophen Walter Hoeres die nach ihm benannte Gedenk-Medaille. Seine Witwe, Frau Barbara Hoeres, überreichte sie in diesem Jahr an den gelehrten Dominikaner Prof. Dr. Dr. Wolfgang Ockenfels.

12. Mai

Pater Martin Huber hat mich für die Fatima-Prozession in die Kapelle St. Konrad in Offenbarung eingeladen. Eine sehr angenehme Atmosphäre, mit vielen Jugendlichen und Familien. Erfreulich ist auch die Anwesenheit der Dominikanerinnen aus Rheinhausen.

Mariens reinstes Herz ermunterte die Hirtenkinder 1917 in Fatima zum eifrigen Gebet des Rosenkranzes und zu Akten der Sühne „für die Sünden, durch welche ER beleidigt wird, und um die Bekehrung der Sünder zu erlangen.“

17–19. Mai

Zusammen mit Pater Markus Pius Pfluger halte ich das Einkehrwochenende für Mütter im Exerzitienhaus Porta Caeli. Nebst dem gemeinsamen Gebet und den geistlichen Ansprachen werden auch Themen der Lebenshilfe und der Erziehung angesprochen.

Ich empfehle den Müttern das Buch „Das Kind in Dir muss Heimat finden“ von Stefanie Stahl. Es ist sehr hilfreich, um die persönlichen Wunden bei sich und bei den anderen zu verstehen und sie zu heilen. Auch ein neues Buch derselben Autorin ist für die Erziehung sehr nützlich: „Nestwärme, die Flügel verleiht“.

20. Mai

Der Priesterausflug der Patres des deutschen Distrikts führt alle Mitbrüder dieses Jahr in die Bischofsstadt Limburg. Der Besuch des wunderschönen romanisch-frühgotischen Doms St. Georg, malerisch auf einem Felsen über der Lahn gelegen, macht deutlich: Für die heilige Messe wurde dieses Bauwerk, Ausdruck des Glaubensgeistes unserer Vorfahren, errichtet.

Die Führung durch die Altstadt ist eine Reise in die deutsche Geschichte.

25.–26. Mai

Nach einem kurzen Besuch in der Herz-Jesu-Schule von Saarbrücken fahre ich nach Neustadt an der Weinstraße. Am Sonntag früh halte ich in der Kapelle Heilige Familie das Hl. Amt und am Abend begleite ich Pater Christoph Stigloher nach Vierheim. Die Kapelle dort ist dem hl. Josef geweiht. Die Kapellen und Priorate sind die Frucht der Opferbereitschaft vieler Gläubiger, die der Überlieferung treu bleiben wollten. Vor 50 Jahren begann Msgr. Lefebvre mit den Vorbereitungen für die Gründung eines Seminars. Was ist aus den bescheidenen Anfängen geworden! Welch großes Gottvertrauen hat unser Gründer Erzbischof Marcel Lefebvre im Sommer 1969 gezeigt!

28. Mai – 2. Juni

Zu einer Schulung im Gregorianischen Choral sind 20 Teilnehmer in den Schwarzwald gekommen. Zusätzlich zu den Proben des Gesangs gibt es eine Einführung in die Texte und den Geist der überlieferten Liturgie. Es ist sehr schön zu sehen, wie der Schatz der Gregorianik ganz unterschiedliche Menschen zusammenbringt.

„Es wird aber einem Klerus, der für die Sache Gottes Eifer hat, auch nicht schwerfallen, Choralscholen an kleineren und Landkirchen zu errichten. Ja, man wird darin ein ganz einfaches Mittel finden, Kinder und Erwachsene um sich zu sammeln zu deren Nutzen und zum trefflichen Beispiel für das Volk.“ (Hl. Pius X.)