30 Jahre Rosenregen am St.-Theresien-Gymnasium

26. Oktober 2021
Quelle: Distrikt Deutschland

Patronatsfest in Schönenberg

30 Jahre Rosenregen, so bezeichnete Pater Stefan Pfluger in seiner Festpredigt zum 30-jährigen Bestehen des Mädchengymnasiums des deutschen Distrikts am Samstag, den 2. Oktober 2021, die unzähligen Gnaden, auf die wir dieses Jahr zurückblicken dürfen.

30 Jahre Schulbetrieb in leichten und schwierigen Zeiten, 30 Jahre Internat mit all seinen erzieherischen Aufgaben und Herausforderungen, 30 Jahre stilles Wirken in den vielen unumgänglichen Bereichen eines derartigen Unternehmens: Es ist tatsächlich ein anhaltender Gnadenstrom – ein theresianischer Rosenregen, der den Mädchen unserer deutschen Lande und darüber hinaus seit 30 Jahren offensteht. 

Die Gnade einer katholischen Mädchenschule, sie wurde von vielen Eltern erbeten, von etlichen Wohltätern finanziell ermöglicht, von der Priesterbruderschaft St. Pius X. 1991 ins Leben gerufen und von Schwester Maria Michaela Metz mit unzähligen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen tatkräftig umgesetzt. Allen, die sich als Mittler und Vermittler dieses Werkes der Kirche zugunsten einer christlichen Gesellschaft zur Verfügung gestellt haben und heute und morgen noch stellen, sei hier ein tief inniger Dank ausgesprochen!

Ja, Danksagung und Freude lag in aller Herzen Munde und wollten sich an diesem Tag in Jubel wandeln. „Laudate Dominum“ (W.A. Mozart) erscholl es von der Kirchenempore über die betend vereinten Gäste, und neben dem gregorianischen Gesang der Schola erklang zur heiligen Festhandlung unter der Leitung von Dr. Johannes Laas die feierliche Messe C-Dur von Charles Gounod. Vor der Opferung stellte derselbe Schulchor mit einem mehrstimmigen „Sub tuum praesidium“ die ganze Schulgemeinschaft, ihre Anliegen und ihre Zukunft unter den Schutzmantel Mariens, bevor abschließend ein prächtiges Lied auf eine Komposition von Henry Purcell durch das Gotteshaus vibrierte und all seine lebendigen Steine im Lobpreis des Höchsten vereinte. Es waren ergreifende Momente, da Himmel und Erde sich derart berührten und unsern Bund aufs Neue besiegelten.

Das am Nachmittag unter der bewährten Regie von Schwester Michaela dargebotene, liebevoll ausgestattete und mit Herzblut gespielte weltliche Theaterstück „Die kluge Närrin“ von Lope de Vega (1562–1635) thematisierte nicht minder die umwandelnde Macht wahrer Liebe. Ein junges und allgemein für dämlich gehaltenes Mädchen verwandelt sich grundlegend – unter dem Einfluss der ihr entgegengebrachten Liebe – in ein anmutiges, selbstloses und intelligentes Geschöpf. 

Diese Liebe, so Mutter Maria Johanna in ihrer Begrüßungsrede, finden wir auch in der Persönlichkeit der heiligen Theresia vom Kinde Jesu wieder; von ihr sagt die heilige Edith Stein: „Thérèse war ganz Frau, und als Frau zugleich Trägerin einer einmaligen Sendung: der der ‚Wissenschaft der Liebe‘. Sie war ein Mensch, in dem die Liebe Gottes eine ganz persönliche Gestalt gewonnen hat.“ 

Die Liebe Gottes in jedem einzelnen jungen Menschen eine ganz persönliche Gestalt annehmen lassen – dies ist das hohe Ideal, welches letztlich die an unserem deutschen Mädchengymnasium gebotene Bildung und Erziehung erstreben. Es ist, nach den Worten unserer deutschen Heiligen – die selbst Lehrerin am Mädchengymnasium der Dominikanerinnen von Speyer war –, „unsere einmalige Sendung“.

Zwischen den verschiedenen Darbietungen wurden die gewährten Zeiten des Austausches und familiären Beisammenseins geschätzt. Denn Freundschaft und Bekanntschaft wollen gepflegt sein, gehören sie doch zu den schönen und gleichwohl stärkenden Früchten einer menschlichen Gemeinschaft.