100. Todestag Jacinta Marto

22. Februar 2020
Quelle: Distrikt Deutschland

Jacinta Marto ist das jüngste der drei Hirtenkinder von Fatima. Zusammen mit ihrem etwas älteren Bruder Francisco und ihrer Cousine Lucia de Santos durfte auch sie die Erscheinungen U. L. Frau von Fatima mit erleben. Nach dem Zeugnis von Lucia war es Jacinta, die von der Gottesmutter eine größere Fülle an Gnaden, ein besseres Verständnis Gottes und der Tugend erhielt, sowie auch eine besondere Liebe und Vertrautheit mit dem Unbefleckten Herzen Mariens.

Lucia bezeichnet die kleine Jacinta als von Natur aus etwas zimperlich und empfindsam. Sie zeigte sich schnell beleidigt und war danach nicht leicht zu trösten. Zudem hatte sie den Fehler, beim Spiel geizig zu sein. Sie hatte jedoch ein sehr gutes Herz und der gütige Gott hatte sie mit einem sanften und zutraulichen Charakter ausgestattet, der sie liebenswürdig machte. Schon als kleines Kind lernte sie den gekreuzigten Heiland mit großem Mitleid lieben; und als sie erfuhr, dass Jesus wegen unserer Sünden litt, wurde in ihr ein tiefer Abscheu vor der Sünde geweckt. Dies half ihr auch, ihre Unarten bald abzulegen.

Auf dem Weg zur Vollkommenheit

Bei den Erscheinungen U. L. Frau war Jacinta tief beeindruckt von der himmlischen Schönheit und Güte Mariens. Sie nahm alle Lehren mit tiefem Ernst auf und litt besonders wegen der Beleidigungen gegen das Unbefleckte Herz Mariens und wegen der vielen Seelen, die in die Hölle stürzten. Dies alles löste in ihr eine große Liebe zu Jesus, Maria und den Sündern aus und bewegte sie zu innigem Gebet und heldenhaftem Opfergeist. Lucia schreibt: „Die Vision der Hölle erfüllte sie mit solch tiefem Entsetzen, dass jegliche Buße und Demütigung ihr nichts bedeutete, wenn es nur die Seelen davor bewahren könnte dorthin zu gelangen. Sie sprach oft: „Wir müssen viel beten, um Seelen vor der Hölle zu retten. So viele kommen dort hin! So viele! Wie gern leide ich für unseren Herrn und Unsere Liebe Frau, nur um ihnen Freude zu bereiten! Sie lieben ja die, welche für die Bekehrung der Sünder leiden."

Die Missionarin

Das unbefleckte Herz Mariens formte die kleine Jacinta zu einer außergewöhnlichen Missionarin. Durch ihr Gebet gewann sie viele Sünder für Gott. So bekehrte sich eine Frau, welche die Kinder immer beschimpfte, wenn sie sie sah. Diese beobachtete einmal, wie Jacinta Hände und Augen zum Himmel erhob und innig ihr Aufopferungsgebet für die Bekehrung der Sünder darbrachte. Dies hatte sie so sehr beeindruckt, dass sie nun glaubte und die Kinder inständig bat, Unsere Liebe Frau zu bitten, dass ihre Sünden verziehen werden.

Ihre Vertrautheit mit dem Unbefleckten Herzen Mariens

Die Gottesmutter würdigte sich, die kleine Jacinta mehrmals persönlich zu besuchen. In Lissabon tröstete sie das Kind in seinem Leiden und offenbarte ihm ihre Herzensanliegen, die besonders heute für uns wichtig sind: „Die Menschen gehen verloren, weil sie nicht an das Leiden und Sterben unseres Herrn denken und nicht Buße tun. – Die Sünden der Welt sind sehr groß. Wenn die Menschen wüssten, was die Ewigkeit ist, würden sie alles tun, um ihr Leben zu ändern. – Es werden Moden aufkommen, die unseren Herrn sehr beleidigen. Die Kirche kennt keine Moden, unser Herr ändert sich nicht. – Die Muttergottes will mehr jungfräuliche Seelen, die sich durch das Gelübde der Keuschheit binden. Dem Leibe nach rein sein heißt, die Keuschheit bewahren. Der Seele nach rein sein heißt, nicht zu sündigen.“

Am 20. Februar kam die Gottesmutter selbst, um ihre kleine Dienerin von ihren schmerzlichen Qualen zu erlösen. In ihr haben wir nun ein schönes Beispiel, wie wir Jesus und Maria mehr lieben können.