„Du sagst es: Ich bin ein König“ – Drittordenstreffen in Porta Caeli 2021

23. November 2021
Quelle: Distrikt Deutschland
Drittordentreffen 2019

Vom 24. bis zum 26. September 2021 fand das alljährliche Drittordenstreffen in Porta Caeli statt.

Im Laufe des Freitagnachmittags füllte sich das Exerzitienhaus immer mehr mit den anreisenden Tertiaren. Die allgemeine Freude über das Wiedersehen und die bevorstehenden Tage geistlicher Erbauung war allen anzusehen, die religiöse Atmosphäre schien mit den Händen greifbar. Über das Wetter müsste man eigentlich kein Wort verlieren, der Schwarzwald präsentierte sich – wie immer – von seiner besten Seite und verwöhnte die Teilnehmer des Treffens mit herrlichem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen. Deo gratias!

Um für das Treffen den Segen Gottes herabzurufen, wurde um 18:00 Uhr eine heilige Messe vom Präses des Dritten Ordens, Pater Kasteleiner, gelesen. Anschließend rief die Hausglocke die Gemeinschaft zum Abendessen, gefolgt von der Gelegenheit, sich entweder neu kennenzulernen oder die schon bestehenden Kontakte zwischen den Mitgliedern neu aufzufrischen und zu vertiefen, freilich unter Beachtung der geltenden Infektionsschutzbestimmungen. Abschließend wurde in der Kapelle die Komplet verrichtet, bevor sich die Tertiaren zur wohlverdienten Nachtruhe begaben.

Der folgende Samstagmorgen wurde mit der gemeinsam rezitierten Prim eingeläutet, gefolgt von der heiligen Messe. Von den Morgenstunden bis zum Mittagessen wurde ein allgemeines Schweigen eingehalten, um besser in eine Stimmung des Gebetes zu gelangen und damit sich das über den Tag Gehörte in der Stille angemessen geistlich „verarbeiten“ ließ.

Nach dem gemeinsamen Frühstück hielt Pater Kasteleiner seinen ersten Vortrag. Dieser sowie alle darauf folgenden hatten ein Thema zum Inhalt, das den Kern der Spiritualität Erzbischof Lefebvres ausmachte: Das Königtum Jesu Christi. Alle Vorträge wurden inhaltlich dem Buch „Das geistliche Leben“ entlehnt. Dieses Werk beinhaltet eine Sammlung von mündlich vorgetragenen oder schriftlich aufgezeichneten Gedanken von Erzbischof Marcel Lefebvre und ist jedem Katholiken (oder solchen, die es werden wollen) zur Lektüre wärmstens empfohlen.

Im Folgenden entwickelte Pater Kasteleiner den Tertiaren die Begründung für das Königtum Christi. Dieses wurde schon im Alten Testament vorausgesagt und in den Evangelien bestätigt, vollendet durch das Selbstbekenntnis Jesu gegenüber Pilatus: „Du sagst es: Ich bin ein König“ (Joh 18,37).

Unser Herr Jesus Christus ist schon – naturgemäß – als Gottes Wort und Schöpfer aller Dinge König über alle Menschen. Darüber hinaus ist er auch als menschgewordener Erlöser der Menschheit König derselben. „Wenn ich über der Erde (am Kreuze) erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen“ (Joh 12, 32).

Jesus ist Mittelpunkt der gesamten Menschheitsgeschichte und König über alle geschaffenen Dinge, ja über das gesamte sichtbare und unsichtbare Universum.

Nur, wie gehen die Menschen in Kirche und Welt damit um? Wie steht es um die Anerkennung dieses Königtums Christi über die Gesellschaften und jede einzelne Seele? „Sie haben Ihn entthront“, lautet der Titel eines Buches Erzbischof Lefebvres. Wer ist damit zuvörderst gemeint? Die Welt, die sich der Lehre Christi und seiner Kirche schon seit jeher um des uneingeschränkten Genusses der irdischen Dinge willen verschlossen hat? Nein, viel schlimmer: die heutigen Kirchenfürsten und in deren Gefolge ein irregeleiteter Klerus, welcher sich im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil (und auch schon davor) in emotional geprägten Schwärmereien erging, anstatt die gesunde katholische Lehre laut und unverfälscht zu verkünden. Diese haben ihren Herrn und Meister zuerst entthront!

Wenn die „Stadt auf dem Berge“, die katholische Kirche, nun aber ihr Licht nicht mehr in die Welt hinausstrahlt, wie können wir dann erwarten, dass die weltlichen Regierungen und Gesellschaften der gesunden katholischen Lehre weiterhin anhangen? Wenn ein Blinder den anderen Blinden führt, fallen beide in die Grube …

Eine Gesundung von Kirche und Welt ist deshalb nur dann möglich, wenn sich die Menschen, die Gesellschaften, auf den Knien betend und büßend, demütig unter das süße Joch Ihres Königs Jesus Christus beugen und dessen Herrschaft feierlich anerkennen. Ohne diese Umkehr ist alles Mühen vergebens! An Gottes Segen ist alles gelegen …

Dieses Königtum muss in diesen gottlosen Zeiten von allen glaubenstreuen Menschen – nicht nur von den Priestern, sondern auch von den Laien! – beständig verkündet werden. Hierfür bedarf es nicht der vielen Worte, sondern vor allem einer vorbildlichen Lebensführung! Wir können nicht zwei Herren dienen. „Liebt nicht die Welt und was in der Welt ist! Wer die Welt liebt, hat die Liebe zum Vater nicht“ (1 Joh 2,15).

Im Anschluss an den ersten Vortrag fand man sich zum Mittagstisch zusammen, gefolgt von der Möglichkeit der Rekreation in der schönen Natur des Schwarzwaldes und einer Beichtgelegenheit. Hierfür stand dankenswerterweise auch der Leiter des Exerzitienwerkes, Pater Robert Schmitt, zur Verfügung, welcher mit seiner Anwesenheit die Gemeinschaft an allen drei Tagen bereicherte.

Nach einem weiteren Vortrag des Präses begab man sich zum Abendessen. Auch dieser Abend war der Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch gewidmet und wurde mit gemeinsamer Komplet beschlossen.

Wie schon am Samstag begann der Sonntag mit der Prim und wurde mit einem gesungenen Amt eingesegnet. Es folgte das Frühstück und der letzte Vortrag von Pater Kasteleiner. Mit einer Sakramentsandacht dankte die Gemeinschaft dem lieben Gott anschließend in gebührender Weise für die verflossenen Tage der Gnade. Mit dem gemeinsamen Mittagessen fand das Treffen schließlich seinen Abschluss. Der Dank des Dritten Ordens ergeht hier insbesondere an zwei Gläubige aus Saarbrücken, welche ihr Wochenende aufgeopfert haben, damit die Tertiaren nicht Hunger leiden mussten und leiblich gestärkt den geistlichen Übungen uneingeschränkt folgen konnten. Hierfür ein herzliches „Vergelt´s Gott“.