13. April - Hl. Hermenegild

Der König Hermenegild war der Sohn des Westgotenkönigs Leovigild. Auf eine Predigt des hochwürdigsten Bischofs Leander von Sevilla hin, mit dem ich lange freundschaftlich verbunden war, bekehrte er sich von der Irrlehre der Arianer zum katholischen Glauben. Sein arianischer Vater versuchte aber, durch Belohnungen und schließlich durch Drohungen ihn zur Rückkehr zur früheren Irrlehre zu bewegen. Der Sohn erwiderte ihm jedoch ganz entschieden, er werde nie mehr den wahren Glauben, den er einmal als richtig erkannt habe, aufgeben. Da nahm ihm der Vater voll Zorn alle Rechte und allen Besitz. Doch auch damit konnte er die Geistesstärke seines Sohnes nicht erschüttern. Da warf er ihn in ein enges Gefängnis und ließ ihm um Hals und Hände schwere Ketten legen. Der junge Prinz Hermenegild jedoch verachtete das irdische Reich und sehnte sich nur um so mehr nach dem himmlischen. In Bußkleidern und in Fesseln lag er da und flehte zum allmächtigen Gott um Stärkung. Um so hochherziger verzichtete er auf vergänglichen Glanz der Welt, je mehr er in seinen Fesseln einsah, wie nichtig alles gewesen, was man ihm genommen hatte.


Als das Osterfest kam, sandte der ketzerische Vater mitten in der Nacht einen arianischen Bischof zu ihm, damit er aus seiner Hand eine gottesschänderische Kommunion empfange; dann wollte ihn der Vater wieder in Gnade aufnehmen. 

Aber der gottergebene Mann machte dem arianischen Bischof, als er zu ihm kam, gehörige Vorwürfe und wies seine gottlose Zumutung mit entsprechender Schärfe zurück. 

Wenn er auch äußerlich in Ketten lag, so stand er doch innerlich fest und sicher und aufrecht da. Als der Bischof wieder zurückkam, geriet der arianische Vater in Wut und schickte sogleich seine Soldaten hin, um den standhaften Bekenner Gottes auf der Stelle zu töten. Das geschah denn auch. 

Gleich beim Eintritt spalteten sie ihm mit dem Beil den Schädel und nahmen ihm damit das leibliche Leben. Doch nur das konnten sie ihm nehmen; der Ermordete selbst hatte es ja auch ganz gering geachtet. Es fehlte aber auch nicht an himmlischen Wunderzeichen, um seine wirkliche Verherrlichung anzuzeigen. So konnte man in der Stille der Nacht an der Bahre des Königs und Märtyrers Psalmengesang vernehmen. Er war ja im wahren Sinne König, weil er auch Märtyrer wurde.

Einige berichten auch, man habe zur Nachtzeit dort brennende Lampen gesehen. So kam es denn auch, daß sein Leib wie der eines Märtyrers mit Recht von allen Gläubigen verehrt wurde. Auch der Vater, dieser gottlose Kindesmörder, wurde von Neue ergriffen und beweinte seine Tat. 

Doch reichte seine Reue nicht hin, daß er das Heil erlangt hätte. Wohl erkannte er, daß der katholische Glaube der wahre ist, aber aus Furcht vor seinem Volke trat er nicht dazu über. Als er krank wurde und es zu Ende ging, empfahl er jedoch dem Bischof Leander, den er früher heftig bekämpft hatte, seinen Sohn Rekkared, der noch in der Irrlehre verblieben war; an ihm möge er das Gleiche tun, was er an seinem Bruder durch seine Ermahnungen erreicht hatte. Dann starb er. Nach seinem Tode trat König Rekkared nicht in die Fußstapfen seines irrgläubigen Vaters, sondern in die seines Bruders, des Märtyrers; er wandte sich von der falschen arianischen Irrlehre ab und führte auch das ganze Volk der Westgoten zum wahren Glauben; ja, er gestattete niemand, in seinem Heere Dienste zu tun, der Häretiker und damit ein Gegner des Gottesreiches sein wollte. 

So wurde der Bruder des Märtyrers ein Verkünder des wahren Glaubens. Die Verdienste seines Bruders helfen auch ihm, daß er so viele in den Schoß des allmächtigen Gottes zurückführen kann.

Kirchengebet

O Gott, Du hast Deinen hl. Martyrer Hermenegild gelehrt, das irdische Königreich geringer zu werten als das himmlische; daher bitten wir Dich: laß uns nach seinem Vorbilde das Vergängliche verschmähen und nach dem Ewigen trachten. Durch unsern Herrn. 

Hl. König Hermenegild

Hermenegild - der Heermann der Vergeltung

Der junge Prinz Hermenegild jedoch verachtete das irdische Reich und sehnte sich nur um so mehr nach dem himmlischen.