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Zaitzkofen: Einkleidung, Tonsur und Niedere Weihen 2018

07. Februar, 2018

Am 2. und 3. Februar hat Weihbischof Bernard Tissier de Mallerais im Priesterseminar Herz Jesu in Zaitzkofen die Einkleidungs- und Weihezeremonien vorgenommen.

Am Fest Mariä Lichtmess wurden in Zaitzkofen sieben Seminaristen des Spiritualitätsjahres eingekleidet (ein Deutscher, ein Österreicher, ein Schweizer, ein Tscheche, ein Russe sowie zwei Polen). Gleichzeitig empfingen sechs Seminaristen des 2. bzw. 3. Jahrganges (zwei Deutsche, ein Schweizer, ein Franzose, ein Belgier und ein Pole) die Tonsur und wurden so in den Klerikerstand aufgenommen.

Weihbischof Tissier de Mallerais wendete sich in seiner Predigt zunächst an jene, die den geistlichen Talar empfingen. Dieser zeige durch Form und Farbe die Absage an die Welt und die Übergabe an Christus an. Der Talar sei eine Predigt zur Erbauung der Gläubigen, zur Erinnerung an das Ewige für die Gleichgültigen und für manche auch ein Stein des Anstoßes. Sie sollten wahre und durch ihr Leben überzeugende Apostel des Königtums Jesu Christi sein.

Die zukünftigen Kleriker ermahnte er, der Welt ganz zu entsagen. Gott sei von nun an ihr Erbteil und sie müssten mit Christus das Kreuz zum Heil der Welt auf sich nehmen. Der Bischof schloss mit folgenden Worten: „Sie gehören jetzt nicht mehr sich selbst, sondern der Kirche.“

Den neuen Klerikern schnitt er in Kreuzesform Haarbüschel ab, während sie den Psalmvers sprachen: „Der Herr ist mein Anteil und mein Becher; Du bist es, der mir mein Erbe zurückstellt.“ Anschließend bekleidete er sie mit dem weißen Chorhemd.

Am 3. Februar spendete Mgr. Tissier de Mallerais die Niederen Weihen. Diese wurden in der katholischen Kirche traditionell als Vorbereitung auf die Höheren Weihen (Subdiakon, Diakon, Priester) gespendet. Sie sind allesamt bereits im 3. Jahrhundert als feste Einrichtung bezeugt.

Sieben Seminaristen des 3. Jahres (je ein Deutscher, Österreicher, Schweizer, Franzose und Litauer sowie zwei Tschechen) erhielten die Weihen des Ostiariers (Türhüters) und Lektors, während fünf Seminaristen des 4. Jahres (drei Deutsche, ein Österreicher und ein Pole) zu Exorzisten und Akolythen geweiht wurden.

Der Bischof ging in seiner Predigt insbesondere auf die Weihe des Lektors und des Akolythen ein, wobei er sich auf die Texte der Weiheliturgie stützte. Vom Lektor werde verlangt, dass er „das Wort Gottes klar und deutlich, ohne lügenhafte Verstellung“ übermittle und selbst auch als Vorbild in die Tat umsetze. Das Wort Gottes müsse ohne Abstriche und ohne Ausschmückung weitergegeben werden, so wie es in der gesamten Tradition der Kirche rein und unverfälscht weitergegeben wurde. Heute gebe es in der Kirche überall Tendenzen, unliebsame Wahrheiten zu verschweigen oder in einem abweichenden Sinn zu interpretieren. So spreche man im Hinblick auf das Kreuzesopfer zwar zu Recht von der wunderbaren Liebe Christi zum Vater und zu uns, verschweige aber dabei, dass das Kreuz auch ein Sühnopfer für die Sünden der Menschen war, das gerade aus dieser Liebe heraus die Kraft der Wiedergutmachung habe.

Der Akolyth trägt bei der hl. Messe den Leuchter und bringt Wein und Wasser zum Altar, die in das Blut Christi verwandelt werden. Der Bischof zitierte aus der Weiheliturgie: „Ihr könnt Gott nicht gefallen, wenn ihr Gott das Licht in euren Händen vorantragt, dabei aber mit euren Werken der Finsternis dient und ein Beispiel der Treulosigkeit gebet … Seid daher bemüht in aller Gerechtigkeit, Güte und Wahrheit, dass ihr euch selbst, die anderen und die Kirche erleuchtet.“

Für jedes Apostolat sei die Güte den Seelen gegenüber wichtig, die Haltung des Wohlwollens. Ebenso aber müsse man wahr sein und den Menschen die ganze Wahrheit predigen, damit diese die Gnade der Rechtfertigung erlangen könnten.

Die hl. Weihen wurden durch die Überreichung jener Gegenstände übertragen, die für die jeweiligen Funktionen kennzeichnend sind: der Kirchenschlüssel für den Ostiarier, das Lektionar für den Lektor, das Rituale für den Exorzisten sowie Leuchter und Kännchen für den Akolythen.

Die Weihekandidaten übergaben bei der Opferung der hl. Messe dem Bischof eine brennende Kerze als Ausdruck ihrer Opfergesinnung. Sie erhielten als Erste aus seiner Hand die hl. Kommunion. Im Anschluss an die hl. Messe begab man sich mit den Familien der Weihekandidaten zum Festessen.