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Priesterweihen in Zaitzkofen 2017

04. Juli, 2017

Am Samstag, 1. Juli, dem Fest des kostbaren Blutes fand im kleinen, beschaulichen Dörflein Zaitzkofen wieder das jährliche Großereignis statt: die Priesterweihen im Priesterseminar der Priesterbruderschaft St. Pius X. Diesmal wurden zwei Priester geweiht.

Festlich geschmückt präsentierte sich das Schlossgebäude, welches die Räumlichkeiten für das Seminar bietet. Die Brüder und Seminaristen der Bruderschaft hatten den Schlosspark in eine Kathedrale unter freiem Himmel verwandelt: Hinter dem altehrwürdigen Gebäude, das als Hintergrundkulisse diente, wurde ein großes Zelt aufgerichtet, das den Altarraum für die Weihezeremonie bildete. Auf der angrenzenden Wiese wurden Bänke für die Austeilung der hl. Kommunion und für die etwa 2000 Gläubigen aufgestellt, die sich für die Weihen eingefunden hatten. Erstaunlich viele junge Familien mit Kindern und Jugendliche befanden sich unter den Anwesenden. Unter feierlichem Orgel- und Trompetenklang zogen der Weihespender, Mgr. Tissier de Mallerais, der Erste Assistent der Bruderschaft, Pater Niklaus Pfluger, 69 Priester und die Brüder und Seminaristen ein.

In seiner Predigt ging Mgr. Tissier de Mallerais auf die Bedeutung des Festes des Kostbaren Blutes und seine Verbindung zum Priestertum ein. Christus habe die Menschen durch das am Kreuz in höchster Liebe und Hingabe vergossene Blut erlöst. Er habe dem Vater so ein unendliches Opfer des Lobes dargebracht, aber auch ein Opfer der Sühne für die Sünden der Welt. Die Gerechtigkeit verlange Sühne für die Vergehen, und die Barmherzigkeit Gottes schenke uns den Erlöser. Als Priester seien die zukünftigen Priester berufen, die Menschen durch das Kostbare Blut Jesu zu reinigen, zu heiligen und zu retten. Dies geschehe vor allem durch das hl. Messopfer, wodurch das Opfer Jesu am Kreuz vergegenwärtigt und erneuert werde und die Verdienste Christi den Menschen zugewendet würden. Dies geschehe aber auch durch die Spendung der Sakramente, insbesondere der Taufe und der Beichte. Auch durch ihr persönliches Gebet und Opfer für die ihnen anvertrauten Seelen müssten die Priester an der Rettung der Seelen arbeiten. Der Bischof zitierte die Worte Mariens an die Seherkinder von Fatima: „Wenn ihr ein Opfer bringt, dann sagt: «O Jesus, es ist aus Liebe zu Dir, für die Bekehrung der Sünder und zur Sühne für die Sünden, die gegen das unbefleckte Herz Mariens begangen werden.»“

Anschließend wurden die Weihekandidaten (ein Deutscher und ein Tscheche) vom Erzdiakon aufgerufen. Dieser wandte sich an den Bischof und sprach: „Hochwürdigster Vater, die heilige Mutter, die katholische Kirche verlangt, dass Ihr die hier gegenwärtigen Diakone zur Bürde des Priestertums erheben möget.“ Darauf fragte der Weihespender: „Weißt Du, ob sie würdig sind?“ Worauf der Erzdiakon erwiderte: „Soweit menschliche Gebrechlichkeit es zu erkennen vermag, weiß ich und bezeuge, dass sie der Bürde dieses Amtes würdig sind.“

Danach wandte sich der Bischof an das Volk und forderte es auf, man möge es vorbringen, wenn etwas gegen die Weihe eines der Kandidaten spreche. Anschließend wandte er sich an die Weihekandidaten und ermahnte sie zu einem keuschen und heiligen Leben. Er sprach: „Erkennet, was Ihr tut! Ahmet nach, was Ihr vollzieht! Wenn Ihr also das Geheimnis des Todes des Herrn feiert, so seid bedacht, in Euren Gliedern alle Laster abzutöten! … Der Wohlgeruch Eures Lebens sei eine Erquickung für die Kirche Christi.“

Sodann begaben sich die Weihekandidaten vor den Bischof und warfen sich zum Zeichen ihrer gänzlichen Hingabe an Gott auf ihr Angesicht nieder, während die Allerheiligenlitanei gesungen wurde.

Anschließend legte der Bischof jedem Kandidaten beide Hände auf, worauf alle anwesenden Priester ihnen ebenfalls die Hände auflegten. Dann stimmte der Bischof die Weihepräfation an und sprach die Worte der sakramentalen Form der Priesterweihe: „Verleihe, so bitten wir, allmächtiger Vater, diesen deinen Dienern die Würde des Priestertums; erneuere in ihren Herzen den Geist der Heiligkeit, damit sie das von Dir, Gott, empfangene Amt des zweiten Ranges festhalten und durch das Beispiel ihres Lebenswandels die Zucht der Sitten fördern.“

Dann zog der Bischof den Neupriestern jeweils die Stola über die rechte Schulter und legte sie kreuzweise übereinander mit den Worten: „Nimm hin das Joch des Herrn: denn Sein Joch ist süß und seine Bürde leicht.“

Danach legte er ihnen das Messgewand an und sprach: „Nimm hin das priesterliche Gewand, das die Liebe versinnbildet, denn Gott ist mächtig, Dir die Liebe vollkommen zu machen.“

Es folgte die Salbung der Hände der Neugeweihten mit folgenden Worten: „Weihen und heiligen mögest Du, o Herr, diese Hände durch diese Salbung und unsere Segnung. Damit alles, was sie segnen werden, gesegnet sei und was sei weihen werden, geweiht und geheiligt sei, im Namen unseres Herrn Jesus Christus.“

Der Weihespender reichte im Anschluss daran jedem Neupriester den Kelch mit Patene und Hostie, wobei er sprach: „Empfange die Gewalt, das Opfer Gott darzubringen und Messen zu lesen, sowohl für die Lebenden als für die Verstorbenen, im Namen des Herrn.“

Nun brachten die neuen Priester zusammen mit dem Bischof ihr erstes hl. Messopfer dar und empfingen aus seinen Händen die hl. Kommunion. Vor dem Auszug spendeten die Neupriester den versammelten Gläubigen den allgemeinen Primizsegen. Nach dem Auszug konnten die Anwesenden noch den persönlichen Segen der frisch Geweihten empfangen.

Am nächsten Tag, Sonntag, 2. Juli, feierten die beiden Neupriester ihre Primizen. Einer von ihnen um 8:00 Uhr in der Seminarkapelle, der andere um 9:30 Uhr im Weihezelt vor einer zahlreich versammelten Gläubigenschar.