FSSPX Nachrichten & Veranstaltungen

Niederlande: Die Bruderschaft stellt Kirche in Utrecht wieder her

21. November, 2017

Am 12. November 2017, einen Tag nach Sankt Martin, dem Patronatsheiligen der Erzdiözese Utrecht, hat Bischof Fellay, Generaloberer der Priesterbruderschaft St. Pius X., die Kirche des heiligen Willibrord wieder konsekriert. Sie liegt im historischen Zentrum der Stadt Utrecht. 600 Gläubige aus den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Deutschland waren anwesend.

Die Zeremonie begann mit dem Ritus der Rekonziliation, die das römische Pontifikale vorschreibt, um ein bereits konsekriertes Gebäude für den katholischen Gottesdienst wieder zu heiligen. Das geschieht vor allem dann, wenn die Kirche durch weltliche Verwendung entweiht wurde. Zunächst weihte der Bischof das „Gregorianische Wasser“, eine Mischung aus Wasser, Wein, Salz und Asche, um damit die Wände und den Boden in Kreuzesform zu besprengen. Dadurch wird die profanierte Kirche wieder für den Gottesdienst geheiligt.

In seiner Predigt erinnerte Bischof Fellay die Gläubigen daran, dass die künstlerische Schönheit dieses Gotteshauses die Schönheit Gottes widerspiegelt, von dem wiederum die christliche Seele ein Ebenbild ist. Er betonte, dass dieses sakrale Gebäude für die traditionelle Liturgie wiederhergestellt wurde, für die es gebaut worden war und die – entgegen anderslautenden Behauptungen – „nie abgeschafft wurde“, wie der ehemalige Papst Benedikt XVI. in seinem Motu Proprio Summorum Pontificum am 7. Juli 2007 erklärte.

Der Zeremonie folgte ein Pontifikalamt, zelebriert vom Bischof, geleitet von Seminaristen aus Zaitzkofen und begleitet von den Klängen der prächtigen Orgel sowie barocken Meisterstücken, die exzellent vorgetragen wurden.

Nach einem kleinen Aperitif, an dem die meisten Gläubigen teilnahmen, endete der Tag mit der eucharistischen Anbetung und dem Rosenkranzgebet in dieser herrlichen Kirche, die fürderhin allein dem wahren Gottesdienst geweiht sein wird.

Die Kirche wurde um 1870 gebaut zur Zeit der Wiederherstellung der katholischen Regentschaft in den Niederlanden. Inmitten der historischen Altstadt Utrechts gelegen, ist sie eine der versteckten Perlen der Stadt und eine der schönsten neugotischen Kirchen des Landes. Die Priesterbruderschaft St. Pius X. hat wahrlich ein Juwel erworben.

Reich geschmückt und durch Restaurierungsarbeiten gut erhalten ist das Prachtgebäude ein herrliches Beispiel für den Geist mittelalterlicher Kunst, noch vor dem Calvinistischen Bildersturm. Die Orgel von Michael Maarschalkerweed ist eine der großen Attraktionen des Gebäudes.

Nach dem Zusammenbruch im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde beschlossen, diesen architektonischen Schatz zu zerstören. Dank des Widerstandes von Pater Winand Kotte wurde er gerettet. Die Kirche ist nun als historisches Denkmal klassifiziert und als Objekt für das europäische Kulturerbe vorgesehen.

Mit der Wiederherstellung des Gottesdienstes in einem neugotischen Prachtbau, der dem heiligen Willibrord (657-739) geweiht ist (Apostel der Friesen und der Niederlande, sein Fest wird am 7. November gefeiert), bezeugt die Priesterbruderschaft St. Pius X. ihre konkrete Vorstellung von der Verwirklichung des Wahlspruches ihres heiligen Patrons: „Omnia instaurare in Christo – Alles in Christus erneuern.“

Bilder von der Konsekration des Kirche des hl. Willibrod durch Bischof Bernard Fellay finden Sie in der Bildergalerie unten.