FSSPX Nachrichten & Veranstaltungen

Montag nach dem 3. Fastensonntag

19. März, 2017

«Gieße, o Herr, wir bitten Dich, huldvoll deine Gnaden in unsere Herzen, auf daß wir, die wir uns der Fleischspeisen enthalten, so auch unsere Sinne von allen schädlichen Ausschweifungen zurückziehen. Durch unseren Herrn Jesus Christus ... . Amen. (Kirchengebet am Montag nach dem Sonntag Oculi) 

Zusammenkunft war in Sankt Hadrian. Der große Saal des alten Senatsgebäudes wurde in der christlichen Ära Roms in eine Diakonie umgewandelt und vom Papst Honorius (625-38) dem Andenken des hochverehrten Maryrers Hadrian von Nikomedien geweiht. In der byzantinischen Periode war der Kult des Heiligen in Rom sehr verbreitet und gab es mehrere Kirchen und Klöster, die seinen Namen trugen.

Die Station ist an diesem Tag in der Kirche des heiligen Markus. Diese wurde in den letzten Regierungsjahren des ersten christlichen Kaisers Konstantin von dem heiligen Papste gleichen Namens zu Ehren des Evangelisten Markus erbaut. Unter ihren Reliquien bewahrt sie auch die sterblichen Überreste ihres Erbauers.

Die prunkvolle Fassade und das barocke Innere beeindrucken jeden Besucher. In der Krypta werden die Reliquien der hl. Abdon und Sennen verehrt, die unter Decius (250) von Gladiatoren getötet wurden, nachdem die Löwen sich geweigert hatten, sie zu zerreißen.

 

Lesung (4 Reg, 5, 1-15):

In jenen Tagen stand Naaman, ein Heerführer des Königs von Syrien bei seinem Herrn in hohen Ansehen und hoher Achtung. Denn der Herr hatte durch ihn Aram den Sieg verschafft. Der Mann war ein Kriegsheld, aber aussätzig. Nun zogen die Aramäer auf einen Streifzug und raubten dabei aus dem Lande Israel ein junges Mädchen. Sie wurde bei Naamans Weib Dienerin. 

Sie sprach zu ihrer Herrin: "Ach, stünde mein Herr vor dem Propheten zu Samaria! Er heilte ihn von seinem Aussatz." 

Da ging dieser und meldete seinem Herrn : "So und so hat das israelitische Mädchen gesprochen." 

Der König von Aram sprach: "Ziehe nur hin. Ich gebe einen Brief mit an den König von Israel." Da zog er hin und nahm zehn Talente Silber, sechstausend Goldstücke und zehn Festkleider mit. 

Dann übergab er dem König von Israel den Brief, in dem stand: "Wenn dieser Brief zu dir kommt, sende ich dir meinen Diener Naaman. Befreie ihn vom Aussatz!" 

Als aber der König von Israel den Brief gelesen hatte, zerriß er seine Gewänder und sprach: "Bin ich denn ein Gott, der töten und beleben kann, daß er zu mir schickt, einen Mann von seinem Aussatz zu befreien? Seht, daß er nur Streit mit mir sucht!" 

Als aber der Gottesmann Elisäus hörte, der König von Israel habe seine Gewänder zerrissen, sandte er zum König und ließ ihm sagen: "Warum zerreißest du deine Kleider? Er komme nur zu mir, und er wird erfahren, daß es in Israel einen Propheten gibt." 

Naaman kam nun mit seinen Rossen und Wagen und hielt vor der Haustür des Elisäus. 

Elisäus sandte einen Boten zu ihm und ließ sagen: "Geh und bade siebenmal im Jordan! Und dein Leib sei wiederhergestellt! Geh und werde rein!" 

Da ging Naaman unwillig davon und sprach: "Ich habe gedacht, er käme zu mir, träte hin und riefe den Namen des Herrn, seines Gottes, an und bewegte seine Hand gegen den Ort und entfernte den Aussatz." 

Sind nicht Abana und Parpar, die Flüsse von Damaskus, besser als alle Gewässer Israels? Kann ich nicht darin baden und rein werden?" Also wandte er sich und ging zornig davon.

Da traten seine Diener heran, sprachen zu ihm und sagten: "Mein Vater! Hätte der Prophet etwas Schwieriges von dir verlangt, würdest du es nicht tun? Wieviel mehr, da er dir sagt: ‘Bade, und du wirst rein!’" 

Da stieg er hinab und tauchte siebenmal im Jordan unter, nach des Gottesmannes Wort. Da ward sein Leib wieder wie der eines kleinen Knaben. Und er ward rein.

Da kam er zu dem Gottesmann zurück mit seinem ganzen Gefolge. Er kam, trat vor ihn und sprach: "Nun weiß ich, daß auf der ganzen Erde kein Gott ist, außer in Israel.“

 

Auslegung der Lesung: «Die heutige Schriftperikope ist mit Rücksicht auf die orientalische Abstammung der Schutzheiligen der Basilika gewählt. Sie erzählt vom Syrer Naaman, der die üppigen Bäder von Damaskus verließ, und durch ein Bad im Jordan von seinem Aussatz geheilt wurde. Die Lesung ist sehr lehrreich für die Katechumenen, die gerade tags zuvor mit dem vorbereitenden Unterricht auf die Taufe begonnen hatten. Wie Tertullian berichtet, taufte der hl. Petrus im Tiber. Wenn die Taufkandidaten vom Aussatz des Unglaubens und der Erbsünde befreit werden wollen, müssen sie zuerst demütig werden, die Flüsse von Damaskus, d.h. die Quellen des alten Sinnenlebens, verlassen und untertauchen in die reinen Wasser der hl. Taufe.» (Sel. Ildefons Kardinal Schuster OSB, 1880-1954)

«Der Aussatz Naamans bedeutet die Sünde. Um diese ekelhafte Krankheit los zu werden, gibt es für den syrischen Heeresfürst nur ein Mittel. Er muß sich siebenmal in den Fluten des Jordans baden und dann wird er geheilt sein. Der Heide, der Ungläubige, das Kind, das mit der Erbsünde behaftet, geboren wird, alle können gerecht und heilig werden, aber nur durch das Wasser, und durch die Anrufung der allerheiligsten Dreifaltigkeit. Naaman findet ein solches Mittel zu gemein. Er zweifelt, er zögert, in seiner menschlichen Weisheit möchte er ein Mittel, das seiner würdiger wäre. Er will ein offenkundiges Wunder, das ihm ebenso, wie dem Propheten, zur ehre gereichen könnte.

Naaman, das Bild der heidnischen Welt, entschloß sich endlich, zu glauben und sein Glaube wurde durch eine vollständige Heilung belohnt. Sein, vom Aussatz gereinigter Körper glich dem eines Kinder, bei welchem die Quellen des Leben noch durch nichts getrübt sind. Preisen wir Gott, der dem Wasser diese Kraft gegeben und durch seine Gnade in gehorsamen Seelen jenen Glauben erzeugt, dem er einen so köstlichen Lohn vorbehalten hat.» (Dom Prosper Gueranger, 1805-1875)

«Der Prophet Elisäus heilt den Syrer Naaman, indem er ihm befiehlt, sich siebenmal im Jordan zu waschen. Der aussätzige, aber trotz seiner schrecklichen Krankheit stolze Fremdling ist fast gekränkt darüber, daß der Seher Israels bei ihm keinen feierlichen Ritus und keine außergewöhnlichen Mittel anwendet. Ja, Elisäus verläßt nicht einmal sein Haus, um dem Syrer entgegen zu kommen, sondern läßt ihm durch einen Diener mitteilen, er möge sich im Jordan waschen. Ähnlich handelt auch Gott. Er besiegt den Stolz Satans durch ganz geringe Mittel, durch die Sakramente und Sakramentalien, um den bösen Feind noch tiefer zu demütigen. Naaman muß, wenn er geheilt werden will, zuerst allen Eigendünkel ablegen, sich als unrein bekennen und sich dann im Jordan waschen, in jenem Fluß, an dessen Ufern einige Jahrhunderte später Johannes die Bußtaufe, ein Vorbild unserer christlichen Taufe spendete.» (Kardinal Schuster, +1954)

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas (4, 23-30):

In jener Zeit sprach Jesus zu den Pharisäern [in Nazareth]: „Ihr werdet Mir freilich das Sprichwort entgegenhalten: Arzt, heile Dich selbst! Die großen Werke, von denen wir gehört haben, daß sie in Kapharnaum geschehen sind, tu auch hier in Deiner Vaterstadt.“ Und Er fuhr fort: „Wahrlich, Ich sage euch, kein Prophet ist willkommen in seiner Heimat. In Wahrheit sage Ich euch: Es gab viele Witwen zur Zeit des Elias in Israel, als der Himmel drei Jahr und sechs Monate verschlossen war und über das ganze Land eine große Hungersnot kam. Aber zu keiner von ihnen ward Elias gesandt, außer zu einer Witwe in Sarepta in der Landschaft Sidon. So gab es auch zur Zeit des Propheten Elisäus in Israel viele Aussätzige, aber keiner von ihnen wurde gereinigt, sondern nur Naaman, der Syrer.“ Bei diesen Worten wurden alle in der Synagoge voll Zorn. Sie sprangen auf, stießen Ihn zur Stadt hinaus und führten Ihn an den Rand des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war, um Ihn hinabzustürzen. Er aber ging schritt mitten durch sie und ging hinweg.»

 

Auslegung des Evangeliums: «Das Evangelium steht in Zusammenhang mit der vorhergehenden Lesung aus dem Alten Testament. Der Heiland spricht in der Synagoge zu Nazareth harte Worte über seine Mitbürger aus, weil sie ebenso ungläubig sind wie ihre Vorfahren. Diese zwangen den Propheten nur für Fremdlinge Wunder zu wirken. Eine Tatsache, die auch uns eine Warnung sein sollte. Wie oft sucht Gott mit überreichen Gnaden einzelne bevorzugte Seelen heim, findet aber nur wenig Entgegenkommen, bald sogar geistige Trägheit und Überdruß, Sakramente, Predigten und geistliche Übungen, die oft ein Sünderherz erweichen, machen auf diese Seelen keinen Eindruck. Sie sind lauf und fast teilnahmslos gerade gegen das Übermaß der göttlichen Gaben, vergleichbar mit jenen Kranken, welche die Speisen nicht mehr verarbeiten können, die sie zu sich nehmen.» (Kardinal Schuster, +1954)

«Der erschreckende Ratschluß des Herrn, sein Licht von einem Volk auf das andere zu übertragen, reizte die Pharisäer von Nazareth gegen den Messias auf. Sie wußten, daß Jesus, der damals noch am Beginn seiner Predigtarbeit war, soeben in Kapharnaum große Wunder gewirkt hatte. Sie wollten daher, daß auch ihre kleine Stadt durch solche Wunder ausgezeichnet würde. Aber Jesus wußte wohl, daß sie sich daraufhin nicht bekehrten. Kannten sie ihn auch nur? Er war unter ihnen dreißig Jahre alt geworden, zunehmend immer an Weisheit und Alter vor Gott und den Menschen (Lukas 2, 52).  Aber diese Mächtigen der Welt schenkten dem armen Arbeiter, dem Sohn des Zimmermanns, wenig Aufmerksamkeit. Wußten sie auch nur, daß Jesus, trotz seines langen Aufenthaltes in Nazareth, nicht in dieser Stadt, sondern in Bethlehem geboren war? In der Synagoge von Nazareth (Lukas 4, 16-22) hatte er eben vor ihnen den Propheten Isaias beredsam und in gnadenreichen Worten erklärt. Er verkündete, daß die Zeit der Barmherzigkeit gekommen sei. Seine Rede erstaunte zwar alle Anwesenden und riß sie zur Bewunderung hin. Aber die in der Stadt wohnenden Schriftgelehrten waren von seinen Worten weniger betroffen, als von dem Gerüchte der Wunder, welche er im Nachbarland gewirkt hatte. Sie wollten ihn also auch vor ihren Augen irgendein Wunder tun sehen. Da sie dies aber nur für ein leeres Schauspiel gehalten hätten, so erhielten sie keines. Mögen sie sich der Rede erinnern, die Christus in der Synagoge  gehalten, mögen sie namentlich über die Worte zittern, die Jesus über die Umkehr der Heiden gesprochen hatte. aber der göttliche Prophet wird in seiner eigenen Stadt nicht gehört und hätte nicht seine Allmacht ihn dem Grimme seiner unwürdigen Mitbürger entzogen, so wäre das Blut des Gerechten schon an diesem Tag vergossen worden. Denn das ist der traurige Ruh des undankbaren Jerusalem, daß es die Propheten mordet (Lukas 13, 34).» (Dom Gueranger, +1875)

 

Gebet  über das Volk

Lasset uns beten!

Neiget in Demut euer Haupt vor Gott!

«Deine Barmherzigkeit, o Herr, komme uns zu Hilfe; so werden wir aus den Gefahren, die wegen unsrer Sünden uns drohen, durch Deinen Schutz entrissen und durch Deine befreiende Hand errettet. Durch unsern Herrn Jesus Christus ... Amen.»

Bild: Basilika San Marco in Rom.