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Kommunionspendung an Nicht-Katholiken

23. Februar, 2018

Die im Pressebericht zur Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz 2018 in Ingolstadt angekündigte Stellungnahme „über die Möglichkeit des Kommunionempfangs des nichtkatholischen Partners“ in konfessionsverschiedenen Ehen fügt sich ein in eine lange Reihe von Fehlentscheidungen der sogenannten Liturgiereform (Handkommunion, Laienkommunionspender, Reduzierung vieler Zeichen der Ehrfurcht etc.).

Diese haben auf dem Gebiet des Glaubens an die Wahrheit der allerheiligsten Eucharistie zu einer Situation geführt hat, deren katastrophalen Folgen offen vor aller Augen liegen. In den Pfarreien zeigt die pastorale Praxis längst, dass einfach jeder Gottesdienstbesucher, unabhängig von seiner persönlichen Situation, die hl. Kommunion empfangen kann.

Bis zum II. Vatikanum war es allen Katholiken klar, dass Sakramentengemeinschaft die Kirchengemeinschaft voraussetzt. Das kommt im alten Kirchenrecht (CIC von 1917) zum Ausdruck (Can. 731 § 2):

Vetitum est Sacramenta Ecclesiae ministrare haereticis aut schismaticis, etiam bona fide errantibus eaque petentibus, nisi prius, erroribus reiectis, Ecclesiae reconciliati fuerint.“ – „Es ist verboten, die Sakramente der Kirche Häretikern oder Schismatikern zu spenden, auch wenn sie sich gutgläubig im Irrtum befinden und um diese bitten, es sei denn, dass sie zuvor ihre Irrtümer verworfen haben und mit der Kirche ausgesöhnt worden sind“.

Die vom II. Vatikanum verursachten nachkonziliaren ökumenischen Entscheidungen haben große Verwirrung in der seelsorglichen Praxis hervorgerufen. Der neue Kodex des kirchlichen Rechts von 1983 in Can. 844 und die „Ökumenischen Direktorien“ von 1967/70 und 1993 wären hier zu nennen. Es gibt einen unbestreitbaren Zusammenhang zwischen dem Niedergang des kirchlichen Lebens und dem Umgang mit dem eucharistischen Geheimnis.

Das allerheiligste Altarsakrament, das Sakrament der kirchlichen Einheit, soll unter dem Deckmantel einer sogenannten Einzelfallentscheidung an Nicht-Katholiken gespendet werden. Dem Indifferentismus wird dadurch weiter die Tür geöffnet. Viele Priester werden in tiefe Gewissenskonflikte gestürzt. Durch die Bischöfe wird der seit 50 Jahren zu beobachtende Missbrauch der Interkommunion, der sich überall in den deutschen Pfarreien ausgebreitet hat, weiter gutgeheißen.

Das von den Bischöfen angeführte „schwerwiegende geistliche Bedürfnis“ bzw. „eine schwere geistliche Notlage“ kann nur durch den Eintritt in die katholische Kirche gestillt bzw. aufgehoben werden. Die Entscheidung der Bischofskonferenz können wir im Namen unseres katholischen Glaubens nur bitter beklagen. Sie verlangt nach Korrektur und Sühne.

Wir flehen unsere Oberhirten an, um des Heiles der Seelen willen vom Weg eines falschen Ökumenismus abzulassen.

 

22. Februar 2018, am Fest der Kathedra Petri

Pater Firmin Udressy, Distriktoberer