Indien: Die Kirche erinnert daran, dass Yoga nicht katholisch ist

2018
Quelle: Séminaire Ecône

Die Praktik des Yoga ist unvereinbar mit der christlichen Lehre, so lautet ein Bericht der syro-malabarischen Kirche, einer der drei Riten, die in der katholischen Bischofskonferenz Indiens vertreten sind.

Der Bericht der Glaubenskommission erschien in der letzten Bekanntmachung der Eparchie von Mananthavady und trägt den Titel: „Yoga und katholischer Glaube.“ Er verdeutlicht, dass Yoga und Christentum unvereinbar sind und dass die nationalistischen Hindu-Gruppen, wie die Sangh Parivar, „versuchen, das Yoga auszunutzen, um ihre Ziele zu erreichen, die nichts anderes als politisch und sektiererisch sind“. 

Der syro-malabarische Lagebericht ruft zu einer „erneuten Untersuchung des Yoga“ auf, zu einem Zeitpunkt, da „die Regierung sich dafür einsetzt, die Teilnahme am Yoga in den Schulen verpflichtend zu machen und es als einen vollwertigen Teil der indischen Kultur zu präsentieren.“

Es ist nicht das erste Mal, dass die syro-malabarischen Bischöfe sich zu diesem Thema äußern. Letztes Jahr erklärten sie, dass „Yoga kein Mittel zur Erreichung des Göttlichen ist, auch wenn es zur physischen und geistigen Gesundheit beitragen kann.“

Yoga bezeichnet ein Zusammenspiel von physischen, geistigen und spirituellen Praktiken, welche aus Indien stammen und nun weltweit verbreitet sind. Es vereint Körper- und Atmungsübungen. Im Hinduismus ist es auch eine Art Einführungsreise, die darauf abzielt, eine angebliche Begegnung mit dem Göttlichen zu erfahren. In indischen Schulen ist die Teilnahme am Yoga verpflichtend, und jedes Jahr am 21. Juni organisieren die Schulen Aktivitäten und Veranstaltungen zu diesem Thema.

Die Aktivisten und die intellektuellen Hindus kämpfen schon lange darum, diese Veranstaltungen verpflichtend zu machen. Dabei werden alle Schüler, egal welcher Religionszugehörigkeit, dazu gezwungen, sakrale hinduistische Lieder zu singen.

„Im Yoga gibt es keinen Platz für Gott“, bestätigt die syro-malabarische Glaubenskommission. Deren Vorsitzender, Kardinal Joseph Kallarangatt, warnt außerdem „vor der Gefahr der körperlichen Gesten und Übungen, die in sich selbst schon götzendienerisch geworden sind.“

Eine heilsame Klarstellung

Vom Geburtsort des Yogas aus erheben die Bischöfe Indiens ihre Stimme, um die Praktik des Yoga und seiner götzendienerischen Abwandlungen zu verurteilen. Mögen ihre Verurteilung auch im Abendland gehört werden, wo es nicht selten vorkommt, dass katholische Gemeinden, Klöster oder Pfarreien ihren Gläubigen diese Art von Aktivität anbieten. Es hat sich nämlich eine Spielform des "verchristlichten Yoga" entwickelt. Im Namen der Inkulturation, der Entspannung und einer gewissen Suche nach Wohlfühlen aber auch mit dem Ziel, neue Formen des Gebetes kennen zu lernen, werden der Körper und die Sinne in den Vordergrund gestellt.

So will die Lotus-Position den Betstuhl ablösen und das Gefühl soll den Glaubensakt ersetzen. Offensichtlich haben die modernen Katholiken ihren eigenen Traditionen entsagt, um die der Andersgläubigen zu übernehmen. Es handelt sich dann nicht mehr einfach um Gymnastik, sondern um eine religiöse Praktik, die schnell zweideutig wird … selbst wenn die hinduistischen Mantras durch Bibelverse ersetzt werden.

Die syro-malabarischen Bischöfe haben die Tatsache gut verstanden: Es ist unmöglich, die christliche Lehre mit der Philosophie der Yogi zu versöhnen. Don Gabriele Amorth (1925-2016), der während 30 Jahren Exorzist der Diözese Rom war, stellte unerschrocken fest: „Yoga zu praktizieren ist diabolisch. Man glaubt, nur eine erfüllende Tätigkeit zu auszuüben, aber sie führt zum Hinduismus.“ Sie entfernt vom Glauben und führt zur Apostasie.

Was dem Yoga als Gebets- und Meditationstechnik solchen Erfolg bereitet, ist die radikal veränderte Sichtweise, mit welcher die anderen Religionen seit dem 2. Vatikanischen Konzil im Namen des Ökumenismus und des interreligiösen Dialogs betrachtet werden. Die Erklärung Nostra aetate vom 28. Oktober 1965 entwickelt eine positive, ja sogar lobende Annäherung an den Hinduismus und den Buddhismus und benutzt dabei Ausdrücke, die allen heiligen Predigern und katholischen Missionaren fremd waren.

Eine teuflische Neuerung

So erklärt das Konzil: „ Im Hinduismus erforschen die Menschen das göttliche Geheimnis und bringen es in einem unerschöpflichen Reichtum von Mythen und in tiefdringenden philosophischen Versuchen zum Ausdruck und suchen durch aszetische Lebensformen oder tiefe Meditation oder liebend-vertrauende Zuflucht zu Gott Befreiung von der Enge und Beschränktheit unserer Lage. In den verschiedenen Formen des Buddhismus wird das radikale Ungenügen der veränderlichen Welt anerkannt und ein Weg gelehrt, auf dem die Menschen mit frommem und vertrauendem Sinn entweder den Zustand vollkommener Befreiung zu erreichen oder – sei es durch eigene Bemühung, sei es vermittels höherer Hilfe – zur höchsten Erleuchtung zu gelangen vermögen. (…) Die katholische Kirche lehnt nichts von alledem ab, was in diesen Religionen wahr und heilig ist. Mit aufrichtigem Ernst betrachtet sie jene Handlungs- und Lebensweisen, jene Vorschriften und Lehren, die zwar in manchem von dem abweichen, was sie selber für wahr hält und lehrt, doch nicht selten einen Strahl jener Wahrheit erkennen lassen, die alle Menschen erleuchtet. 
Unablässig aber verkündet sie und muss sie verkündigen Christus, der ist "der Weg, die Wahrheit und das Leben" (Joh14,6), in dem die Menschen die Fülle des religiösen Lebens finden, in dem Gott alles mit sich versöhnt hat. Deshalb mahnt sie ihre Söhne, dass sie mit Klugheit und Liebe, durch Gespräch und Zusammenarbeit mit den Bekennern anderer Religionen sowie durch ihr Zeugnis des christlichen Glaubens und Lebens jene geistlichen und sittlichen Güter und auch die sozial-kulturellen Werte, die sich bei ihnen finden, anerkennen, wahren und fördern“ (sic).

Es entspricht der Absicht des Konzils, dass die Christen von anderen Religionen lernen, und zwar sogar von den nicht-christlichen, sogar von denen, die dem wahren Glauben an Christus als dem einzigen Erlöser der Menschen feindselig gegenüberstehen. Solche Aussagen sind in 2000 Jahren Christentum noch nie gehört worden. Der Text beinhaltet eine Gutheißung von Praktiken, Lehren und Riten, die den wahren Gott, so wie er sich in der Offenbarung zu erkennen gegeben hat außer Acht lassen, ebenso den vollkommenen Akt der Anbetung des wahren Gottes, das heilige Messopfer.

Während die vom Konzil geprägten Kirchenmänner vorgeben, nichts von ihrer Sendung, Christus zu verkünden aufgegeben zu haben, kämpfen sie nicht mehr gegen den Götzendienst in all seinen Formen, sondern liebäugeln mit anderen Religionen. Es handelt sich nicht nur um Diplomatie den Führern und Repräsentanten gegenüber, es handelt sich um eine unfassbare Sympathie mit ihren Lehren, ihren Kulten und Praktiken, selbst wenn sie diabolisch sind. Das ist eine Verhöhnung Gottes und Verführung der Menschen.

(Quelle: Asia News/Times of India/Aleteia/katholisch.de - FSSPX.Actualités - 24/04/2018)