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Erzbischof Lefebvre: Vermeiden wir die Haltung des Bruchs und Widerstands

01. Mai, 2018

Als Mgr. Lefebvre überlegte, wie die Kirchenkrise überwunden werden könnte, sah er die katholische Welt nicht von heute auf morgen wieder zur Tradition wie durch ein Wunder zurückkehren.

Er erwähnte die Möglichkeit einzelner Schritte, sprach sogar von einem vorübergehenden „Hybridzustand“ und fasste sogar das Konzept der „Personalpfarrei“ ins Auge.

Der Gründer der Priesterbruderschaft St. Pius X. weigerte sich, die Zukunft vorhersagen zu wollen. Jedoch wies er die Haltung klar zurück, die zum Bruch führen würde und die darin bestand, sich um des Widerstands selbst willen zu widersetzen, indem man jegliche Übergangsverbesserung ablehnte.

Wenn die kirchlichen Autoritäten sehen werden, dass unsere Priorate und Gemeinden nichts anderes tun, als die Wahrheit zu predigen und die Tugenden Unseres Herrn zu bezeugen, so wird irgendwann bestimmt der Tag kommen, an dem sie uns sagen: „Was kann man ihnen denn vorwerfen? Sie lehren die Doktrin der Kirche, sie predigen die Tugenden der Kirche, sie feiern den Messritus, den die Kirche immer gefeiert hat, sie spenden die Sakramente, wie sie die Kirche immer gespendet hat. Was kann man ihnen vorwerfen? Nichts.“

Wenn sie uns nichts vorwerfen können, so werden Bischöfe, die sich ihres Amtes bewusst sind, eines Tages bestimmt sagen: „Ja, wir müssen sie wohl anerkennen. Wir erkennen ab jetzt diese Pfarrei an.“

Möglicherweise werden sie uns in einem gewissen Hybridzustand anerkennen, insofern sie sagen werden: „Die aktuellen Pfarreien machen so weiter wie bisher, aber wir erkennen diese Personalpfarrei an für all die, die dort hingehen möchten und die Priester dort aufsuchen möchten.“

Das wäre vielleicht eine Lösung, ich meine, eine Etappe. Ich weiß es nicht, ich kenne die Zukunft nicht, ich bin kein Prophet. Aber es ist möglich. Jedenfalls müssen wir diese Haltung einnehmen, und nicht eine Haltung des Bruchs und des Widerstands um seiner selbst willen, des Widerstands gegen die Kirche. Nicht im Geringsten.“

 

Mgr. Marcel Lefebvre, 3. April 1977, in DICI n°7