Erzbischof Lefebvre: Unterstützen wir die Priester!

2018
Quelle: Distrikt Deutschland

Das oberste Ziel der Priesterbruderschaft St. Pius X. ist die Heranbildung und die Heiligung der Priester.

So schreibt es Mgr. Marcel Lefebvre in den Statuten des Werkes. Noch bevor er sich der Art des Apostolats gegenüber den Gläubigen oder der Jugend annimmt, spricht der Gründer über das zweite Ziel. Es handelt sich um die Heiligung der Priester.

«Ein zweites Ziel der Bruderschaft ist es, den Priestern zur Heiligung zu verhelfen, indem man ihnen die Möglichkeit der Exerzitien und der Sammlung gibt. Die Häuser der Bruderschaft könnten der Sitz von priesterlichen Vereinigungen sein, von Drittorden, für Schriften, die der Heiligung der Priester dienen.»

In einem Vortrag von 1975 kommt Mgr. Lefebvre noch genauer auf diesen sehr tiefgreifenden apostolischen Aspekt der Bruderschaft zurück.

„Ich denke, eines der obersten Ziele der Priesterbruderschaft ist die Ausbildung der Priester.  Wir bräuchten ein Priesterseminar in allen Ländern der Welt. So weit sind wir noch nicht. Und dann nicht nur die Ausbildung der Priester, sondern auch die geistliche Unterstützung der Priester, die noch in den Diözesen sind. Viele Priester sind derzeit verzweifelt, völlig verzweifelt.

Man kann nicht von allen Priestern behaupten – nur weil sie nicht die Messe aller Zeiten lesen –, sie seien schlechte Priester. Das zu behaupten wäre übertrieben. Viele leiden und merken, dass ihre hl. Messe ihnen nicht mehr den Halt gibt, den sie einst hatten; sie leiden in ihrem spirituellen Leben, sie leiden darunter, andere Priester um sie herum aufgeben zu sehen, die nicht mehr wahre Priester sind. Das alles tut ihnen weh.

Anstatt sie nun zu verurteilen, sie zu kritisieren und bloßzustellen, versuchen wir doch ganz im Gegenteil sie zu unterstützen, ihnen zu helfen, heilige Priester zu werden und das wiederzufinden, was ihnen einst wahre Freude bereitete, was ihr priesterliches Leben ausmachte, was ihnen die geistige Kraft gab.

Auch dürfen diese Priester in unsere Häuser kommen, drei Tage, vier Tage, fünf Tage, wenn sie es möchten. Laden Sie sie also ein! Sie sollen spüren, dass sie bei uns wahrhaftig den Glauben ihrer Jugend wiederfinden, den Glauben ihres Priestertums.

Man spürt dieses Bedürfnis, und ich wäre nicht überrascht, dass, wenn wir erst einmal Häuser über die ganze Welt verstreut haben, Priester kommen werden, um anzufragen, ob sie nicht bei uns bleiben und mit uns arbeiten dürfen, weil sie dort, wo sie sind, nicht mehr den Mut finden, weiterzuarbeiten, weil sie von anderen kritisiert werden. Oder man versucht sie zu recyceln und zeigt ihnen Wege auf, die sie nicht einschlagen wollen. Sie wären sicherlich glücklich, bei uns arbeiten zu können.“