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Erstes Regionaltreffen des Eucharistischen Kreuzzuges in Memmingen

14. November, 2017

So viele glückliche Kindergesichter hat Memmingen vielleicht schon lange nicht mehr gesehen! Wann überhaupt? Was sich am Morgen des 21. Oktober an der Teramostraße im Memminger Industriegebiet abspielte, muss dringend berichtet werden. Der Eucharistische Kreuzzug (EK) lud Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren zu einem Regionaltreffen ein.

65 Mädchen und Jungen aus dem süddeutschen Raum folgten der Einladung. Dank der Anfahrt der Eltern! Aber ein solches Treffen wollte man sich ja nicht entgehen lassen. Gleicht der EK doch in manchen Prioraten und Kapellen eher einem wankenden Phantom als einer lebendigen Gemeinschaft. Genau das war das Ziel dieses Tages. Die Kinder und Eltern sollten von neuem für die wunderbare Institution begeistert werden. Was Papst Benedikt XV. Anfang des 20. Jahrhunderts ins Leben gerufen hat, ist heute mehr denn je von großer Bedeutung. Dafür reisten auch drei Schwestern auf Göffingen an, welche die einzelnen Programmpunkte sorgfältig vorbereitet hatten.

So begann das Treffen mit einer gemeinsamen hl. Messe, inklusive einer kleinen Predigt zum Eucharistischen Kreuzzug. Pater Reiser erwärmte die Kinderherzen für die vier an den Kreuzfahrer gerichteten Forderungen: Bete – kommuniziere – opfere Dich auf – sei Apostel. So lauten sie und stehen auf jedem Kreuzfahrerheft abgedruckt. Aber wer macht sich schon Gedanken zu ein paar Slogans auf einer Kinderzeitschrift? In Wirklichkeit sind diese Kennzeichen viel tiefgreifender, als man denkt. Sie umfassen das Lebensprogramm eines jeden Menschen. Die persönliche Heiligkeit kommt im Gebet und in der heiligen Kommunion zum Ausdruck. Die lebendige Verbindung mit dem leidenden Christus drückt sich im Opfergeist aus. Und die Weitergabe des kostbaren Glaubensgutes im Apostel-Sein! Ein ganzheitliches Lebensprogramm! Aber nun genug davon.

Als das letzte Kirchenlied verklungen war, drängte es die muntere Kinderschar nach draußen. Statt des angekündigten Regenwetters gab es nämlich blauen Himmel und prächtigen Sonnenschein. Dem hl. Petrus sei gedankt. Pater Reiser gab mit seinem Fürst-Pless Horn das erste Signal. Kurzerhand versammelten sich Mädchen und Jungen im Kreis. Ein paar Begrüßungsworte, und schon konnte das erste Spiel beginnen. Für die Mädchen ein kleines Kreisspiel, für die Jungen der Streit um den Ball, auch Fußball genannt. Vor der Mittagspause erfolgte die Lernphase. Das selbstgedichtete Kreuzfahrerlied „Kreuzfahrer sing!“ wurde von Betreuerinnen der KJB eingeübt. Es sollte am Nachmittag noch eine wichtige Rolle spielen. Aus vollen Kehlen schallten die Klänge über den Kirchenplatz. Alle sangen voller Freude und Begeisterung.

Am Nachmittag kam es endlich zum lang ersehnten Hauptprogramm: dem Fatima-Postenlauf. Ist das nicht zu fromm? Die Frage stellte man sich allerdings. Doch die Finesse dieses Spiels kam noch rechtzeitig zum Vorschein. 13 Posten waren auf der ganzen Kirchplatzfläche verteilt. Unter anderem war ein Posten auf dem Kirchenturm selbst. Das musste schlussendlich den letzten Jungen begeistern, der bisher noch zaghaft zugeschaut hatte. Ein helles Hornsignal, und schon konnte es losgehen. In Gruppen aufgeteilt, stoben die Kinder in alle Richtungen auseinander. Jeder Posten war von den Schwestern sorgfältig vorbereitet worden. Da gab es Wasser in einem Schwamm zu transportieren, einen Turm mit Klötzen zu errichten und verstreute Blumen zu sammeln. Die Kinder sollten überall etwas von der Fatima-Geschichte erfahren. So erinnerte das Wasser an den Regen am 13. Oktober. Der Turm veranschaulichte das erste Kirchlein, welches in Fatima errichtet wurde, und die Blumen versinnbildlichten die Opfer, welche die Kinder für die Mutter Gottes darbrachten. Andere Kinder stiegen in das Fegfeuer hinab und angelten Arme Seelen aus den Qualen des Reinigungsortes. Das Spiel mit den Angelruten machte allen Spaß. Zudem freuten sich die Armen Seelen aus Pappkarton über die Rettung in höchster Not. Wieder andere mussten die Schafe der Seherkinder auf die richtige Wiese führen. Mit Stöcken wurden die vielen orangen Bälle (Schafe hatte man ja keine!) an den rechten Platz gekugelt. Und was sah man hinter der Lourdes-Grotte? Da spielte eine Schwester gemütlich mit einer Gruppe ein Singspiel. Was hat das denn mit Fatima zu tun? Die Antwort: Auch die Kinder von Fatima haben gespielt! An einem anderen Posten mussten die Kinder eine Wundertätige Medaille suchen und an ein Brett festnageln. Es erinnerte an die Gefangenschaft der Seherkinder, die ebenfalls eine solche Medaille an die Wand hefteten, um dort beten zu können. Zudem musste das gelernte Kreuzfahrerlied vorgesungen werden. Welch ein Glück, wenn man gut aufgepasst hatte! Der Aufstieg in den Glockenturm war dann der Aufstieg in den Himmel! Dort wurden die gesammelten Opfer vor dem Marienaltar ausgebreitet und ein Lied zu ihrer Ehre gesungen. Schlussendlich antwortete der Himmel mit dem vollen Geläut, wozu sich die Kinder die Ohren zuhielten. Aber sie staunten auch über die Gewalt der Töne dieser großen und schönen Glocken.

Nach einer Imbisspause erfolgte die Siegerehrung. Aber nicht nur die Siegermannschaft, sondern alle Gruppen haben gut mitgemacht und Fatima sicherlich etwas besser kennen gelernt. Ein besonderer Dank gilt den Schwestern, die mit viel Mühe und Fleiß den ganzen Tag vorbereitet und gestaltet haben. Aber auch die KJBler sollen erwähnt werden. Dank ihnen konnten so viele verschiedene Posten aufgestellt werden. Alles in allem war es ein sehr gelungener Tag. Nach einem kurzen Vortrag von P. Reiser, der nochmals an die Wichtigkeit des Schatzzettels erinnerte, wurde das Programm mit einer Sakramentsandacht beschlossen. Alle Kinder, denen es gefallen hat, freuen sich sicherlich schon auf die zweite Runde. Diese ist für den Frühling geplant. Bis dahin alles Gute und viel Vorfreude!