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Einkleidung und Tonsur in Zaitzkofen 2017

06. Februar, 2017

Am 2. Februar, dem Feste Mariä Reinigung („Lichtmeß“), fanden in Zaitzkofen die Einkleidung der neuen Seminaristen und die Tonsur der Priesteramtskandidaten des 2. Jahrganges statt.

Durch die Einkleidung legten insgesamt sieben junge Männer (drei Deutsche, ein Schweizer, ein Pole, ein Belgier, ein Ungar) „die Schmach des weltlichen Gewandes“ (Zitat aus der Liturgie) ab, um im Talar ganz sichtbar Jesus Christus anzuziehen.

Der schwarze Talar (Soutane), der den Körper ganz bedeckt, ist ein Zeichen dafür, daß der Jünger Christi der Welt gestorben ist. Die Zeremonie der Einkleidung gehört zu den besonders ergreifenden Zeremonien. Die Kandidaten zogen in ihrem weltlichen Anzug ein, den Talar trugen sie schon auf ihrem Arm. Ihre Eltern, Geschwister und Freunde waren zu diesem Tag gekommen und sahen mit Spannung und vielleicht etwas Wehmut, wie der Bischof die Talare segnete. Anschließend verließen die Kandidaten die Kirche, um ihre neue Kleidung anzulegen. Dann zogen sie unter den gespannten Blicken ihrer Angehörigen und Mitbrüder ein, nun äußerlich ganz verändert. Anschließend überreichte der Bischof ihnen ein geweihtes Kreuz als Aufforderung, sich täglich mehr dem gekreuzigten Heiland gleichförmig zu machen.

Die Tonsur, die sechs Seminaristen des 2. Jahrganges (ein Deutscher, ein Österreicher, ein Schweizer, zwei Tschechen, ein Litauer) erteilt wurde, ist die Aufnahme in den Klerikerstand mit allen Rechten und Pflichten.

Der Bischof schneidet bei der Tonsur den Tonsuranden in Kreuzform fünf Haarbüschel ab. Dabei spricht der Tonsurand: „Der Herr ist der Anteil meines Erbes und meines Kelches; du bist es, der mir zurückstellen wird mein Erbe.“ Er wählt damit den Herrn und den geistlichen Stand als seinen Erbteil und widersagt der Welt. Der Bischof betet anschließend: „Verleihe, wir bitten dich, allmächtiger Gott, dass diese deine Diener, deren Haupthaar wir abgeschnitten haben, in deiner Liebe beständig verharren und bewahre du sie unbefleckt in Ewigkeit.“ Anschließend singt der Chor: „Diese werden empfangen den Segen von dem Herrn und Barmherzigkeit von Gott, ihrem Heilande; denn das ist das Geschlecht derer, die den Herrn suchen.“ Danach bekleidet der Bischof die Tonsurierten mit dem weißen Chorrock.

In seiner Predigt wies Bischof de Galarreta darauf hin, dass die Zeremonie der Einkleidung und der Tonsur die beiden wesentlichen Aspekte der Nachfolge Christi versinnbildliche, nämlich einerseits die Selbstverleugnung und die Absage an die Welt, andererseits die Hingabe an Christus. Erzbischof Lefebvre, der Gründer der Priesterbruderschaft St. Pius X., habe immer wieder darauf insistiert, dass ein halbes Sich-schenken nicht genüge, sondern man sich ganz und ungeteilt dem Herrn hingeben müsse mit dem festen Willen zur Selbstverleugnung aus Liebe zu Christus und mit Großmut und Freude.

Christus sei Vorbild und Modell priesterlicher Heiligkeit. Ihm sollten die Kandidaten sich mehr und mehr gleichförmig machen, seine Tugenden üben. Dies sei die Spiritualität der Kirche und auch der Priesterbruderschaft und werde in der hl. Messe deutlich, wo Christus sich ganz zur Ehre Gottes hingebe. Paulus fordere die Christen auf, den alten Menschen aus- und den neuen, nach Christus geschaffenen, anzuziehen sowie die Waffen des Lichtes zu ergreifen in Glaube, Hoffnung und Liebe.

Der Festgedanke des 2. Februar zeige die Tugenden Jesu anschaulich. Einerseits zeige sich die Demut Christi, der wie ein in der Sünde geborenes Kind zum Tempel gebracht wurde. Andererseits offenbare er seine Liebe zur Armut wie schon im armen Stall von Bethlehem sowie seinen Gehorsam gegenüber dem Gebot und Willen Gottes durch die Erfüllung des Gesetzes bis in alle Einzelheiten. Er habe sich im Tempel seinem Vater gänzlich aufgeopfert. Diese Tugenden seien das Fundament der Heiligkeit. Es sei der königliche Weg des Kreuzes, der zum Himmel führe.

Maria habe ihn in diesen Tugenden vollkommen nachgeahmt. Als unbefleckte Jungfrau habe sie im Tempel nach der Vorschrift des Gesetzes sich dem Reinigungsopfer unterzogen. Mit Christus habe sie sich gedemütigt und in Armut geopfert.

Auf Patmos weilend habe der hl. Johannes ein großes Zeichen am Himmel erblickt, eine Frau mit der Sonne umkleidet und mit Sternen geziert. Diese Frau sei die Gottesmutter, umkleidet von der Sonne, von der Fülle der Gnade und Glorie, von Gott, den sie nun besitze in vollendeter Heiligkeit. Das Herz Mariens, dieser Schatz der Tugend, der Heiligkeit und der Gnade, stehe auch uns, ihren Kindern zur Verfügung, damit wir Zuflucht fänden und den Weg zu Christus, zu Gott, zum Heil.