FSSPX Nachrichten & Veranstaltungen

Distriktnotizen

15. April, 2017

Der deutsche Distriktobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., Pater Firmin Udressy, veröffentlicht in unregelmäßigen Abständen kurze Aufzeichnungen von seiner Arbeit und von Ereignissen im deutschen Distrikt. Lesen Sie hier die „Distriktnotizen“ für den Monat März 2017.

3.–5. März

Mit Pater Markus Pius Pfluger predige ich das mittlerweile dritte Einkehrwochenende für Familienväter. Der Angriff des Marxismus der 1968er war nicht nur ein Angriff gegen die Mutterschaft, sondern auch gegen die Vaterschaft. Die Gesellschaft und die Kirche brauchen dringend katholische Männer und Familienväter, die selbstbewusst sind und bereit sind, Verantwortung für den Nächsten und das Gemeinwesen zu übernehmen.

6. März

Eine staatlich anerkannte Spielgruppe für Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren öffnet in unserer Gemeinde in Memmingen ihre Pforten. Die Gruppe wird von ausgebildeten Pädagoginnen geleitet. Das Angebot besteht an drei Tagen in der Woche parallel zu den Schulstunden der Grundschule.

10.–12. März

Nach längerer Zeit besuche ich dieses Wochenende wieder einmal die Kapelle von Hagstedt. Ihr Seelsorger hat viele Kilometer zu fahren, um diese Gemeinde in der „Diaspora“ zu betreuen. Die Vorsehung führt immer wieder neue Gläubige in dieses kleine Heiligtum der Herzen Jesu und Mariä, die sich sehr dankbar zeigen, eine wahre katholische Heimat zu finden.

19.–22. März

Nachdem ich das hl. Amt in Göffingen gefeiert habe, fahre ich in die Schweiz weiter, um an einer Prioren-Schulung teilzunehmen. Der Prior von Oberriet, Pater Matthias Grün, öffnet sein schönes Priorat für die 19 teilnehmenden Mitbrüder.

29.–30. März

Mit Pater Fabian Reiser fahre ich nach in Herzogenrath, um an dem ersten Teil der Liturgischen Tagung teilzunehmen.

S. E. Erzbischof Alexander K. Sample von Portland (in US-Bundesstaat Oregon) hat seinem Vortrag über die „Neuentdeckung der klassischen römischen Liturgie in den nordamerikanischen Diözesen“ eine biographische Notiz hinzugefügt. Im Jahr 1960 geboren, hatte er die alte Messe in seiner Jugend nicht mehr erlebt. Trotz seiner katholischen Erziehung hatte er in seiner Jugendzeit keine Ahnung vom Opfercharakter der hl. Messe.

Durch alte Videoaufnahmen von Erzbischof Fulton J. Sheen war er von der traditionellen Liturgie fasziniert, aber sie gehörte „scheinbar zur Vergangenheit“. Als Bischof Sample vor zehn Jahren dank dem Motuproprio Summorum pontificum zum ersten Mal die alte Messe las, war er tief bewegt: „Now I feel like a priest!“

Nach diesem Vortrag hob der Organisator hervor, es sei der Priesterbruderschaft St. Pius X. zu verdanken, dass die alte Messe nach dem Konzil bewahrt worden sei, worauf der ganze Saal applaudierte.

Beachtenswert waren auch die Worte des Kurienkardinals Robert Sarah. Er hatte seine Zusage zur Teilnahme zurücknehmen müssen, aber er schickte einen Vortrag, der verlesen wurde. Er fand erstaunliche Wort zur Liturgiereform:

„Wir können unsere Augen nicht vor dem Desaster, der Verwüstung und dem Schisma verschließen, die die modernen Förderer einer lebendigen Liturgie verursacht haben, indem sie die Liturgie der Kirche nach ihren Vorstellungen umgestalteten … Man wirft dem politischen Europa vor, seine christlichen Wurzeln aufzugeben oder zu verleugnen. Doch wer zuerst seine christlichen Wurzeln und seine christliche Vergangenheit aufgegeben hat – das ist mit Sicherheit die nachkonziliare katholische Kirche.“

Wir stellen wirklich fest, dass durch die überlieferte hl. Messe eine neue Dynamik innerhalb der Kirche aufgetreten ist. Das Motuproprio Summorum pontificum hat zu einem neuen Klima in der Kirche beigetragen, das für die Tradition günstiger ist. Während die modernistischen Kräfte die Kirche in allen Bereichen zerstören, zeigt sich eine neue, stets wachsende Strömung in Richtung Tradition, die dem Erzbischof Lefebvre und der Priesterbruderschaft St. Pius X. dankbar ist und von uns erwartet, dass wir bei der Erneuerung der Kirche mithelfen.