Der Weg ins offene Schisma und in die Häresie

10 März, 2015
Quelle: Distrikt Deutschland

Die katholische Kirche in Deutschland ist auf dem besten Weg, sich von Rom loszusagen. Kardinal Marx, Vorsitzender der Bischofskonferenz, ließ am 24. Februar 2015 laut DT verlauten: „Wir können nicht warten, bis eine Synode sagt, wie wir hier Ehe- und Familienpastoral zu gestalten haben.“

Als Kardinal Müller einige Monate vor der außerordentlichen Synode des Oktobers 2014 die absolute Unauflöslichkeit der christlichen Ehe herausstellte, sagte derselbe Vorsitzende sinngemäß, man müsse die Synode abwarten; die Stellungnahme des Präfekten der Glaubenskongregation könne durch diese durchaus Korrekturen erfahren. Ist ein solches Taktieren ehrlich? Offensichtlich ist er sich jetzt über den Ausgang der Synode nicht mehr ganz sicher und ergreift die Flucht nach vorne: Es gehe um das Bemühen der Bischöfe, neue Wege zu gehen und mitzuhelfen, dass Türen geöffnet werden. Dabei scheute er sich nicht, das Herrenwort von der Unauflöslichkeit der Ehe zu verraten: „Wir sind keine Filialen von Rom. Jede Bischofskonferenz ist für die Pastoral in ihrem Kulturkreis zuständig und hat das Evangelium in ureigener Aufgabe selber zu verkünden.“

Neben dem Ärgernis erregenden Wort über die Ehe liegt hier ein schwerer Fehler bezüglich dem Geheimnis der Kirche vor: Diese ist nicht gleich einem Puzzle zusammengesetzt aus Ortskirchen oder gar Nationalkirchen; sie ist vielmehr in ihrer Gesamtheit der mystische Leib Christi und jetzt in Ortsgruppen gegliedert, wobei jeder Bischof in seinem Sprengel die göttliche Lehre treu zu bewahren und heilig darzulegen hat.

Noch schlimmer äußert sich Bischof Bode aus Osnabrück. Für ihn ist die Realität von Menschen und der Welt neben Schrift und Tradition eine Glaubensquelle. Hat der Bischof jemals den ersten Johannesbrief gelesen, wo es heißt „Denn alles, was in der Welt ist, Fleischeslust, Augenlust und Hoffart des Lebens, stammt nicht vom Vater, sondern von der Welt“ (2,16)? Dabei beruft er sich auf die Pastoralkonstitution Gaudium et spes des II. Vatikanums und auf den Moraltheologen Eberhard Schockenhof, der sich längst von der verbindlichen Lehre der Kirche verabschiedet hat. Fragen wir Bischof Bode auch, ob er je davon gehört hat, dass die Offenbarung mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen ist. Und seit wann normiert das Ist das Soll? Sein Zitat aus Gaudium et spes zeigt nur, wie zweideutig manche Texte des Pastoralkonzils sind und wie Recht die Priesterbruderschaft St. Pius X. hat, wenn sie fordert, sie auf Eindeutigkeit korrigiert sehen zu wollen. Nur so kann die gegenwärtige erschütternde Uneinigkeit im Episkopat überwunden werden, wo Bischof gegen Bischof und Kardinal gegen Kardinal steht, wie dies die Muttergottes in einer ihrer Erscheinungen angekündigt hat.

Was die Priesterbruderschaft St. Pius X. anbetrifft, so wird sie wie bisher jeglicher Tendenz des Schismas und jeder Verfälschung des Glaubens und der Sitten mannhaft widerstehen und dem ewigen Rom die Treue halten.

Zaitzkofen, 10. März 2015

Pater Franz Schmidberger

Regens