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Bischof Fellay über die Gespräche mit Rom

12. März, 2018

Bischof Bernard Fellay, Generaloberer der Priesterbruderschaft St. Pius X., hielt am 3. Februar 2018 eine Konferenz vor Gläubigen in der St.-Joseph-Kirche in Richmond im US-Bundesstaat Michigan. Er sprach über die Entwicklung der Beziehungen der Bruderschaft zu Rom.

 

„Es gibt bestimmte Gefahren. Eine Gefahr ist Entmutigung. Aber nein, Gott lässt diese Dinge geschehen. Wir dürfen nicht entmutigt werden. Es bedeutet nur, dass es ein langer Kampf ist. Wir müssen friedlich weitermachen. Wir tun, was wir tun, wir setzen die Tradition fort. Wir sehen die Früchte, und diese Früchte sprechen für sich.

Eine andere Gefahr besteht darin, „die Nase voll“ zu haben und zu sagen: Wir sollten nichts mit diesen Leuten (im Vatikan) zu tun haben. Es ist genug.

Aber das ist gefährlich. Wir reden nicht von einer menschlichen Organisation, wenn wir von der katholischen Kirche sprechen. Es ist die Kirche, die von unserem Herrn Jesus Christus gegründet wurde und die göttliche Hilfe verspricht. Wir wissen, dass es viele Dinge gibt, die völlig falsch sind, die Menschen in Verzweiflung versetzen, in Verwirrung, und das ist schrecklich für die Seelen. Dennoch müssen wir daran festhalten, dass diese Kirche die katholische Kirche ist. Es passieren viele Dinge, die schlecht sind – wir lehnen sie ab, wir wollen sie nicht. Aber wir lehnen die Kirche nicht ab.“

Der Bischof erklärte weiter, dass die Prüfungen, die wir in der Kirche haben, den Prüfungen der Apostel am Fuße des Kreuzes sehr ähnlich sind. Er wies darauf hin, dass, obwohl Petrus seinen Glauben an die Gottheit Christi bekannte, er zurückwich, als Christus ihm sein Sterben ankündigte. Das könne nicht geschehen, wenn Christus Gott ist, dachte Petrus.

 

„Genau das Gleiche gilt für die Kirche. In der Kirche haben Sie eine menschliche Seite – Sie haben Menschen; und Sie haben eine göttliche Seite. Was wir gerade jetzt sehen, ist nicht die göttliche Seite, sondern die menschliche Seite. Wir sehen das Leiden, die Häresien, die Verwirrung. Wie Jesus leidet, leidet die Kirche. Wir haben nicht das Recht zu sagen, weil wir diese Leiden sehen, sei die Kirche nicht länger die Kirche. Gott hat seine Kirche nicht verlassen. Es ist seine Kirche, wie könnte Er sie verlassen? Deshalb gehen wir auch weiterhin nach Rom.

Lasst uns die Apostel und die selige Jungfrau Maria bitten, einen Akt des Glaubens zu machen, um die richtige Haltung gegenüber Jesus am Kreuz zu bewahren. Wir müssen verstehen, dass wir Gott sehen, wenn wir Jesus am Kreuz sehen. Als die allerseligste Jungfrau Maria nach seinem Tod Jesus in ihre Arme nahm, konnte sie mit dem lebendigen Gott sprechen, weil Gott diesen kostbarsten Körper nicht verlassen hatte. Der Körper war tot, aber er blieb mit der Gottheit verbunden. Jesus als Gott war dort. Die Kirche ist nicht tot; der lebendige Gott ist in ihr. Und wir sind Teil dieser Kirche.“

„Es ist eine sehr tiefe Prüfung. Ich kann sagen, dass es wahrscheinlich die tiefste Prüfung ist, die die Kirche jemals hatte. Deshalb haben wir Priester, die sich selbst den ‚Widerstand‘ nennen, oder sogar Sedisvakantisten: Sie sind so sehr auf die Realität des Leidens der Kirche fixiert, dass sie davonlaufen.

Wir lehnen ab, was falsch ist, aber wir lehnen die Kirche nicht ab.

Wir müssen diese Unterscheidung treffen [wie wenn wir sagen:] Ja, Jesus leidet, Er stirbt am Kreuz, aber Er bleibt Gott. Während Er am Kreuz stirbt, bewegt Er immer noch die Sterne, Er urteilt über die Menschen, die in diesem Moment sterben. Er gibt Stärke und Seine Gnade an alle, die sie empfangen. Er ist Gott!

Die Zeit, in der wir leben, ist sehr, sehr gefährlich. Wie ich es Ihnen sagte, es ist die Versuchung der Apostel in der Passion. Sie wissen, wie viele der Apostel treu geblieben sind. Fast alle sind davongelaufen. Deshalb können wir nicht vorgeben, besser zu sein als sie. Wir müssen um die Gnade bitten, treu zu sein.“