Ein Gespräch mit Bischof Fellay

Gespräch mit S. E. Bischof Bernard Fellay vom 4. März 2016 in Menzingen (Schweiz)

Wie ist der Stand der Beziehungen zwischen der Priesterbruderschaft St. Pius X. und Rom?

 

Seit einigen Wochen gibt es in der Presse Gerüchte1 über eine mögliche kanonische Anerkennung der Priesterbruderschaft St. Pius X. durch Rom. Anstatt diesen Gerüchten noch Kommentare hinzuzufügen, hat DICI lieber den Generaloberen der Priesterbruderschaft, S. E. Bischof Bernard Fellay, befragt und ihn gebeten, folgende Punkte zu erklären:

1. Die Beziehungen der Priesterbruderschaft St. Pius X. mit Rom
2. Die neuen Vorschläge aus Rom
3. „So akzeptiert werden, wie wir sind“
4. Der Papst und die Priesterbruderschaft St. Pius X.
5. Die den Priestern der Priesterbruderschaft St. Pius X. gewährte Vollmacht
6. Die Besuche der von Rom entsandten Prälaten
7. Der gegenwärtige Zustand der Kirche
8. Was soll man von der Muttergottes erbitten?

  • 1. Siehe DICI Nr. 332 vom 11.01.2016, die Presseschau nach dem Vortrag von Bischof de Galarreta in Bailly, http://www.dici.org/actualites/revue-de-presse-apres-la-conference-de-mgr-de-galarreta-a-bailly/

1. Die Beziehungen der Priesterbruderschaft St. Pius X. mit Rom seit dem Jahr 2000

Die Beziehungen mit Rom sind tatsächlich konstant, aber das Wort trifft nicht ganz zu... in dem Sinne, als sie niemals unterbrochen gewesen sind, sie waren nie abgebrochen, wenngleich mit wechselnder Häufigkeit und auch wechselnder Intensität... Man kann sagen, dass es seit dem Jahr 2000 Kontakte mit Rom gibt. Rom hat um diese Kontakte gebeten, und zwar mit der Absicht, zu einer Regularisierung der Situation der Priesterbruderschaft zu kommen. Es gab Höhen  und Tiefen, wie ich sage, aber von Kardinal Hoyos ab, im Jahr 2000, waren diese Kontakte für eine gewisse Zeit recht beständig. Nachdem wir unsere bekannten Vorbedingungen[1] aufgestellt hatten, gab es eine Zeit... ich will nicht sagen der Unterbrechung, aber fast. Im Jahr 2005 gab es einen Kontakt. Und nach 2009, das heißt im Augenblick der Aufhebung – was wir die Aufhebung der Exkommunikationen nennen, sagen wir besser: die Korrektur des Exkommunikationsdekrets –, gab es häufigere Beziehungen, vor allem mit Gesprächen über die Lehre, die von beiden Seiten gewollt waren und etwa zwei Jahre andauerten[2]. Dann gab es Neues, man könnte sagen, eine neue Phase, dieses Mal rund um einen doppelten Lösungsvorschlag: Es gab eine lehrmäßige Erklärung, und es gab eine kirchenrechtliche Lösung. Das hat fast ein Jahr gedauert, und es hat nicht zum Ziel geführt.

Zwei Jahre hindurch waren die Beziehungen seltener; mit der Rückkehr von Mgr. Pozzo – ich glaube, das kann man so sagen – wurden sie dann wieder aufgenommen. Unter Mgr. Di Noia gab es Kontakte, das stimmt, aber unter Mgr. Pozzo gab es eine neue Phase, auch diesmal wieder eine doppelte. Einerseits die Gespräche, die wieder aufgenommen wurden, Gespräche über die Lehre, die der Form nach nicht ganz offiziell, aber mehr als offiziös waren, denn von Rom wurden Bischöfe gesandt. Diese Gespräche dauern an. Ich meine, das ist die Mühe wert. Und zur gleichen Zeit gab es ziemlich parallel dazu, auf einer anderen Ebene, im vergangenen Juli einen neuen Vorschlag, eine Aufforderung, darüber nachzudenken, wie wir zu dieser kirchenrechtlichen Regularisierung kommen könnten. Und auch da  gehen diese Gespräche, diese Überlegungen ihren Weg. Es gibt da keine Übereilung, das ist sicher. Kommt man wirklich voran? Ich meine, ja. Ich meine, ja, aber es geht sicherlich nur langsam.

2. Die neuen Vorschläge aus Rom sind von den Oberen der Priesterbruderschaft St. Pius X. eingehend untersucht worden

Wir wollten viele unserer Mitbrüder, in erster Linie die Oberen, mit einbeziehen in die Überlegungen über die neuen Vorschläge aus Rom. Ich halte das für wichtig. Wir haben aus dem Jahr 2012 einige Lehren gezogen, als es innerhalb der Priesterbruderschaft zu Reibungen gekommen war. Einer der Gründe, so meine ich, war damals ein Mangel an Kommunikation. Das war eine ziemlich schwierige Zeit. Diesmal also haben wir einen anderen Weg gewählt, um an diese Fragen heranzugehen, die viel Überlegung erfordern.

Wenn man die Lage Roms, die Lage der Kirche ansieht, dann ist man natürlich nicht unbedingt ermuntert, etwas zu tun. Die Einladung Roms ist verständlich, denn wir sind ein Problem für die Kirche. Wenn man alle die Anstrengungen sieht, die zugunsten des Ökumenismus unternommen werden – für Gott weiß was für eine Einheit! –, und wenn man sieht, wie wir innerhalb der Kirche behandelt werden, dann sind wir natürlich ein Problem. Wir sind sogar ein großer Dorn im aktuellen ökumenischen System. Schon das allein könnte den römischen Schritt erklären. Ich glaube, dass es nicht das allein ist, aber in jedem Fall – ohne genauer zu betrachten, welches die Beweggründe sind –, gibt es eine Bewegung in Rom, welche versucht, dieses Problem zu regeln.

Andererseits sehen wir die dramatische Lage der Kirche, wo es nun wirklich nicht viel gibt, das uns dazu bewegt, vorwärtszugehen. Ein vertieftes Nachdenken und Überlegen ist also nötig, und das geschieht nicht von allein. Viele Augen sind nötig, um gut zu beobachten, alle Umstände und alle Ergebnisse einzubeziehen. Deshalb haben wir alle Oberen um ihre Überlegungen zu diesem Thema gebeten.

3. „So akzeptiert werden, wie wir sind“, ohne Zweideutigkeiten und ohne Kompromisse

Es muss unbedingt jedes Zugeständnis vermieden werden, „Zugeständnis“ in doppeltem Wortsinn. Im Sinne von Kompromiss, bei dem jede Seite etwas aufgibt, um sich etwas anderes zu sichern. Von Anfang an habe ich Rom gesagt: „Ich will keine Zweideutigkeiten. Wenn Sie zu einem Konsens über einen Text gelangen wollen, den jede Seite auf verschiedene Weise versteht, dann ergäbe das kurz danach ein Chaos.“ Das muss also in jedem Fall vermieden werden. Es ist fast offensichtlich, zu Beginn, dass in der augenblicklichen Lage angesichts der Divergenzen ein Text eine solche Tendenz zur Zweideutigkeit hätte. Und das wollen wir nicht.

Natürlich macht uns das unnachgiebig, wenn man das so sagen kann. Jedenfalls ziemlich unnachgiebig, was die Angelegenheit schwieriger macht, aber für uns gibt es keine einfache Lösung. Man kann sagen: „Ja, theoretisch ist die Wahrheit die Lösung, aber diese Wahrheit muss vollständig und ganz sein“.

Ich habe von Anfang an Wert darauf gelegt, dass das die Vorgehensweise mit Rom ist. Bereits vom ersten Text habe ich gesagt: „Er ist zweideutig, das geht nicht, das wollen wir nicht.“ Das war der erste Text, das war 2011. Mir scheint, dass es diesmal viel besser ist. In dieser Hinsicht gibt es wirklich einen großen Fortschritt, gegen die Zweideutigkeit. Das heißt aber nicht, dass es keine Zweideutigkeiten mehr gibt...

Neben der Frage der Klarheit der Texte gibt es noch eine weitere, viel tiefgreifendere und viel bedeutendere Frage, und das ist diese: welche Spannweite, welche Freiheit würde oder wird uns gegeben im Falle einer Regularisierung? Und in diesem Rahmen bin ich von einem Satz, von einer praktischen Forderung ausgegangen, die Erzbischof Lefebvre als eine conditio sine qua non einer Regularisierung ansah, nämlich genau die, dass wir so anerkannt werden, wie wir sind.

Ich habe ihnen (in Rom) auch ausdrücklich gesagt: „Wenn Sie uns wollen, wir sind so, wie wir sind, Sie müssen uns kennenlernen, dass Sie nicht hinterher sagen, wir hätten Ihnen etwas verheimlicht. Wir sind so, wie wir sind, und wir werden auch so bleiben.“ Wir werden bleiben, wie wir sind. Warum? Das ist nicht unser eigener Wille, es ist nicht so, dass wir meinen, wir seien die besten; es ist die Kirche, die uns diese Dinge gelehrt hat, die diese Dinge verlangt hat, es ist nicht nur der Glaube, es ist auch eine ganze Disziplin, die in völliger Übereinstimmung mit diesem Glauben steht, und genau das macht den Schatz der Kirche aus, genau das hat in der Vergangenheit die Heiligen hervorgebracht, und wir sind nicht bereit, das aufzugeben. Ich habe Rom gegenüber sehr darauf bestanden, und ich habe auch konkrete Beispiele gegeben, um zu zeigen: „so sind wir, so denken wir“, und wenn Rom schätzt, dass dieses Denken, dass diese Haltung korrigiert werden müsse, geändert werden müsse, nun, dann müssen sie uns das jetzt sagen. Und wir sagen ihnen ganz klar, dass wir in diesem Fall keinen Schritt weitergehen werden.

 

4. Der Papst und die Priesterbruderschaft St. Pius X.: ein paradoxes Wohlwollen

Das Wort „paradox“ ist hier angebracht, paradox im Sinne eines Willens, zu so etwas wie einem „3. Vatikanum“ voranzukommen, im schlimmsten Sinne, den man diesem Wort nur geben kann, und andererseits in dem Willen, der Priesterbruderschaft zu sagen: „Ihr seid willkommen“. Das ist nun wirklich ein Paradox, fast schon der Wille, die Gegensätze zu vereinigen. Ich meine nicht, dass das aus Gründen des Ökumenismus geschieht. Man könnte das denken. Warum ich denke, dass das nicht aus Gründen des Ökumenismus ist? Weil es genügt, die allgemeine Haltung der Bischöfe zum Thema Ökumenismus zu betrachten: sie haben für alle offene Arme, außer für uns! Man hat uns sehr oft erklärt, warum wir geächtet sind: „Euch behandeln wir nicht wie die anderen, weil ihr vorgebt, katholisch zu sein. So stiftet ihr bei uns Verwirrung, und deshalb wollen wir euch nicht.“ Diese Erklärung haben wir oft gehört, und sie schließt einen Ökumenismus aus. Nun, wenn diese Haltung, die darin besteht, zu sagen: „Wir akzeptieren alle hier in unserem Haus“, für uns nicht gilt, was bleibt dann? Ich glaube, dann bleibt der Papst.

Wenn zunächst Benedikt XVI. und nun Papst Franziskus nicht einen besonderen Blick auf die Priesterbruderschaft hätten, der sich von dieser ökumenischen Perspektive unterscheidet, die ich gerade beschrieben habe, dann – so meine ich – gäbe es jetzt nichts. Vielmehr wären wir jetzt bereits wieder das Ziel von Strafen, Zensur, Exkommunikation, der Erklärung eines Schismas und all dieses Willens, eine lästige Gruppierung auszuschalten. Warum also war Benedikt XVI. und ist nun Papst Franziskus so wohlwollend gegenüber der Priesterbruderschaft? Ich meine, dass beide nicht notwendigerweise dieselbe Sicht der Dinge haben. Bei Benedikt XVI. glaube ich, dass es seine konservative Seite war, seine Liebe zur alten Liturgie, sein Respekt für die vorherige Disziplin in der Kirche. Ich habe feststellen können, dass viele, ich wiederhole: viele Priester und selbst Gruppierungen, die Probleme mit den Modernisten in der Kirche hatten und sich an ihn wandten, als er noch Kardinal war, bei ihm – zunächst als Kardinal, dann als Papst – auf Wohlwollen stießen, auf einen Willen, zu beschützen, ihnen wenigstens so weit zu helfen, wie er konnte.

Bei Papst Franziskus sieht man weder diese Anhänglichkeit an die Liturgie noch an die frühere Disziplin, man könnte sogar sagen: eher im Gegenteil, mit vielen konträren Aussagen, was das Verstehen dieses Wohlwollens noch schwieriger, noch komplizierter macht. Und doch meine ich, dass es trotzdem mehrere mögliche Erklärungen gibt; ich gebe aber zu, dass ich da nicht das letzte Wort habe. Eine der Erklärungen ist die Aufmerksamkeit des Papstes Franziskus für alles, was marginalisiert ist, das, was er die „existenziellen Peripherien“ nennt. Es würde mich nicht weiter erstaunen, wenn er uns als eine jener Peripherien ansieht, denen er ganz offenbar den Vorzug gibt. Und in eben dieser Sichtweise gebraucht er den Ausdruck: „ein Stück Wegs zurücklegen“ mit den Menschen an der Peripherie, in der Hoffnung, so die Dinge verbessern zu können. Es handelt sich also nicht um einen festen Willen, unmittelbar zum Ziel zu kommen, einen Weg zu gehen, so oder so..., aber Hauptsache man ist recht friedlich, nett, ohne allzu genau zu wissen, wo das endet. Wahrscheinlich ist das einer der tieferen Gründe.

Ein weiterer Grund: Bei Papst Franziskus kann man eine beständige Anklage gegen die verfasste, die etablierte Kirche wahrnehmen, das englische Wort ist „establishment“ – manchmal sagt man das auch im Französischen –,das ist ein Vorwurf an die Kirche, selbstzufrieden zu sein, eine Kirche, die nicht mehr dem verirrten Schaf nachgeht, dem Schaf, das leidet, auf allen Ebenen, sei es die Armut, auch physisch... Man sieht aber bei Papst Franziskus, dass diese Sorge trotz allzu deutlichen Anscheins nicht nur eine materielle Sorge ist... Man sieht bei ihm sehr wohl, dass er, wenn er „Armut“ sagt, auch die geistliche Armut darin einschließt, die Armut der Seelen, die in der Sünde sind, die man aus der Sünde herausholen muss, die man wieder zum lieben Gott führen muss. Selbst wenn das nicht immer klar genug ausgedrückt wird, so findet man doch genügend Ausdrücke, die das zeigen. Und unter diesem Blickwinkel sieht er in der Priesterbruderschaft eine sehr aktive Gemeinschaft – vor allem, wenn man sie mit der Lage im „establishment“ vergleicht –, sehr aktiv, das heißt, sie sucht, sie sucht die Seelen, sie sorgt sich um das geistliche Wohl der Seelen, und sie ist bereit, dafür auch die Ärmel aufzukrempeln.

Er kennt Erzbischof Lefebvre, er hat die von Bischof Tissier de Mallerais verfasste Biographie zweimal gelesen, was ohne Zweifel von Interesse zeugt; und ich meine, das hat ihm gefallen. Gleichermaßen die Kontakte, die er in Argentinien zu unseren Mitbrüdern hatte, bei denen er eine Spontaneität und auch eine Offenheit wahrgenommen hat – man hat ihm nämlich absolut nichts verheimlicht. Sicher, wir haben versucht, etwas für Argentinien zu erreichen, wo wir Schwierigkeiten mit dem Staat hatten, was die Aufenthaltserlaubnisse anbetraf, aber wir haben nichts verheimlicht, wir haben nicht versucht, etwas zu verfälschen, und ich glaube, das gefällt ihm. Das ist vielleicht eher die menschliche Seite der Priesterbruderschaft, und das kann ein gewisses Wohlwollen erklären, das könnte es erklären. Nochmals: ich habe nicht das letzte Wort in dieser Frage, und ganz sicher spielt ja auch die göttliche Vorsehung eine Rolle. Die göttliche Vorsehung, die es schafft, einem Papst gute Gedanken einzugeben, der uns in vielen Punkten enorm erschreckt, und nicht nur uns, man kann sagen, alles, das in der Kirche mehr oder weniger konservativ ist, ist auch verstört, entsetzt über das, was geschieht, was gesagt wird, und dennoch schafft es die göttliche Vorsehung, uns durch diese Klippen zu steuern, auf sehr überraschende Weise. Sehr überraschend, denn es ist klar, dass Papst Franziskus uns leben und überleben lassen will. Jedem, der es hören will, sagt er, dass er der Priesterbruderschaft niemals etwas Böses antun wird. Er hat auch gesagt, dass wir katholisch sind. Er hat sich geweigert, uns als Schismatiker verurteilen zu lassen, er sagte: „Sie sind nicht schismatisch, sie sind katholisch“, auch wenn er danach ein etwas rätselhaftes Wort gebrauchte, als er sagte, wir seien auf dem Weg zur vollen Gemeinschaft. Für diesen Ausdruck „volle Gemeinschaft“ hätten wir gern eine klare Definition, denn man sieht ja, dass er nichts Präzisem entspricht. Das ist ein Gefühl... man weiß nicht genau, was es ist. Selbst vor kurzer Zeit, in einem Interview mit Mgr. Pozzo über uns, nimmt dieser ein Zitat wieder auf, das er dem Papst selbst zuschreibt – man kann das also als eine offizielle Stellungnahme einordnen – der Papst habe Ecclesia Dei bestätigt, dass wir Katholiken auf dem Weg zur vollen Gemeinschaft seien[3]. Und Mgr. Pozzo stellt genauer klar, wie diese volle Gemeinschaft verwirklicht werden kann: durch die Annahme der kanonischen Form, was recht erstaunlich ist – eine kanonische Form würde alle Probleme der Gemeinschaft lösen!

Wenig später sagt er in demselben Interview, dass die volle Gemeinschaft darin besteht, alle großen katholischen Prinzipien zu akzeptieren[4], das heißt die drei Ebenen der Einheit in der Kirche, und das sind der Glaube, die Sakramente und die Leitung der Kirche. Und wenn er vom Glauben spricht, dann spricht er wohl eher vom Lehramt. Wir haben aber niemals eines dieser drei Elemente in Frage gestellt. Und so haben wir also auch niemals unsere volle Gemeinschaft in Frage gestellt, aber wir streichen hier das Wort „voll“ und sagen ganz einfach: „Wir sind in Gemeinschaft in dem klassischen Sinne, wie er in der Kirche gebraucht wird; wir sind katholisch; wenn wir katholisch sind, dann sind wir in Gemeinschaft, denn der Bruch der Gemeinschaft, genau das ist das Schisma.“

 

5. Die den Priestern der Priesterbruderschaft St. Pius X. gewährte Vollmacht: kirchenrechtliche Konsequenzen

Wenn man das Kirchenrecht betrachtet, dann kann nur derjenige eine ordentliche Vollmacht in der Kirche erhalten, der auch vollkommen regulär ist, also jemand, der nicht unter Sanktionen oder unter Zensur steht. Rom hat immer gesagt und aufrechterhalten, dass unsere Priester unter der Maßnahme der Suspension stehen, weil sie nicht inkardiniert sind. Natürlich sagen wir, dass sie in der Priesterbruderschaft inkardiniert sind, die zu jener Zeit ungerechterweise und ungültig aufgehoben wurde, unter Missachtung der eigenen Kirchengesetze; trotzdem hat Rom beibehalten und behält nach wie vor bei, dass unsere Priester suspendiert seien. Was bedeutet die Suspendierung? Es handelt sich genau gesagt um das Verbot für den Priester, seinen Dienst auszuüben, handele es sich um die Messe, handele es sich um die anderen Sakramente, also auch die Beichte. Und dann also eine gewöhnliche Beichtvollmacht zu gewähren[5], nicht außerordentlich, wie es zum Beispiel bei Lebensgefahr der Fall wäre. Tatsächlich sieht die Kirche Fälle dieser Art vor: Wenn jemand in Lebensgefahr ist, wenn er auf Reisen stirbt, dann kann jeder Priester, egal welchen Standes, sogar ein exkommunizierter, sogar ein orthodoxer, der nicht einmal katholisch ist, aber gültig geweihter Priester, in diesem Augenblick nicht nur gültig, sondern sogar erlaubt diese Beichte hören und die Absolution erteilen. Das sind außerordentliche Fälle. Das ist keine gewöhnliche Vollmacht. Hier sprechen wir von einer gewöhnlichen Vollmacht. Um eine solche gewöhnliche Beichtvollmacht nutzen zu können, muss man, noch einmal gesagt, frei von aller Zensur und Sanktion sein. In dem Augenblick, in dem der Papst erklärt, uns diese gewöhnliche Vollmacht zu geben, schließt er dadurch die Aufhebung, die Abschaffung der Sanktion ein. Nur so kann man diese Verfügung nach dem Recht verstehen, nicht nur nach dem Buchstaben dieses oder jenes Paragraphen, sondern nach dem Geist des Kirchenrechts.

6. Die Besuche der von Rom entsandten Prälaten: offene doktrinale Fragen?

Diese Besuche waren sehr interessant. Natürlich wurden sie von einigen von uns mit einigem Misstrauen wahrgenommen: „Was wollen diese Bischöfe bei uns?“ Nun, das war nicht meine Perspektive. Die Aufforderung kam von Rom, vielleicht als Folge eines Gedankens, den ich ihnen eingegeben hatte, nämlich diesen: „Sie kennen uns nicht; wir diskutieren hier in einem Büro in Rom, kommen Sie und sehen Sie vor Ort; Sie können uns nur wirklich kennen, wenn Sie uns sehen.“ Keine Erklärung – sei sie im Internet aufsehenerregend oder nicht – und kein Kommuniqué können uns zeigen, wie wir wirklich sind; denn meistens sind wir in Kommuniqués gezwungen, Stellung zu beziehen und möglicherweise den einen oder anderen Satz, die eine oder andere Handlung in der heutigen Kirche zu verurteilen, aber das ist ja nicht unser Leben als Katholiken. Und man kann sogar sagen, dass das Wesentliche anderswo liegt. Das Wesentliche liegt in dem Willen, unser Katholischsein zu leben, indem wir die Gebote Gottes befolgen, darauf achten, uns zu heiligen, die Sünde zu meiden, um nach der ganzen Disziplin der Kirche zu leben. Unsere Schulen, unsere Seminare, unsere Priester, unser priesterliches Leben, alles das bildet ein Ganzes, welches die Wirklichkeit ist, die ganze Wirklichkeit unserer Priesterbruderschaft.

Ich habe also ziemlich gedrängt, ich habe mehrfach gesagt: „Kommen Sie und besuchen Sie uns“. Sie wollten nicht. Und dann, auf einmal, kam dieser Vorschlag, Bischöfe zu uns zu schicken, um uns zu treffen. Und, egal welchen Gedanken Rom dabei verfolgte, ich für meinen Teil habe zugestimmt, dass das eine gute Idee war. Warum? Weil sie uns dann so sehen konnten, wie wir sind. Die Parole, die ich überall ausgegeben habe, wohin sie kamen, war: „Wir ändern nichts, wir wollen nichts beschönigen, wir sind, wie wir sind, und so sollen sie uns sehen!“ Und wirklich haben uns ein Kardinal, ein Erzbischof und zwei Bischöfe besucht, unter verschiedenen Umständen, Seminare, auch ein Priorat. Die ersten Eindrücke, die Bemerkungen, die während dieser Gespräche und danach gemacht wurden, sind sehr interessant. Und ich denke, sie bestätigen, dass ich Recht hatte, diese römische Initiative zu unterstützen.

Das Erste, was sie uns alle gesagt haben – war das nun eine Devise oder war es ihr eigenes Gefühl? ich weiß es nicht, aber es ist so –, alle sagten: „Diese Gespräche finden unter Katholiken statt, es hat nichts mit ökumenischen Gesprächen zu tun; wir sind unter Katholiken“. Gleich zu Anfang wurden alle Vorstellungen weggefegt wie: „Ihr seid nicht ganz in der Kirche, seid es nur halb, steht außerhalb – Gott weiß wo! –, schismatisch...“ Nein! Wir reden unter Katholiken. Das ist der erste Punkt, der interessant und wichtig ist. Trotz all dem, was bei bestimmten Instanzen in Rom heute noch gesagt wird.

Der zweite und, wie ich meine, noch wichtigere Punkt ist, dass die in diesen Gesprächen angesprochenen Fragen eben die klassischen Fragen sind, auf die man immer stößt. Ob es sich um die Religionsfreiheit handelt oder die Kollegialität, den Ökumenismus, die Neue Messe oder gar die neuen Riten der Sakramentenspendung... Nun ja! Alle haben sie uns gesagt, dass das Thema dieser Gespräche offene Fragen seien. Ich meine, das ist eine ganz wichtige Überlegung. Bis jetzt hatte man immer darauf bestanden, dass wir das Konzil annehmen müssen. Es ist schwierig, die wirkliche Reichweite dieses Ausdruckes „das Konzil annehmen“ zu ermessen. Was bedeutet das? Es ist doch eine Tatsache, dass die Konzilsdokumente von völlig unterschiedlicher Qualität sind und dass ihre Annahme nach abgestuften Kriterien, nach einem Maßstab von Verbindlichkeit geschieht. Wenn ein Text ein Text des Glaubens ist, dann besteht ganz einfach Verbindlichkeit. Auf völlig irrige Weise geben sie aber vor, dieses Konzil sei unfehlbar, sie wollen auf eine völlige Unterwerfung unter das gesamte Konzil verpflichten. Wenn also „das Konzil annehmen“ dieses meint, dann sagen wir, dass wir das Konzil nicht annehmen. Denn genau diesen unfehlbaren Charakter verneinen wir. Wenn es bestimmte Abschnitte des Konzils gibt, welche das wiedergeben, was die Kirche früher gesagt hat, und zwar auf unfehlbare Weise, dann ist ganz offensichtlich, dass diese Abschnitte unfehlbar sind und bleiben. Und das akzeptieren wir, da gibt es kein Problem. Wenn man sagt „das Konzil annehmen“, dann muss man deshalb gut unterscheiden, was man damit meint. Nichtsdestoweniger konnte man sogar mit dieser Unterscheidung bis hierher von Seiten Roms eine gewisse Hartnäckigkeit spüren: „Sie müssen diese Punkte akzeptieren; das ist Teil der Lehre der Kirche, und deshalb müssen Sie sie annehmen“. Und man sieht – nicht nur in Rom, sondern bei der großen Mehrheit der Bischöfe – diese Haltung noch bis heute, diesen großen Vorwurf, den man uns macht: „Sie nehmen das Konzil nicht an“.

Und jetzt, auf einmal, sagen die Gesandten Roms uns über diese Punkte des Anstoßes, dass es offene Fragen seien. Eine offene Frage ist eine Frage, über die man diskutieren kann. Und diese Verpflichtung zur Zustimmung ist in hohem Maße oder gar vollständig gemildert oder sogar aufgehoben. Das, so meine ich, ist ein ganz erheblicher Punkt. Man muss sehen, ob sich das in der Folgezeit bestätigt, ob man wirklich frei diskutieren kann, sagen wir, auf ehrliche Weise, mit allem Respekt, den man der Autorität schuldet, um die Lage der Kirche nicht noch mehr zu verschlimmern, die im Augenblick sehr verworren ist, gerade in Glaubensdingen, über das, was zu glauben ist, und da verlangen wir diese Klarheit, diese Klärung, von den Autoritäten. Wir verlangen sie schon lange. Wir sagen: „Es gibt in diesem Konzil zweideutige Punkte, und nicht wir müssen sie klären. Wir können das Problem darlegen, aber die Autorität, sie zu klären, diese Autorität liegt nun einmal in Rom.“ Nichtsdestoweniger, das sei nochmals gesagt, ist die Tatsache für mich ganz wesentlich, dass die Bischöfe uns sagen, dieses seien offene Fragen.

Je nach der Persönlichkeit unserer Gesprächspartner verliefen die Diskussionen mit mehr oder weniger Glück, denn es gab auch schönen Austausch, bei dem wir nicht notwendigerweise einer Meinung waren... Nichtsdestotrotz glaube ich, dass das Urteil eines jeden der Gesprächsteilnehmer einhellig ist: sie waren mit den Gesprächen zufrieden. Zufrieden auch mit ihren Besuchen. Sie beglückwünschten uns zur Qualität unserer Seminaristen, sie sagten: „Sie sind normal, (glücklicherweise! das ist der Anfang …), das sind keine engstirnigen, beschränkten Menschen, sondern sie sind sehr lebendig, offen, fröhlich, ganz einfach normal. Und diese Bemerkung haben sie alle gemacht. Das ist die menschliche Seite, das kann man nicht leugnen, aber das darf man auch nicht vergessen.

Für mich sind diese Diskussionen, oder genauer dieser leichtere Aspekt der Diskussionen, wichtig. Eines der Probleme ist nämlich das Misstrauen. Es ist sicher, dass wir misstrauisch sind. Und ich meine, man kann auch sagen, dass Rom uns gegenüber misstrauisch ist. Und solange dieses Misstrauen herrscht, ist es eine ganz natürliche Reaktion, das, was gesagt wird, falsch zu verstehen oder an die schlechteste aller möglichen Lösungen zu denken. Und solange wir unter der Herrschaft dieses Misstrauens stehen, kommen wir nicht groß vorwärts. Wir müssen zu einem Minimalvertrauen gelangen, zu einem Klima der Gelassenheit, um A-priori-Anklagen auszuschalten. Ich meine, wir befinden uns noch unter dieser Herrschaft, ebenso wie Rom. Und das braucht Zeit. Beide Seiten müssen dazu kommen, die Persönlichkeiten, ihre Absichten korrekt einzuschätzen, um das letztlich zu überwinden. Ich denke, das braucht noch Zeit.

Das erfordert auch Taten, in denen sich ein guter Wille zeigt, der nicht ein Wille sein darf, uns zu zerstören. Nun ist dieser Gedanke bei uns immer ein wenig präsent, das ist ziemlich verbreitet und geläufig: „Wenn sie uns wollen, dann um uns zu ersticken und vielleicht zu zerstören, uns völlig zu absorbieren, uns aufzulösen“. Das ist keine Aufnahme, das ist eine Auflösung! Solange dieser Gedanke herrscht, kann man natürlich nichts erwarten.

 

7. Der gegenwärtige Zustand der Kirche: Beunruhigung und Hoffnung

Ich habe große Mühe, in dem, was im Moment vor sich geht, eine einheitliche Linie zu erkennen. Was ich sehe, ist wachsende Verwirrung, eine Verwirrung, die von widersprüchlichen Elementen kommt, von der Ausdünnung der Lehre, der Moral, der Disziplin. Man kommt immer mehr zu einer Herrschaft des „Jeder für sich“. Die Bischöfe sagen, was sie wollen, der eine sagt das Gegenteil vom anderen. Es gibt keine offiziellen, klaren Ordnungsrufe, auch keine Mahnung an irgendeine Richtung, an irgendeine Seite. Noch vor einigen Jahren gab es eine Richtung. Das war die modernistische Richtung. Das war der berühmte Geist des 2. Vatikanums. Heute sieht man in diesen Fragen einen tiefen Riss zwischen den Bischöfen und bis hin nach Rom. Und welche Richtung wird triumphieren, welche Richtung wird sich durchsetzen? Im Moment sehe ich es nicht.

Natürlich kann man sich auf gewisse Überlegungen stützen, auf gewisse Indizien, und man kann sagen, ganz eindeutig werden die Modernisten schwächer beziehungsweise geschwächt, je weiter wir voranschreiten. Ihnen fehlen die Gläubigen, ihnen fehlen die Berufungen, es ist eine Kirche, mit der es bergab geht. Und das stimmt. Andererseits sieht man unter den jungen Leuten eine gewisse Anzahl – es ist schwierig, genau festzustellen, aber es gibt genügend Anhaltspunkte dafür –, die eine viel seriösere Kirche wollen, und das auf allen Ebenen, insbesondere im Bereich der Lehre. Junge Leute, Seminaristen wollen Thomas von Aquin, wollen eine Rückkehr zu einer gesunden Philosophie, zu einer klaren, gesunden Theologie, zur Scholastik, zu jener des heiligen Thomas. Bei diesen jungen Leuten bemerkt man auch die Sehnsucht nach einer Liturgie... ich würde sie nicht „erneuert“ nennen, sondern eine Rückkehr zur traditionellen Liturgie. Und deren Zahl scheint beeindruckend zu sein. Für uns ist es schwierig, das einzuschätzen; wenn man aber die Stimmen der Priester hört, die sich um diese jungen Leute in den modernen Seminaren kümmern, dann sagen einige uns, dass 50 % der Seminaristen in Frankreich, in England nach der traditionellen Messe streben. Das scheint mir viel, und ich hoffe, dass es stimmt.

Nichtsdestotrotz zeichnet sich diese Linie deutlich ab, es ist eine ansteigende Linie, und man sieht die Tendenz im Laufe der Jahre zunehmen. Nur ein Beispiel: Seit dem vergangenen Jahr, mit dem Problem der Synode über die Ehe, über die katholische Familie, bemerkt man einen im Vergleich zu früher deutlicheren Gegensatz zwischen den beiden Lagern. Ich meine, das resultiert aus einer Erstarkung der Konservativen – wenn nicht deren Zahl, so steigt doch deren Stärke, ganz ohne Zweifel. Und auf der anderen Seite die Mehrheit, die noch eindeutig dominiert, die aber an Kraft verliert, die sich nicht mehr so durchsetzen kann, die zumindest nicht mehr alles so durchsetzen kann wie früher.

So gibt es also diese beiden Linien, diese beiden Richtungen. Welches ist unsere Zukunft in dieser Situation? Zunächst einmal, durchhalten. Es herrscht eine große Verwirrung. Wer wird gewinnen? Man weiß es nicht. Das macht unsere Beziehungen zu Rom so extrem schwierig, denn wir sprechen mit einem Gesprächspartner, bei dem wir nie wissen, ob am nächsten Tag der Text, den wir nach vielen Diskussionen gemeinsam erarbeitet haben, auch noch der endgültige Text sein wird. Im Jahr 2012 konnten wir feststellen, wie ein Text korrigiert, modifiziert wurde... durch das Eingreifen einer höheren Autorität, die aber nicht der Papst war. Auch dort: Wer regiert die Kirche? Ich würde sagen, das ist eine sehr interessante Frage, die ohne Antwort bleibt. Das sind … vage, verschwommene Kräfte.

8. Was soll man von der Muttergottes erbitten?

Oh! Sehr viel. Vor allem das Heil. Das Heil für uns, für jeden, für jede Seele, die zur Priesterbruderschaft kommt, die sich ihr, ihren Priestern anvertrauen will; bitten wir also für die Priesterbruderschaft um Treue. Treue zur Kirche. Treue zu diesem großen Schatz der Kirche, welcher – Gott weiß, warum, Gott weiß, wie – sich in unseren Händen befindet, ein ganz außerordentliches Erbe ist dieser Kirchenschatz, der uns nicht gehört und für den wir uns nur eines ersehnen, dass er nämlich seinen Platz wiederfinde, seinen wahren Platz in der Kirche.

Erbitten wir den Triumph der Muttergottes. Sie hat ihn angekündigt. Ich würde sagen, er lässt auf sich warten, man ist vielleicht sogar ein wenig ungeduldig, vor allem wenn man sieht, was vor sich geht, was im Widerspruch dazu zu stehen scheint, aber in Wirklichkeit kein Widerspruch ist, sondern ganz einfach nur eine Entwicklung, die der liebe Gott zulässt; ein erschreckendes, schreckliches Spiel: der Mangel an Übereinstimmung zwischen der menschlichen Freiheit, selbst bei den Christen, und dem, was der Himmel verlangt, dieser Wille des Himmels in Fatima – das heißt des lieben Gottes –, die Verehrung des Unbefleckten Herzens Mariä in die Herzen der Christen einzubringen, die sich nur so mühsam dort durchsetzen kann. Dabei ist es gar nicht schwierig, und es ist so schön, so trostreich! Und man sieht diesen großen Kampf zwischen dem Dämon und dem lieben Gott, das Schlachtfeld sind die Seelen, von denen Gott wollte, dass sie frei seien, und die er gewinnen will, aber nicht mit Gewalt. Er hätte seine Majestät auch so durchsetzen können, dass alle Menschen sich auf die Knie geworfen hätten – das, was am Ende der Zeiten geschehen wird, aber in diesem Moment wird es zu spät sein – dieser Kampf muss jetzt geschehen.

Bitten wir also den lieben Gott, dass er die Gnaden schenke, welche die Herzen für ihn gewinnen, und leisten wir unseren Teil zu dieser Arbeit! So erbittet man viel von ihm. Man bittet ihn darum, dass die Kirche ganz zu all dem zurückfindet, was ihre Aufgabe ausmacht: Seelen zu retten. Das Einzige, das Erste, das für die Kirche zählt, das ist die Rettung der Seelen!

(Um dem Text seine Eigenart zu bewahren, wurde der Charakter des gesprochenen Wortes beibehalten)

Video-Interview durch DICI am 04.03.2016 – Transkription DICI vom 21.03.2016

Das Video mit dem Interview in französischer Sprache mit englischen Untertiteln finden Sie hier

[1]   Diese Vorbedingungen waren: die tridentinische Messe allen Priestern zu gewähren und die Aufhebung der Sanktionen gegen die Priesterbruderschaft. Siehe DICI Nr. 74 vom 12.04.2003.  

[2]   Von Oktober 2009 bis April 2011

[3]   Die Antwort von Mgr. Guido Pozzo, Sekretär der Kommission Ecclesia Dei, im dem „Zenit“ gewährten Gespräch vom 25. Februar 2016. – Frage: Exzellenz, 2009 hat Papst Benedikt XVI. die Exkommunikation der Bruderschaft St. Pius X. zurückgenommen. Heißt das, dass sie nun wieder in der Gemeinschaft mit Rom sind? - Antwort: Mit dem Nachlass der Exkommunikation der Bischöfe der FSSPX durch Benedikt XVI. (2009) unterliegen sie nicht mehr dieser schweren Kirchenstrafe. Mit dieser Maßnahme bleibt die FSSPX dennoch in einer irregulären Position, weil sie keine kanonische Anerkennung durch den Heiligen Stuhl erhalten hat. Solange die Bruderschaft keinen kanonischen Status in der Kirche hat, üben ihre Priester ihr Amt und die Zelebration der Sakramente nicht auf legitime Weise aus. Laut der vom damaligen Kardinal Bergoglio in Buenos Aires angewandten und von der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei bestätigten Formel sind die Angehörigen der FSSPX Katholiken auf dem Weg zur vollen Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl. Diese volle Gemeinschaft wird mit der kanonischen Anerkennung der Bruderschaft erreicht sein.

[4]   Mgr. Pozzo, ebd.: „Was grundlegend scheint, ist, eine volle Übereinstimmung zu dem zu finden, was notwendig ist, um in der vollen Gemeinschaft mit dem Apostolischen Stuhl sein zu können, das heißt, zur Vollständigkeit des katholischen Glaubensbekenntnisses, zur Verbindlichkeit der Sakramente und zur Anerkennung des Höchsten Lehramtes der Kirche.“

[5]   Papst Franziskus, Brief an Mgr. Rino Fisichella am 01. Februar 2015 angesichts des nahenden Heiligen Jahres: „... bestimme ich in der Zwischenzeit in eigener Verfügung, dass diejenigen, die während des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit das Sakrament der Versöhnung bei den Priestern der Bruderschaft St. Pius X. empfangen, gültig und erlaubt die Lossprechung von ihren Sünden erlangen.“